Jugendfußball

Wie die Fußball-EM der Frauen dem Allgäuer Nachwuchs helfen soll

Giulia Gwinn und ihre Kolleginnen boten bei der EM in England beste Werbung für den Frauenfußball – was sich auch im Allgäu auswirken soll.

Giulia Gwinn und ihre Kolleginnen boten bei der EM in England beste Werbung für den Frauenfußball – was sich auch im Allgäu auswirken soll.

Bild: Eibner/Memmler

Giulia Gwinn und ihre Kolleginnen boten bei der EM in England beste Werbung für den Frauenfußball – was sich auch im Allgäu auswirken soll.

Bild: Eibner/Memmler

Nach dem EM-Auftritt der deutschen Fußballerinnen erwartet der BFV mehr Mädchen in den Vereinen. Im Allgäu könnte das die Nachwuchsprobleme teilweise lösen.
04.08.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Mit ihren Auftritten bei der Europameisterschaft in England haben die deutschen Fußballerinnen laut Silke Raml die perfekte Steilvorlage geliefert, um wieder mehr Mädchen für den Vereinsfußball zu begeistern.

Die Vizepräsidentin des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), die als Ausschuss-Vorsitzende für Frauen- und Mädchenfußball beim DFB auch zur deutschen EM-Delegation zählte, setzt vor allem auf die Verbände: „Wir müssen weiter mit Tempo an nachhaltigen Rahmenbedingungen für unsere Amateurvereine arbeiten. Die Vergangenheit zeigt uns, dass es in jedem Fall einen kurzfristigen Effekt mit signifikanten Zuwächsen bei den Mädchen geben wird. Das war auch nach der WM 2011 bei uns in Deutschland so. Die Kunst aber wird es sein, diese neuen Spielerinnen auch auf lange Sicht zu begeistern, sie zu binden – und auch die WM 2027 zu uns ins Land zu holen.“

Silke Raml fordert Umdenken in den Vereinen

Es brauche dazu aber auch ein Umdenken in den Vereinen: „Wir werden es uns nicht mehr leisten können, die Hälfte unserer Bevölkerung mehr oder minder außen vor zu lassen. Wir müssen die Weiblichkeit als Chance begreifen, die die Zukunft der Breitensport-Klubs sichert. Dabei helfen bestimmt auch die neuen Kinderfußball-Spielformen.“

Deutsche Fußballerinnen begeistern auf dem Platz

Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hätte mit ihrer „natürlichen, ehrlichen Art viele neue Herzen erobert und fußballerisch begeistert“, sagt die 47-jährige Straubingerin, die auch Mitglied in der Uefa-Kommission für Frauenfußball ist. „Diese Mannschaft bietet reihenweise Vorbilder und echte, unterschiedliche Typen, die genau das widerspiegeln, wie junge Menschen heute ticken. Diese Authentizität kommt an und hebt sich so ab.“

Silke Raml ist seit 2014 BFV-Vizepräsidentin und die erste Frau in dem Amt.
Silke Raml ist seit 2014 BFV-Vizepräsidentin und die erste Frau in dem Amt.
Bild: IMAGO/Fabian Fruehwirth

1000 Kindertrainer in Bayern nach Lockdowns ausgebildet

Damit dies auch im Verein funktioniert – im Allgäu klagen viele Klubs über extreme Nachwuchsprobleme –, brauche es praxisnahe Konzepte und weiter verbesserte Rahmenbedingungen – etwa in der Ausbildung und Gewinnung neuer Trainerinnen und Trainer. Teilweise habe das in Bayern bereits funktioniert. „Nach Beendigung der Corona-Lockdowns haben wir mit der Kampagne #AufdiePlätze insgesamt 1000 Kindertrainerinnen und -trainer kostenfrei ausgebildet, dazu Vereine mit ebenso vielen Schnuppertrainings-Sets ausgestattet, die in den jüngsten Jahrgängen keine Mannschaften hatten. Beide Angebote wurden überwältigend angenommen“, sagt Raml.

BFV startet Mädchenfußball-Kampagne im Herbst

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Der BFV-Vorstand lässt deshalb im Herbst eine Mädchenfußball-Kampagne im Freistaat folgen. „Wir müssen weiter neu denken und den Zugang zum Fußball für Frauen und Mädchen niederschwellig halten“, betont Raml. Neuester Anreiz: Ab sofort dürfen Frauen auf Antrag auch Punktspiele bei den Männern bestreiten.

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