Fall Maddie

Mordermittlung: Staatsanwaltschaft geht vom Tod Maddies aus

ARCHIV - Kate und Gerry McCann zeigen am 06.06.2007 in Berlin während einer Pressekonferenz in Berlin ein Bild ihrer verschwundenen Tochter Madeleine (Maddie). Auch zehn Jahren nach dem Verschwinden von Maddie hat die Londoner Polizei die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Die Dreijährige verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Ferienlage in Portugal. (zu dpa «Scotland Yard: Hoffnung im Fall Maddie noch nicht aufgegeben» vom 26.04.2017) Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

Kate und Gerry McCann zeigen am 06.06.2007 in Berlin während einer Pressekonferenz in Berlin ein Bild ihrer verschwundenen Tochter Madeleine (Maddie).

Bild: Soeren Stache, dpa

Kate und Gerry McCann zeigen am 06.06.2007 in Berlin während einer Pressekonferenz in Berlin ein Bild ihrer verschwundenen Tochter Madeleine (Maddie).

Bild: Soeren Stache, dpa

Vor über zehn Jahren verschwand die dreijährige Maddie spurlos in Portugal. Jetzt gibt es neue Ermittlungsansätze. Die Spuren führen nach Deutschland.

dpa
04.06.2020 | Stand: 14:15 Uhr

Nach über zehn Jahren gibt es neue Erkenntnisse im Fall Maddie. 2007 war die Dreijährige spurlos in Portugal verschwunden. Nun hält die Staatsanwaltschaft Braunschweig Madeleine "Maddie" McCann für tot. Die Ermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen würden wegen Mordverdachts geführt. Daran könne man auch erkennen: "Wir gehen davon aus, dass das Mädchen tot ist", sagte der Staatsanwalt und Sprecher der Behörde, Hans Christian Wolters, am Donnerstag vor Journalisten in Braunschweig.

Die Ermittlungen richteten sich gegen einen wegen sexueller Straftaten verurteilten Mann, der nach dpa-Informationen in Kiel in hinter Gittern ist. Er lebte im Zeitraum des Verschwindens an der portugiesischen Algarve. Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Maddie verschwand 2007 in Portugal

Fragen beantwortet der Sprecher am Donnerstag nicht. Er verlas lediglich eine knappe Pressemitteilung, die bereits am Mittwochabend veröffentlicht wurde. Aufgrund der aktuellen Ermittlungen könnten keine Fragen zugelassen werden, er könne nicht in Form einer Pressekonferenz Rede und Antwort stehen. Er hoffe auf Verständnis.

Maddie verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz. Die Eltern waren zu der Zeit in einem nahe gelegenen Restaurant essen. Die Ermittler waren von einer Entführung ausgegangen. Zeitweise standen auch die Eltern selbst unter Verdacht.

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) lebte der Beschuldigte zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve unter anderem einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. "Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ging er in dieser Zeit im Raum Lagos mehreren Gelegenheitsjobs, unter anderem in der Gastronomie, nach", teilte das BKA mit.

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Chronologie des Falls Maddie McCann

Nach Informationen der "Braunschweiger Zeitung" (Donnerstag) soll es sich bei dem Beschuldigten um einen Mann handeln, der Ende 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen Vergewaltigung einer damals 72-jährigen Amerikanerin im Jahr 2005 in Praia da Luz zu sieben Jahren Haft verurteilt worden sei. Darauf deute vieles hin, so die Zeitung. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte werfe der Justiz Rechtsfehler im Auslieferungsverfahren vor.

Der Fall Maddie bei "Aktenzeichen XY"

Der Fall Maddie war am Mittwochabend - wie schon früher - Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Auf die Spur des nun Verdächtigen kamen die Ermittler nach eigenen Angaben durch einen Hinweis nach der ZDF-Sendung zum Fall im Oktober 2013. "Die damaligen Informationen reichten nicht für Ermittlungen aus und schon gar nicht für eine Festnahme", sagte BKA-Ermittler Christian Hoppe in der Sendung. Auch ein weiterer Hinweis auf den Tatverdächtigen im Jahr 2017 habe noch nicht gereicht.

Madeleines Eltern hatten sich mit teils emotionalen Aufrufen immer wieder an die Öffentlichkeit gewandt, um Informationen über den Verbleib ihrer Tochter zu erhalten. "Alles, was wir je wollten, ist sie zu finden, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", heißt es in einem Statement der Eltern in der Scotland-Yard-Mitteilung. "Wir werden niemals die Hoffnung aufgeben, Madeleine lebend zu finden, aber was auch immer herauskommen sollte, wir müssen es wissen, weil wir Frieden finden müssen."

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