Allgäuerin beendet ihre Laufbahn

"Sie war ein Glücksfall für den deutschen Radsport" - Das sagen Weggefährten zum Rücktritt von Lisa Brennauer

Der größte Erfolg in der Karriere von Lisa Brennauer: Der Olympia-Sieg von Tokio mit dem deutschen Bahnrad-Vierer. Ihre Teamkolleginnen überschütten sie nun zu ihrem Karriere-Ende mit ganz viel Lob.

Der größte Erfolg in der Karriere von Lisa Brennauer: Der Olympia-Sieg von Tokio mit dem deutschen Bahnrad-Vierer. Ihre Teamkolleginnen überschütten sie nun zu ihrem Karriere-Ende mit ganz viel Lob.

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Der größte Erfolg in der Karriere von Lisa Brennauer: Der Olympia-Sieg von Tokio mit dem deutschen Bahnrad-Vierer. Ihre Teamkolleginnen überschütten sie nun zu ihrem Karriere-Ende mit ganz viel Lob.

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Stimmen zum angekündigten Karriere-Ende von Lisa Brennauer. Teamkolleginnen und der Bundestrainer André Korff überschütten die Allgäuer Radsportlerin mit Lob.
03.08.2022 | Stand: 18:01 Uhr

Das angekündigte Karriere-Rücktritt von Radsportlerin Lisa Brennauer aus Durach bei Kempten sorgt in der deutschen Radszene für reichlich Gesprächsstoff.

Trixi Worrack: „Wir hatten eine richtig gute Zeit zusammen. Vor allem denke ich gern an die Jahre bei Canyon zurück, wo wir nicht nur eine tolle Truppe waren sondern auch noch super erfolgreich. Mit Lisa hatte man – bei aller Professionalität – immer Spaß. Das ist in anderen Teams oft verloren gegangen. Abseits des Rennstresses konnte man mit ihr auch mal ausbrechen. Die Olympia-Party in Rio war legendär. Wir haben das Deutsche Haus abgerissen.“

André Korff, Bundestrainer: „Mit Lisa zu arbeiten, hat immer Spaß gemacht. Ich hatte immer ein super angenehmes Verhältnis mit ihr. Sie ist kein Mensch, der auf seinen Standpunkt beharrt, sondern ist kompromissbereit. Das war vielleicht auch letztlich der Schlüssel ihres großen Erfolges. Lisa war stets das Zugpferd in der Mannschaft, ob auf der Bahn oder auf der Straße. Was sie gemacht hat, haben die anderen abgeguckt. Lisa ist kollegial, immer fair, immer geradeaus. Hatte man mit ihr etwas abgestimmt, dann lief das, zu 100 Prozent.“

Franziska Brauße, Teamkollegin: „Lisa war für uns immer die „Mutti“, die den Haufen zusammenhält. Sie hat für jeden ein offenes Ohr, ist für jeden da, wenn sie gebraucht wird, egal wieviel Stress sie gerade selbst hat. Ein großes Plus ist, dass sie ihre Erfahrungen auch immer weitergebeben hat.“

Ronny Lauke, früherer Sportlicher Leiter: „Der damalige Bundestrainer Thomas Liese hatte mir Lisa seinerzeit empfohlen und meinte, „sie musst du nehmen, sie ist ein Riesentalent.“ 2012 kam sie dann zu uns, aber Ende des Jahres habe ich bei einer Rundfahrt in Belgien gesagt, entweder du gibst Gas, oder wir müssen uns trennen. Sie hat sich dann mit einer Wahnsinnsleistung in Geraardsbergen aufs Podium gefahren und unsere Zusammenarbeit dauerte sechs tolle Jahre. Lisa hatte anfangs Selbstzweifel, mit Hilfe unseres Trainers Andreas Lang hat sie viel Selbstbewusstsein erlangt und wurde immer erfolgreicher. Sie ist ein Teamplayer, immer positiv eingestellt, hat es immer geschafft, die Gruppe zu verbinden und auf ein Ziel einzuschwören. Sie hat die Richtung vorgegeben. Lisa ist zudem sehr bodenständig und eine starke Persönlichkeit. Mit ihr zu arbeiten, hat immer Spaß gemacht.“

Mieke Kröger: „Lisa weint immer, wenn sie lachen muss, und sie lacht gern. Wenn es drauf ankommt, ist sie da, kann dann auch alle zur Ordnung rufen. Sie ist auf dem Rad hochprofessionell, kann aber auch sehr gut Kaffee zubereiten und Räder putzen.“

John Degenkolb: „Lisa kenne ich seit Kindesalter an. Schon in den Schülerklassen U11 und U13 sind wir mit- oder gegeneinander gefahren. Lisa ist ein Jahr älter als ich, und die Mädchen konnten dann mit den ein Jahr jüngeren Jungs gemeinsam starten. Wir gehörten damals beide zum Landesverband Bayern und haben einige Lehrgänge in Unterhaching gemeinsam bestritten, sind auch bei der Kids-Tour in Berlin zusammen gestartet. Unsere Eltern sind noch heute befreundet und wir hatten in den letzten 20 Jahren immer Kontakt. Es war schön, Lisas Karriere mitzuerleben. Lisa ist sehr ehrgeizig und hat sich immer neue, höhere Ziele gesetzt. Es ist phantastisch, dass sie sie auch fast immer erreichen konnte. Herausragend war sicher ihr Olympiasieg, da habe ich mich sehr für sie gefreut. Lisa ist immer für andere dagewesen, und ich wünsche ihr für das Leben nach der Karriere nur das Beste.“

"Dass Lisa geht, ist echt schade"

Lisa Klein: „Ich werde sie vermissen. Wir hatten eine verdammt gute Zeit, waren nicht nur im Rennen Seite an Seite, sondern haben uns auch oft das Zimmer geteilt. Lisa hat es immer geschafft, hoch motiviert zu sein. Und wenn wir nach einer langen Straßensaison wieder auf die Bahn gewechselt sind, mal eben zum Weltcup nach Kanada flogen, dann hat sie mich immer angestachelt: „wir schaffen das, wir fahren Vollgas.“ Lisa ist eine absolute Teamplayerin, unendlich wertvoll für die Mannschaft. War sie am Start dann wusste man, es läuft. Was sie für den deutschen Radsport getan hat, ist unerreicht. Dass sie geht, ist echt schade. Aber unsere gemeinsamen Erfolge werden uns für immer verbinden.“

Patrick Moster, Sportdirektor des BDR: „Lisa war und ist ein Glücksfall für den deutschen Radsport. In den vielen Jahren unserer Zusammenarbeit habe ich sie als großartige Sportlerin erleben dürfen, die sich zu einer herausragenden Persönlichkeit entwickelte ohne ihre Bodenständigkeit zu verlieren.“ (Quelle: Bund Deutscher Radfahrer)