Allgäu-Dribbler

Kevin Siegfanz ist zurück auf dem Trainerstuhl - aber bei den Junioren!

Kevin Siegfanz (links) war lange Zeit Trainer beim TSV Kottern, dann Co-Trainer beim FC Memmingen. Jetzt zieht's ihn in den Juniorenbereich.

Kevin Siegfanz (links) war lange Zeit Trainer beim TSV Kottern, dann Co-Trainer beim FC Memmingen. Jetzt zieht's ihn in den Juniorenbereich.

Bild: Erwin Hafner

Kevin Siegfanz (links) war lange Zeit Trainer beim TSV Kottern, dann Co-Trainer beim FC Memmingen. Jetzt zieht's ihn in den Juniorenbereich.

Bild: Erwin Hafner

Der 45-Jährige coacht künftig die B-Jugend des TSV Kottern. Für diesen Job hat er andere lukrative Angebote abgelehnt.
23.08.2020 | Stand: 06:30 Uhr

In der Regel verlaufen Trainer-Karrieren im Fußball so: Erst beim Nachwuchs, dann bei den Erwachsenen. Bei Kevin Siegfanz (45) ist es umgekehrt. Nach seiner Zeit als Spieler wurde er sofort Trainer beim TSV Kottern. Danach ging er 2018 als Co-Trainer von Stephan Baierl zum Regionalligisten FC Memmingen. Nun ist er Trainer der B-Junioren des TSV Kottern. Wie er diesen ungewöhnlichen Weg erklärt und wie er die sportliche Auszeit wegen des Corona-Virus erlebt hat, sagt er im Interview.

Wie kam es zum Engagement bei den B-Junioren des TSV Kottern?

Kevin Siegfanz: Mike Feneberg, der Sportliche Leiter des TSV Kottern, hat mich angerufen und gesagt, dass die Zukunft der Nachwuchs-Abteilung diskutiert wird. Das Gespräch dann mit Abteilungsleiter Andreas Breuer und Jugendkoordinator Andreas Mangold hat mich überzeugt. Ich musste nicht mehr lange überlegen. Ich hatte auch Angebote von Männer-Vereinen. Aber mit den Jugendlichen in Kottern hat es in der kurzen Zeit, bis die Corona-Krise alles gestoppt hat, so gut geklappt, dass ich alles andere abgesagt habe.

Nun sind Sie den anderen Weg gegangen: Erst Männer, dann Jugendliche trainiert. Wie unterscheidet sich der Umgang mit den Spielern?

Siegfanz: Ich komme bei den Jugendlichen mit meinem lockeren Umgangston, mit Witz und Spaß gut an. Das ist bei Jugendlichen in diesem Alter wichtig. Da kommen Mädchen ins Spiel, da wird schnell mal ein Training abgesagt. Es ist ganz wichtig, dass man es schafft, dass sie dabei bleiben. Ich habe ja selbst mit Leon einen Sohn, der 13 Jahre alt ist. Unser Team mit mir als Trainer, Eddie Lopez, Murat Yilmaz und Betreuer Alfons Spötzl kriegt das ganz gut hin.

Der Verein will ein familiäres Umfeld

Ist es Zufall, dass nahezu alle Nachwuchs-Trainer des TSV Kottern schon mal zusammen gespielt haben, oder Teil der Idee?

Siegfanz: Es sollen ehemalige Spieler installiert werden, was das familiäre Umfeld des Vereins unterstreicht. Tobis Haslach trainiert die U13, Martin Schulz die U15, ich die U17 und Johannes Landerer und Sinan Yilmaz die U19. Wir verstehen uns gut und haben zum großen Teil auch mit Matthias Günes, Trainer der Männer, zusammen gespielt.

Was ist Ihre Motivation, den Nachwuchs in Kottern zu trainieren?

Siegfanz: Unsere Jungs müssen erst aufgebaut und dann gehalten werden. Der nächste Schritt: Die Mannschaften sollen möglichst hochklassig spielen. Wir müssen die Nachwuchs-Abteilung in Kottern so attraktiv machen, dass sich der Aufwand, nach Memmingen zu fahren, nicht lohnt, nur weil dort eine Klasse höher gespielt wird.

"Ich war ja nie richtig weg"

Ist es für Sie ein Weg zurück nach Hause?

Siegfanz: Ich war ja nie richtig weg. Ich wohne nahe am Trainingsgelände. Mein Sohn Leon spielt in der C-Jugend von Kottern. Der Kontakt zu Thomas Biermeier, Harry Unflath oder Mike Feneberg ist nie abgerissen. Da sind andere, lukrativere Angebote nicht so wichtig.

Uwe Wegmann ist seit kurzem Trainer des FC Wangen. War das kein Thema für Sie, ihn zu begleiten?

Siegfanz: Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Irgendwann ein anderes Mal wieder mit ihm zu arbeiten, kann ich mir vorstellen. Jetzt nicht. Ich habe in Kottern zugesagt.

Was machen Sie in der Corona-Krise?

Siegfanz: Leider war das Fitnessstudio lange geschlossen. Meine Frau und ich sind viel geradelt und mit meinen Söhnen Leon und Dustin habe ich vor dem Haus öfter mal Fußball-Tennis gespielt.