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Doppelsieg in Imola: Wie das Abt-Team die DTM-Rennen in Italien erlebte

So sehen Sieger aus: Beim DTM-Wochenende im italienischen Imola gewann das Team Abt Sportsline aus Kempten beide Rennen. Hinter den Pokalen sitzen von links Ricardo Feller, Kelvin van der Linde und René Rast sowie links daneben Team-Manager Roger Köhler und ganz rechts Teamchef Thomas Biermaier.

So sehen Sieger aus: Beim DTM-Wochenende im italienischen Imola gewann das Team Abt Sportsline aus Kempten beide Rennen. Hinter den Pokalen sitzen von links Ricardo Feller, Kelvin van der Linde und René Rast sowie links daneben Team-Manager Roger Köhler und ganz rechts Teamchef Thomas Biermaier.

Bild: Abt Sportsline

So sehen Sieger aus: Beim DTM-Wochenende im italienischen Imola gewann das Team Abt Sportsline aus Kempten beide Rennen. Hinter den Pokalen sitzen von links Ricardo Feller, Kelvin van der Linde und René Rast sowie links daneben Team-Manager Roger Köhler und ganz rechts Teamchef Thomas Biermaier.

Bild: Abt Sportsline

Abt Sportsline kehrt in Italien auf die Erfolgsspur zurück. René Rast und Ricardo Feller holen die ersten Pokale der Saison nach Kempten - trotz eines Handicaps.
20.06.2022 | Stand: 12:45 Uhr

Das Kemptener Rennsportteam Abt Sportsline ist wieder auf der Erfolgsspur zurück. Im italienischen Imola holten sich René Rast und Ricardo Feller jeweils die Pole-Positionen und siegten anschließend. Für das Allgäuer Team waren es die Siege Nummer 72 und 73 im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM).

Dabei waren die Äbte am Sonntag mit einem ganz schönen Handicap unterwegs. Über Nacht packte die Rennleitung allen Audis 25 Kilogramm Zusatzgewicht ins Auto. Rast erhielt als Sieger weitere 25 Kilogramm ins Auto gepackt, war also mit 50 Kilogramm Balast unterwegs. Für ihr war der Arbeitstag bald vorbei, nach drei Runden schied er mit Reifenschaden aus.

René Rast holt seinen 25. DTM-Erfolg

Dafür fuhr der dreimalige DTM-Champion mit einem besonderen Geschenk für seine Kinder nach Hause: 587 Tage nach seinem letzten DTM-Sieg fuhr er in Imola seinem 25. Triumph in der Tourenwagenserie ein: „Die Freude über die Pole-Position und den Sieg am Samstag überwiegt eindeutig. Das war ein toller Tag und ein ganz besonderer Sieg für mich. Am Sonntag nach einem Reifenschaden ohne Punkte nach Hause zu gehen, war natürlich frustrierend.“

Es war sein erster Sieg für Abt Sportsline und der erste in einem GT3-Fahrzeug. Damit zählt Rast zum Kreis der Titelaspiranten. Er freut sich auf das Rennwochenende Anfang Juli in Nürnberg: „Der Norisring wird geil, das ist zuschauermäßig das Highlight der Saison.“

Ricardo Feller erfüllt sich einen Kindheitstraum

Am Sonntag siegte überraschend der junge Schweizer Ricardo Feller, der sich einen Kindheitstraum erfüllte: „Es fühlt sich sehr gut an - Hammer! Ein Riesendank an das gesamte Team - die Jungs haben super gearbeitet. Mein Auto war das ganze Wochenende über fantastisch.“ Am Samstag hatte er noch mit der Startampel gehadert: „Ich habe die Ampel nicht gesehen und war einen Moment lang zu langsam.“ Ein Reifenschaden warf ihn schließlich aus dem Rennen.

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Dafür lieferte er am Sonntag eine große Show und holte sich seine erste Pole-Position. Dafür hatte Feller am Abend Videos und Daten seiner beiden Teamkollegen Rast und van der Linde studiert und dabei offensichtlich entscheidende Zehntelsekunden gefunden.

Von der Spitze weg hatte er keine Probleme mit der Startampel, musste aber hart für seinen ersten DTM-Sieg kämpfen. Am Ende lag er vor dem Amerikaner Dev Gore vom Audi-Team Rosberg und Marco Wittmann im BMW.

Sieg bringt mehr PS für Feller

Nach der Zieldurchfahrt machte der Schweizer über Funk gleich noch einen Deal mit Teamchef Thomas Biermaier: Feller bekommt nun endlich das langersehnte Abt Power-Upgrade für seinen Audi RS 6 und damit mehr PS.

Der dritte Abt-Fahrer, Kelvin van der Linde, hatte wieder ein Wochenende mit Licht und Schatten und wurde unter Wert geschlagen. „Imola ist eine meiner Lieblingsstrecken“, verriet er im Interview. Am Samstag konnte er mit einem fünften Platz und zehn Meisterschaftspunkten die Sonne und die Trüffelpasta im Cateringzelt genießen. Am Sonntag musste sich der Kemptener mit Platz 13 begnügen. „Ich hatte mir natürlich mehr erhofft als die zehn Punkte für das Rennen am Samstag. Das Safety-Car am Sonntag war schlecht für mich. Ich konnte nicht direkt reinkommen und erst eine Runde später stoppen. Das hat viel Zeit gekostet. Aber wir haben auch noch etwas Arbeit vor uns, um wieder ganz vorn dabei zu sein.“

Teamchef Thomas Biermaier: "Ein sehr gutes Wochenende"

Für Teamchef Biermaier war es ein sehr gutes Wochenende: „Dass René so schnell ein DTM-Rennen mit einem GT3-Auto gewinnt, hätten nicht viele erwartet - ich glaube, nicht einmal er selbst. Umso größer ist mein Respekt vor seiner Leistung.“ Der Erfolg der beiden Abt-Fahrer liegt wohl auch in der konsequenten Daten-Analyse. „Wir haben drei Top-Fahrer und damit viele Daten zum Vergleich. Jeder schaut sich seine Zeiten genau an kann sich im Vergleich mit den Kollegen pushen“, sagt Biermaier. Er zog den Hut vor Ricardo Feller: „Mit 22 Jahren am dritten Wochenende in der DTM schon den ersten Sieg zu holen, zeigt, was für ein Juwel wir da im Team haben. Da spendieren wir gerne eine Leistungssteigerung für seinen RS 6.“