Internationaler Frauentag 2022

Vier Erfinderinnen und ihre Geschichten, die unsere Welt veränderten

Von den Erfindungen dieser Frauen profitieren wir bis heute noch.

Von den Erfindungen dieser Frauen profitieren wir bis heute noch.

Bild: IMAGO, Historical Views/agefotostock/Courtesy Everett Collection/Polyfilm, dpa/Post of Romania, Wikimedia Commons (Archiv)

Von den Erfindungen dieser Frauen profitieren wir bis heute noch.

Bild: IMAGO, Historical Views/agefotostock/Courtesy Everett Collection/Polyfilm, dpa/Post of Romania, Wikimedia Commons (Archiv)

Ob beim Autofahren oder Arbeiten mit dem PC: So manche Erfindung aus Frauenhand prägt uns bis heute. Hätten Sie's in diesen vier Fällen gewusst?
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Von Allgäuer Zeitung
08.03.2022 | Stand: 09:57 Uhr

Wer den Buchdruck erfunden hat oder welche bahnbrechende Theorie der Physiker Albert Einstein der Welt vermacht hat, ist hinreichend bekannt. Welche Frauen dagegen eine Erfindung machten, die für Autofahrer oder Technologiehersteller unverzichtbar ist, wissen wohl die wenigsten. Und das, obwohl wir noch heute von ihren Entdeckungen im täglichen Leben profitieren. Das sind vier Erfinderinnen und ihre Geschichten.

Mary Anderson: die Erfindung des Scheibenwischers

Ohne sie wären die Autofahrten vor allem im Winter unangenehmer:  Mary Anderson (circa 1910). Die Amerikanerin gilt als Erfinderin der Scheibenwischanlage.
Ohne sie wären die Autofahrten vor allem im Winter unangenehmer:  Mary Anderson (circa 1910). Die Amerikanerin gilt als Erfinderin der Scheibenwischanlage.
Bild: IMAGO, Historical Views/agefotostock

Dass Autofahrer trotz schlechtem Wetter klare Sicht behalten, haben sie Mary Anderson (1866-1953) zu verdanken. Die amerikanische Unternehmerin fuhr im Winter im Jahre 1902 in einer New Yorker Straßenbahn, als sie bemerkte, dass es dem Fahrer der Straßenbahn aufgrund des Eisregens schwer fiel, einen freien Blick nach draußen zu haben. Als Notlösung fuhr er mit offener Windschutzscheibe. Dadurch drangen zwar Kälte und Nässe in den Innenraum ein, andererseits musste der Fahrer nicht die Bahn stoppen, um die Scheibe freizumachen, was zu Verzögerungen geführt hätte.

Als Lösung für dieses Problem skizzierte Anderson einen Gummiwischer, den der Führer eines Fahrzeugs von Innen aus betätigen konnte. Nur ein Jahr später, im Jahre 1903, erhielt Anderson das Patent für die erste funktionierende Scheibenwischeranlage der Welt.

Ada Lovelace: die erste Computerprogrammiererin der Welt

Ada Lovelace, gezeichnet im 1836 von Margaret Carpenter. Ohne sie wäre die heutige Computer-Technologie eine andere.
Ada Lovelace, gezeichnet im 1836 von Margaret Carpenter. Ohne sie wäre die heutige Computer-Technologie eine andere.
Bild: IMAGO, Courtesy Everett Collection (Archiv)

Tagtäglich arbeiten wir mit Computern, Apps und Webseiten. Dass wir das heute in diesem Umfang und in dieser Form tun können, wäre ohne die Mathematikerin Ada Lovelace (1815-1852) nicht denkbar gewesen. Lovelace war die Assistentin des englischen Mathematikers und Erfinders Charles Babbage, den die Intelligenz und das analytischen Können der Frau beeindruckte. Auf Bitte ihres Mentors hin übersetzte Lovelace eine im Jahr 1843 erschienene Beschreibung zur „Analytical Engine" vom Franzözischen ins Englische.

