Unwetter

Unwetter in Deutschland: Verletzte nach mutmaßlichem Tornado in NRW

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Unwettern mit Gewitter, Starkregen und Tornado-Gefahr.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Unwettern mit Gewitter, Starkregen und Tornado-Gefahr.

Bild: Tobias Hart, dpa (Symbolbild)

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Unwettern mit Gewitter, Starkregen und Tornado-Gefahr.

Bild: Tobias Hart, dpa (Symbolbild)

Meteorologen hatten für Freitagabend vor einem Unwetter gewarnt und schlossen Tornados nicht aus - die gab es nun offenbar in NRW, wo Menschen verletzt wurden.
20.05.2022 | Stand: 21:13 Uhr

Gewitter, Starkregen und Orkanböen haben in Teilen Deutschlands schwere Schäden verursacht. Zunächst traf es vor allem in Nordrhein-Westfalen: Im Raum Paderborn wurden nach Polizeiangaben 30 bis 40 Menschen verletzt, davon mindestens zehn schwer. Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) gingen mehrere Meldungen über mutmaßliche Tornados ein, sagte ein DWD-Sprecher. Diese Meldungen müssten aber noch überprüft werden. Im Fernverkehr der Deutschen Bahn gab es Einschränkungen.

In Nordrhein-Westfalen sorgten Starkregen und Orkanböen besonders in Lippstadt und Paderborn für Chaos. "Im Zuge eines Gewitters hat eine Windhose am Freitagnachmittag eine Schneise der Verwüstung von West nach Ost mitten durch Paderborn in Richtung der östlichen Stadtteile gezogen", erklärte die Polizei am frühen Abend. Die Beamten berichteten von Millionenschäden.

Mutmaßliche Tornados richten schwere Schäden in NRW an

Auch im etwa 35 Kilometer entfernten Lippstadt meldete die Feuerwehr einen mutmaßlichen Tornado, der schwere Schäden angerichtet habe. Es habe zerstörte Dächer und umgestürzte Bäume im gesamten Stadtgebiet gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher. Fensterscheiben platzten und Autos wurden durch herabfallende Äste zerstört. Teils seien die Bäume schon am Stamm umgeknickt, berichtete die Gemeinde Altenbeken bei Paderborn - wie von der Hand eines Riesen getroffen. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums sagte, neben Paderborn und Lippstadt seien keine weiteren Orte bekannt, die es ähnlich getroffen habe.

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Für Teile des Bundeslandes hatte der DWD im Zuge von Tief "Emmelinde" eine amtliche Unwetterwarnung wegen schwerer Gewitter herausgegeben. Die Meteorologen weiteten die Warnung später auf Teile von Rheinland-Pfalz, Thüringen, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Baden-Württemberg aus.

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Wegen zahlreicher Bäume im Gleis gibt es im Raum Nürnberg erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr. Das teilte die DB Regio Bayern per Twitter mit. Der S-Bahn Verkehr auf den Strecken Neustadt-Aisch-Steinach sowie Bad Windsbach-Wicklesgreuth müsse komplett eingestellt werden.

Schon vor Beginn der Unwetter kam es zum Start ins Wochenende vielerorts in Deutschland zu Beeinträchtigungen. In manchen Regionen fiel am Freitag Unterricht aus – so sollten im Regierungsbezirk Köln die Schulen früher schließen. Einzelne Veranstaltungen wurden abgesagt, darunter eine Kuriosität in Solingen: Dort soll ein coronabedingt ausgefallener Weihnachtsmarkt nun erst ab Samstag und somit einen Tag später als geplant nachgeholt werden. Auch für den Reiseverkehr wurde mit Behinderungen gerechnet: Die Deutsche Bahn stellte ihre Kundschaft auf Verspätungen und Zugausfälle ein.

Welche Gebiete sind vom Unwetter betroffen?

Die Deutsche Bahn erwartete im Westen, der Mitte und im Osten Deutschlands Unwetter-Auswirkungen auf den Schienenverkehr. Fahrgäste, die ihre für Freitag geplante Reise verschieben wollten, könnten ihre gebuchten Fernverkehrstickets bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen. Sitzplatzreservierungen könnten kostenfrei umgetauscht werden, hieß es auf der Website der Bahn.

DWD: Auch im Süden Deutschlands Unwetter möglich

Am Nachmittag ziehen die Gewitter weiter Richtung Osten. Am Abend kann es auch im Süden Deutschlands zu einzelnen kräftigen Gewittern und Unwettern mit Starkregen und Hagel kommen.

"Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien. Verhalten Sie sich sehr vorsichtig, und informieren Sie sich regelmäßig über die Entwicklung der Wettersituation", rät der DWD. Dafür rief der Dienst die Gewitterwarnstufe 4 aus. Für Menschen kann es dabei lebensgefährlich werden.

Unwetter in Deutschland: keine größeren Schäden am Donnerstag

In der Nacht zum Donnerstag kam es nur zu wenigen Unwetterschäden. Im Landkreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, gab es vereinzelt Überschwemmungen.

Auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland kamen vergleichsweise glimpflich davon. In den saarländischen Landkreisen St. Wendel und Neunkirchen kam es zu vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen.

Unwetter in Deutschland: Mann von Blitzeinschlag schwer verletzt

Auf einem Frachtschiff in Duisburg ist ein Mann von einem Blitz schwer verletzt worden. Es handele sich vermutlich um einen Beschäftigten des Schiffs, sagte eine Feuerwehrsprecher am Donnerstag. Er habe sich während des schweren Unwetters am Donnerstagnachmittag in Nordrhein-Westfalen auf dem Frachter aufgehalten. Der Blitz sei auf dem Deck eingeschlagen und habe den Mann dadurch schwer verletzt, so der Sprecher.

Unwetter: Tornados "nicht auszuschließen"

Die Wetterlage bietet laut den Experten Potential für gewaltige Wirbelstürme: Laut Mitteilung sind "die nötigen Zutaten für einen Tornado" vorhanden. Auch auf Twitter schreibt der DWD, Tornados seien "nicht auszuschließen". Wann und wo ein Tornado auftreten könne, ließe sich aber nicht sagen. Wetterexperte Jörg Kachelmann warnte bei Spiegel Onlinevor "tödlichen Gefahren" im Zusammenhang mit Tornados. "Sehen Sie einen Tornado– nächsten Keller aufsuchen! Auch deutsche Tornados töten. Es ist ein nicht erstrebenswerter Blöd-Tod, wenn Sie wegen 50 Euro für das Video sterben wollen", so der 63-Jährige gegenüber dem Nachrichtenportal. Kachelmann sagt zudem voraus, dass die Wetterlage am Freitag nochmal schlimmer werde als am Donnerstag.

Am Wochenende, vermutlich über den Samstag hinweg, wird sich das Wetter dann allmählich beruhigen. Die Schauer und Gewitter wandern dann Richtung Alpenrand. Bereits zu Wochenbeginn hatte es in Teilen Deutschlands Unwetterwarnungen gegeben. (mit dpa)

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