Borussia Dortmund gegen FC Bayern München

Nach Äußerung zu Referee Zwayer: Strafanzeige gegen Jude Bellingham

Dortmunds Jude Bellingham kritisiert den Schiedsrichter Felix Zwayer. Der DFB ermittelt nun gegen den 18-Jährigen.

Dortmunds Jude Bellingham kritisiert den Schiedsrichter Felix Zwayer. Der DFB ermittelt nun gegen den 18-Jährigen.

Bild: Bernd Thissen, dpa

Dortmunds Jude Bellingham kritisiert den Schiedsrichter Felix Zwayer. Der DFB ermittelt nun gegen den 18-Jährigen.

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Jude Bellingham hat den Schiedsrichter Felix Zwayer beim Bundesliga-Gipfel kritisiert. Das hat jetzt juristische Folgen.
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dpa
05.12.2021 | Stand: 15:00 Uhr

-- Update um 14.50 Uhr --

Die Aussagen von Jude Bellingham über Schiedsrichter Felix Zwayer haben auch einen Tag nach dem Bundesliga-Gipfel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern für kontroverse Diskussionen gesorgt. BVB-Vereinboss Hans-Joachim Watzke sprang dem 18 Jahre alten Profi verbal zur Seite. "Sein Satz ist nicht falsch, auch wenn er ihn nicht sagen muss. Aber das ist dann auch der Emotionalität geschuldet, die man einem 18-Jährigen zugestehen muss. Jude hat niemanden beleidigt, sondern ein Faktum geschildert", sagte Watzke dem Kicker.

Bellingham hatte mit seiner Kritik auf den Skandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer im Jahr 2004 angespielt, in dem auch der Name Zwayer mehrfach aufgetaucht war.

"Es wäre sicher für alle Seiten am besten, wenn der DFB entscheiden würde, ihn vorerst keine BVB-Spiele mehr leiten zu lassen", sagte Watzke den Ruhr Nachrichten.

Weniger verständnisvoll reagierte Oliver Kahn auf die Äußerung von Bellingham. "Das geht natürlich schon einen gewaltigen Schritt zu weit", sagte der Münchner Vorstandschef am Sonntag bei Sky 90. Sky-Experte Dietmar Hamann forderte den DFB auf, mit aller Härte zu ermitteln. Man könne nicht zulassen, dass ein Spieler die "Integrität" des Schiedsrichters in Frage stelle und angreife.

Nach Einschätzung des Juristen Christoph Schickhardt, der den Schiedsrichterskandal um Robert Hoyzer 2005 begleitet hatte, kann der DFB jedoch "nicht gegen Bellingham vorgehen". "Seine Aussage ist unanständig, aber nicht zu beanstanden, sie ist ganz klar vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Sie ist legal, aber nicht legitim", sagte der 66-Jährige dem Kicker.

-- Erstmeldung --

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Nach seinen Äußerungen über Schiedsrichter Felix Zwayer beim Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern droht dem Dortmunder Profi Jude Bellingham ein juristisches Nachspiel. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt gegen den 18 Jahre alten englischen Nationalspieler. "Der Kontrollausschuss wird die Äußerung des Dortmunder Spielers Jude Bellingham auf ihre sportstrafrechtliche Relevanz prüfen", sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Gremiums, am Sonntag auf dpa-Anfrage.

Bellingam hatte nach dem 2:3 seines Teams gegen den Tabellenführer aus München nicht nur die Elfmeter-Entscheidung nach Videobeweis zugunsten der Bayern in der 77. Minute, sondern auch "viele andere Entscheidungen" von Zwayer im norwegischen TV mit den Worten "Du gibst einem Schiedsrichter, der schon in Spielmanipulationen verwickelt war, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?" kritisiert.

Bellingham kritisiert Referee Zwayer: Strafanzeige auch gegen Manuel Gräfe

Nach einem "Bild"-Bericht soll außerdem Schiedsrichter-Beobachter Marco Haase Strafanzeige gegen Bellingham und auch gegen Ex-Spitzenschiedsrichter Manuel Gräfe gestellt haben. Strafbestände seien Beleidigung, Nachrede und Verleumdung. Demnach habe der Dortmunder Nachwuchsstar ohne den einstigen Bundesliga-Schiedsrichter Gräfe, der die Szene am Samstagabend in Dortmund für das ZDF kommentierte, "diese Äußerung aus Lebenserfahrung nicht getan haben" können. Der DFB äußerte sich dazu vorerst nicht.

Der aus Altersgründen nicht mehr als Referee tätige Gräfe hatte Zwayer aufgrund seiner Verwicklungen in den 2005 aufgedeckten Wettskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer kritisiert. "Wer einmal Geld angenommen und Hoyzers Manipulation ein halbes Jahr verschwiegen hat, sollte keinen Profifußball pfeifen", hatte Gräfe vor Monaten im "Zeit Magazin" gesagt.

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