Diese von Babbage konzipierte Rechenmaschine gilt als Vorläufer des modernen Computers. Obwohl sie nie gebaut wurde, erkannte Lovelace das Potenzial dahinter und ergänzte den Text mit eigenen Anmerkungen, wie die Maschine funktionieren könnte. In ihren umfangreichen Notizen entwarf Lovelace zudem ein Programm, mit dessen Hilfe die Rechenmaschine die Bernoulli-Zahlen berechnen könnte. Dieser Algorithmus zählt heute als erstes Computerprogramm der Welt. (Lesen Sie auch: Was heißt es, Feministin zu sein?)

Hedy Lamarr: berühmte Schauspielerin entwickelte die Drahtlostechnologie

Nicht nur Schauspielerin, sondern auch Erfinderin: Hedy Lamarr sorgte unter anderem dafür, dass es heute Bluetooth gibt.
Nicht nur Schauspielerin, sondern auch Erfinderin: Hedy Lamarr sorgte unter anderem dafür, dass es heute Bluetooth gibt.
Bild: Polyfilm, dpa (Archiv)

Auch Hedy Lamarr (1914-2000) trug mit ihrer Erfindung im Bereich der Drahtlostechnologie einen wesentlichen Beitrag zum technischen Fortschritt bei. Dass es heute möglich ist, per WLAN, Bluetooth oder GPS Daten drathlos zu übermitteln, ist der österreich-amerikanischen Schauspielerin ("Samson und Delilah") geschuldet.

Die Tochter österreichischer Juden stellte sich im Zweiten Krieg klar auf die Seite der Aliierten. Um diese zu unterstützen, entwarf Lamarr gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil ein System, um Torpedos vor dem Feind zu schützen und obendrein störungsfreier zu machen. Dazu enwickelte sie eine Funksteuerung, bei der selbstständig wechselnden Frequenzen dafür sorgen , dass die Torpedos nicht so leicht von außen angepeilt werden konnten. Tatsächlich griff das Militär nie auf Lamarrs Erfindung zurück, doch ihr Konzept des Frequenzwechsels kommt heutzutage unter anderem bei der Bluetooth-Technologie zum Einsatz. (Lesen Sie auch: Weltfrauentag am Dienstag ist nur in einem Bundesland Feiertag)

Josephine Cochrane: Die Entwicklerin des Geschirrspülers

Dank der Erfindung des Geschirrspülers wurde Josephine Cochrane sogar die Verewigung auf einer rumänischen Briefmarke zuteil.
Dank der Erfindung des Geschirrspülers wurde Josephine Cochrane sogar die Verewigung auf einer rumänischen Briefmarke zuteil.
Bild: Post of Romania, Wikimedia Commons (Archiv)

Ihre Erfindung findet sich in nahezu jedem Haushalt: die wohlhabende Josephine Cochrane (1839-1913) hatte genug davon, dass beim händischen Abwasch ihr wertvolles Geschirr beschädigt oder gar zerstört wurde. Weil sie die Arbeit allerdings auch nicht selbst erledigen wollte, erfand sie einfach kurzerhand ein Gerät, dass den unliebsame Aufgabe übernehmen sollte.

Auf einem wasserdichten Kupferkessel installierte sie ein Rad, auf dem Drahtkörbe befestigt waren. In diesen sollte das Geschirr Platz finden. Wurde Cochranes Maschine angekurbelt - erst per Hand, später dann mit Motor -, wurden die Körbe in Bewegung gesetzt, wobei das Geschirr zeitgleich mit Wasser und Seife bespritzt wurde. Cochrane ließ sich die Maschine 1886 auf ihren Namen patentieren. 1893 wurde der Erfinderin des „Cochrane Dishwasher“ auf der Weltausstellung in Chicago mit dem Preis für „die beste mechanische Konstruktion, Haltbarkeit und Zweckentsprechung“ ausgezeichnet. (Lesen Sie auch: Diese Veranstaltungen sind zum Weltfrauentag im Ostallgäu geplant)

Weltfrauentag 8. März 2022: Hier ist internationaler Frauentag gesetzlicher Feiertag