Corona-Tests

Corona-Zwangstest für Urlauber: Wer muss hin? Wer zahlt? Wo geht's?

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen sich Einreisende aus internationalen Risikogebieten ab Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland testen lassen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen sich Einreisende aus internationalen Risikogebieten ab Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland testen lassen.

Bild: Guido Kirchner/dpa (Symbolbild)

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen sich Einreisende aus internationalen Risikogebieten ab Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland testen lassen.

Bild: Guido Kirchner/dpa (Symbolbild)

Wer in einem Risikogebiet mit hohen Corona-Fallzahlen war, muss künftig zum Zwangs-Test. Was man zu betroffenen Ländern, Kosten und Strafen wissen sollte.
Von Allgäuer Zeitung
08.08.2020 | Stand: 17:09 Uhr

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen sich Einreisende aus internationalen Risikogebieten künftig bei der Rückkehr nach Deutschland testen lassen. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an. Wer sich nicht testen lässt, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Hier die wichtigsten Fakten zur neuen Test-Pflicht.

Ab wann gilt die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer?

Die Corona-Testpflicht gilt ab Samstag, 8. August 2020.

Muss sich jeder testen lassen, der aus dem Urlaub kommt?

Nein, die Testpflicht betrifft nur die Rückkehrer aus Risikogebieten. Für sie gilt: Entweder sie lassen sich schon im Urlaubsland in den 48 Stunden vor der Abreise testen. Dann müssen sie den Test aber selbst bezahlen. Oder sie lassen sich bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland testen. Das ist dann kostenlos.

Welche Länder gelten als Corona-Risikogebiete?

Die Liste dieser Länder, die ständig aktualisiert wird, ist lang. Betroffen sind zum Beispiel:

  • Türkei
  • Ägypten
  • USA
  • Russland
  • Bosnien-Herzegowina
  • Luxemburg
  • Serbien
  • Die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra. Mallorca und auch die Kanaren gelten derzeit nicht als Risikogebiete.

Urlauber sollten zur Sicherheit kurz vor der Abreise auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts prüfen, ob ihr Zielland zum Risikogebiet erklärt wurde. Dort gibt es eine Liste, die ständig aktualisiert wird: zur Liste.

Wo kann ich mich testen lassen?

  • Am Münchner Flughafen etwa konnten Reisende schon bisher einen kostenpflichtigen Corona-Test machen. Dieses Angebot wird nun kostenfrei vom Freistaat zur Verfügung gestellt.
  • Auch am Nürnberger Flughafen hat die Staatsregierung begonnen, ein Testzentrum einzurichten.
  • Am Flughafen Memmingen gibt es ebenfalls Test-Möglichkeiten. Hier ein Bericht von vor Ort.
  • An den Bahnhöfen in München und Nürnberg sowie an den Raststätten Inntal-Ost, Hochfelln-Nord und Donautal-Ost gibt es ebenfalls Teststationen.
  • Tests sind auch in Gesundheitsämtern oder Arztpraxen möglich. Teststellen soll man zudem unter der ärztlichen Servicetelefonnummer 116 117 erfragen können.

Wie geht es nach dem Test weiter?

Bei dem Corona-Test nehmen Helfer mit einem Stäbchen Abstriche aus Nase oder Rachen, die dann auf Erbgut des Erregers Sars-CoV-2 untersucht werden. Die Proben werden zur Auswertung in ein Labor geschickt. Die Urlauber können ihre Heimreise fortsetzen und werden benachrichtigt, sobald die Testergebnisse vorliegen.

Sollte es einen positiven Befund geben, wird der Betroffene und das zuständige Gesundheitsamt informiert, das dann die notwendigen Maßnahmen, etwa eine Quarantäne, anordnet.

Wie sicher sind die Tests?

Ein einzelner Test liefert keine verlässliche Aussage darüber, ob eine Person das Virus in sich trägt. Es kann vorkommen, dass das Virus bei einem erst kürzlich Infizierten zum Testzeitpunkt noch nicht nachweisbar ist. Daher ist ein Wiederholungstest fünf bis sieben Tage nach der Einreise sinnvoll.

Corona-Test nach dem Urlaub: Wer übernimmt die Kosten?

In Bayern hat der Freistaat angekündigt, die Kosten zu übernehmen, soweit sie nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden. Bei den Tests an Flughäfen wird überlegt, zumindest Kosten für die Infrastruktur vor Ort „perspektivisch“ über die Flughafengebühren auf die Ticketpreise umzulegen. Hierfür prüfe der Bund die Schaffung einer Rechtsgrundlage, heißt es im Beschlusspapier der Minister.

Was ist, wenn ich mich nicht testen lasse?

Wer sich dem Test verweigert, muss mit einem Bußgeld rechnen. Bis zu 25.000 Euro sind möglich.

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