Corona-Pandemie bekämpfen

Österreich startet "Corona-Ampel" - wie diese funktioniert

Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, trifft mit Mundschutz zu einer Pressekonferenz in Wien zum Start der "Corona-Ampel" ein.

Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, trifft mit Mundschutz zu einer Pressekonferenz in Wien zum Start der "Corona-Ampel" ein.

Bild: Hans Punz/dpa

Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, trifft mit Mundschutz zu einer Pressekonferenz in Wien zum Start der "Corona-Ampel" ein.

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Eine Karte soll je nach Corona-Infektionslage von grün bis rot eingefärbt werden. Was die "Corona-Ampel" auslösen soll und welche Fragen noch ungeklärt sind.
Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, trifft mit Mundschutz zu einer Pressekonferenz in Wien zum Start der "Corona-Ampel" ein.
dpa
04.09.2020 | Stand: 15:24 Uhr

Die Corona-Lage in Österreich wird ab jetzt wöchentlich mit einem Ampelsystem bewertet. Vier Farben von Grün (niedriges Risiko) bis Rot (sehr hohes Risiko) sollen konkrete Maßnahmen bedeuten, die für die jeweils betroffene Region gelten sollen. "Die roten Maßnahmen sind kein vollständiger Lockdown, aber die wären schon sehr weitgehend was Schließungen betrifft", sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag.

Ampel zeigte Gelb für die größten Städte

Die Ampel zeigte zum Start am Freitag Gelb für die drei größten Städte Wien, Graz und Linz sowie den Tiroler Bezirk Kufstein an der Grenze zu Bayern, sonst landesweit Grün. In den "gelben Regionen" sei die Lage stabil, erfordere aus Sicht der Experten aber Zusatzmaßnahmen, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne): "Derzeit sind wir weit von Orange weg. Bitte nicht dramatisieren."

Kriterien für die Ampelfarben sind dabei nicht nur wie bei der Corona-Obergrenze in Deutschland die Fallzahlen über sieben Tage. Auch deren Nachverfolgbarkeit, ob Erkrankte sich auf Reisen oder vor Ort anstecken und die Auslastung der Krankenhäuser spielen eine Rolle, ebenso die Gesamtzahl an Tests und Faktoren wie Tourismus. Nachdem eine 19-köpfige Expertenkommission die Lage bewertet, liegt die Entscheidung über Maßnahmen aber bei der Politik.

Erste Ampel-Schaltung wurde kritisiert

Die erste Ampel-Schaltung sorgte vor allem aus den betroffenen Regionen für Kritik. Die oberösterreichische Landesregierung nannte etwa die Einstufung der Landeshauptstadt Linz einen Fehlstart. Das Land werde Linz nicht empfehlen, zusätzliche verschärfte Maßnahmen zu setzen, hieß es direkt nach der Veröffentlichung. Für die "gelben" Regionen soll eine strengere Maskenpflicht gelten: Gastro-Personal, Verkäufer und Kunden in allen Geschäften müssen dann Mund-Nasenschutz tragen, falls nicht etwa eine Trennscheibe installiert ist.

Auch rechtliche Fragen blieben offen. Viele der Regelungen zu jeder Ampelfarbe, die erst am Freitag mit der ersten Schaltung im Internet veröffentlicht wurden, haben etwa noch keine gesetzliche Grundlage. Diese muss erst Ende September vom Parlament beschlossen werden, nachdem das Verfassungsgericht die bestehende Corona-Verordnung teils kassiert hatte.

Corona-Zahlen in Österreich sind gestiegen

Die Corona-Zahlen in Österreich sind zuletzt deutlich gestiegen. Am Donnerstag wurde mit 403 erfassten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 seit dem Vortag ein neuer Höchststand seit dem Sommer erreicht. Am Freitag kamen rund 350 hinzu. Rund 3500 Menschen gelten als aktiv erkrankt. "Diese Zahl ist zu früh zu hoch", hatte Anschober am Montag gewarnt.

(Wann und warum Österreich die Maskenpflicht wieder einführte, erfahren Sie hier.)