Hochwasser-Katastrophe in Westdeutschland

Nach Vorwürfen: Westdeutscher Rundfunk räumt Lücken in Berichterstattung ein

Der Westdeutsche Rundfunk hat Lücken bei der Berichterstattung über die Starkregen-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen eingeräumt - zugleich wies der Sender aber darauf hin, dass er selbst von dem Unwetter betroffen gewesen sei.

Der Westdeutsche Rundfunk hat Lücken bei der Berichterstattung über die Starkregen-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen eingeräumt - zugleich wies der Sender aber darauf hin, dass er selbst von dem Unwetter betroffen gewesen sei.

Bild: Marius Becker, dpa

Der Westdeutsche Rundfunk hat Lücken bei der Berichterstattung über die Starkregen-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen eingeräumt - zugleich wies der Sender aber darauf hin, dass er selbst von dem Unwetter betroffen gewesen sei.

Bild: Marius Becker, dpa

Kritiker werfen dem größten ARD-Sender vor, die Bürger von NRW in der Starkregen-Nacht nicht genügend informiert zu haben. Der WDR räumt Defizite ein.
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dpa
15.07.2021 | Stand: 17:08 Uhr

Der Westdeutsche Rundfunk hat Lücken bei der Berichterstattung über die Starkregen-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen eingeräumt - zugleich wies der Sender aber darauf hin, dass er selbst von dem Unwetter betroffen gewesen sei. Der Sender reagierte damit auf Vorwürfe in sozialen Netzwerken und Kritik aus der Medienbranche.

"Wir teilen die Einschätzung, dass der WDR noch umfangreicher aus Wuppertal hätte berichten müssen, allerdings war das dortige WDR-Studio selbst so stark vom Unwetter betroffen, dass es ab 3.00 Uhr in der Nacht nicht mehr selber senden konnte", sagte eine WDR-Sprecherin in Köln am Donnerstag auf dpa-Anfrage. "Übernommen haben die Studios in Düsseldorf und Köln, um mit Regionalnachrichten die Bevölkerung im Bergischen Land informieren zu können. Dafür liefern WDR-Reporter, die in Wuppertal unterwegs sind, die Informationen zu." Das Studio Wuppertal sollte ab dem Nachmittag wieder sendefähig sein, teilte der WDR weiter mit.

Vorwürfe in Sozialen Netzwerken gegen WDR

In sozialen Netzwerken mehrten sich Vorwürfe, dass der größte ARD-Sender trotz sich zuspitzender Lage in Wuppertal und anderen Orten in der Nacht zum Donnerstag nicht genügend Sondersendungen im Programm gehabt habe.

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Dem hielt der Sender am Donnerstag entgegen: "In der Nacht hat der WDR im Netz auf WDR.de und bei WDRaktuell zur Situation in Wuppertal, Euskirchen und Rhein-Sieg-Kreis aktualisierte Infos gepostet und alle 30 Minuten monothematische Sonderausgaben der Radio-Nachrichten auf allen Wellen gesendet." Beim Jugendsender 1Live sei das Thema die ganze Nacht lang mit Beiträgen in der jungen Nacht der ARD für ganz Deutschland begleitet worden. "Die ARD Nacht-Programme, wie die ARD Info Nacht, wurden aus dem WDR Newsroom mit Informationen versorgt."

Branchendienst spricht von "unterlassener Hilfeleistung"

Der Branchendienst dwdl.de sprach von "unterlassener Hilfeleistung". dwdl-Chefredakteur Thomas Lückerath schrieb: "Wenn der finanziell großzügig ausgestattete öffentlich-rechtliche Rundfunk wie hier im Falle des WDR es in akuten Krisensituationen nicht schafft, ein verlässliches Informationsangebot für das Sendegebiet zu liefern, was wohl unbestritten zur Kernaufgabe gehört, dann wird bei all den Sparbemühungen der Häuser, an den falschen Stellen gespart."

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Der frühere Leiter und Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios Berlin, Ulrich Deppendorf, wandte sich mit seiner Kritik an die ARD: "Die schwersten Unwetter in Deutschland und im Ersten der ARD gibt es keinen Brennpunkt! Ist das die neue "Informations-Offensive" der neuen ARD-Programmdirektion? So beschädigt man die Informationskompetenz der ARD."

So reagiert ein ARD-Sprecher auf die Kritik

Ein ARD-Sprecher entgegnete, man habe am Mittwoch "ausführlich in den Nachrichtensendungen und in den non-linearen Formaten der "Tagesschau" über das Unwetter/Hochwasser berichtet". Auch für den Donnerstag "verlängerte "Tagesschau"-Ausgaben um 12 und 15 Uhr" sowie einen "Brennpunkt" am Abend geplant.

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