Corona-Krise

Vermeidbare Gesundheitsrisiken erhöhen Corona-Todesrisiko

Zu den zentralen Risikofaktoren für vorzeitige Todesfälle zählt in Deutschland laut einer Studie Bluthochdruck.

Zu den zentralen Risikofaktoren für vorzeitige Todesfälle zählt in Deutschland laut einer Studie Bluthochdruck.

Bild: picture alliance/Jana Bauch/dpa

Zu den zentralen Risikofaktoren für vorzeitige Todesfälle zählt in Deutschland laut einer Studie Bluthochdruck.

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Die Corona-Pandemie trifft auf eine Weltbevölkerung, deren Gesundheit ohnehin schon gefährdet ist. Das ist das Fazit einer der größten Gesundheitsstudien.
Zu den zentralen Risikofaktoren für vorzeitige Todesfälle zählt in Deutschland laut einer Studie Bluthochdruck.
dpa
16.10.2020 | Stand: 07:07 Uhr

Besondere Risikofaktoren seien Übergewicht, ein zu hoher Blutzuckerwert, mangelnde Bewegung und Luftverschmutzung durch Feinstaub sowie die damit einhergehenden Krankheiten. Jene Faktoren bedrohten zudem die gesundheitlichen Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Studienserie "Global Burden of Disease", die in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde.

"Viele dieser Risikofaktoren sind vermeidbar und behandelbar, und ihre Bekämpfung wird enorme soziale und wirtschaftliche Vorteile bringen", kommentiert Studienleiter Christopher Murray von der University of Washington in Seattle. Für Deutschland stellt die Studie folgende zentrale Ergebnisse fest:

  • LEBENSERWARTUNG:

Deutschland gehörte 2019 weltweit zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung (Frauen 83,5 Jahre, Männer 78,9 Jahre). Allerdings liegt diese für Männer, die 2019 geboren wurden, um 0,3 Jahre niedriger, als es der soziodemografische Index, der sich etwa aus Einkommen und Schuljahren ergibt, erwarten ließe. Die Zahl der Jahre gesunder Lebenserwartung - also der Jahre, die jemand erwarten kann, in Gesundheit zu leben - liegt laut Studie bei 69,5 Jahren.

  • NICHTÜBERTRAGBARE KRANKHEITEN:

Diese sind heute für über 80 Prozent aller vorzeitigen Todesfälle und schlechten Gesundheitszustände in Europa verantwortlich. Für Deutschland nennen die Autoren als fünf Haupttodesursachen durch nicht übertragbare Krankheiten koronare Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Lungenkrebs, Alzheimer und andere Demenzerkrankungen sowie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen.

  • RISIKOFAKTOREN:

Die zentralen Risikofaktoren für vorzeitige Todesfälle und schlechte Gesundheitszustände waren in Deutschland 2019 Tabakkonsum, Bluthochdruck, hoher Blutzucker, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) und eine ungünstige Ernährung.

Zusammengefasst zeige die Studie, so die Autoren, dass sich die Welt mit Blick auf die bis dahin stetig steigende Lebenserwartung an einem Wendepunkt befinden könnte. Sie empfehlen daher, dringend Maßnahmen zur Bekämpfung des globalen Zusammenspiels aus chronischen Krankheiten, sozialen Ungleichheiten und Covid-19 zu ergreifen.

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