Für nichts zu schade?

Viele trauen Trump ein falsches Spiel mit Corona-Ansteckung zu

Aus aller Welt werden Stimmen laut, die bezweifeln, dass US-Präsident Donald Trump tatsächlich Corona hat. Sie vermuten eher politisches Kalkül hinter der vermeldeten Erkrankung.

Aus aller Welt werden Stimmen laut, die bezweifeln, dass US-Präsident Donald Trump tatsächlich Corona hat. Sie vermuten eher politisches Kalkül hinter der vermeldeten Erkrankung.

Bild: picture alliance/Alex Brandon/AP/dpa (Archiv)

Aus aller Welt werden Stimmen laut, die bezweifeln, dass US-Präsident Donald Trump tatsächlich Corona hat. Sie vermuten eher politisches Kalkül hinter der vermeldeten Erkrankung.

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Hat er's wirklich? Trump-Kritiker aus aller Welt vermuten, dass der US-Präsident die Infektion mit dem Corona-Virus nur vortäuscht. Wieso er das tun sollte.
Aus aller Welt werden Stimmen laut, die bezweifeln, dass US-Präsident Donald Trump tatsächlich Corona hat. Sie vermuten eher politisches Kalkül hinter der vermeldeten Erkrankung.
dpa
02.10.2020 | Stand: 18:41 Uhr

Donald Trump ist in den vergangenen vier Jahren häufig mit Dingen an die Öffentlichkeit getreten, die nicht oder zumindest nicht vollends der Wahrheit entsprachen. Jetzt hat er seine Ansteckung mit dem Coronavirus publik gemacht. Und auch diesmal glauben ihm viele nicht - obwohl es diesmal bisher keinerlei Anlass gibt, der die Annahme einer öffentlichen Lüge des US-Präsidenten stützen würde.

"Überall auf der Welt zucken die Mundwinkel" twitterte etwa die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer. (Lesen Sie auch: Schadenfreude über Trumps Corona-Infektion: Erfüllt wichtige psychologische Bedürfnisse")

"Warum sollte er diesmal nicht lügen?", fragt etwa der linke Filmemacher Michael Moore auf Facebook. Trump wisse, dass es Sympathien bringe könne, wenn man krank sei. "Dies als Waffe einzusetzen, da steht er nicht drüber", schrieb Moore.

Schon mehrere Staatenlenker haben sich mit Corona-Virus infiziert

Auch der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, wie Trump ein Populist und Corona-Zweifler, hatte sich mit dem Virus infiziert. Wenig später erklärte er sich - ohne größere Symptome entwickelt zu haben - für gesund. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson erwischte es schlimmer - er musste nach einer Corona-Infektion für eine Woche ins Krankenhaus, davon drei Tage auf die Intensivstation. (Lesen Sie hierzu: Wie die Corona-Infektion Boris Johnson verändert hat)

Sowohl bei Bolsonaro als auch bei Johnson gingen die Sympathiewerte anschließend nach oben, wie unter anderem das Institut YouGov am Freitag auf Twitter deutlich machte. "Seine schnelle Genesung bestärkt die Behauptung, dass die Pandemie gar nicht so schlimm ist", sagte Oliver Steunkel von der Getulio-Vargas-Stiftung in Sao Paulo im September der "Financial Times".

Wie wahrscheinlich sei es, dass dies auch für Trump gelte, so YouGov weiter. "Das lässt sich unmöglich sagen, nicht zuletzt, weil Trump nicht notwendigerweise ins Krankenhaus gelangt, außerdem steckt er mitten im Wahlkampf."

Persönlicher Kontakt zu Wählern während Quarantäne kann weniger Stimmen bedeuten

Trumps persönliche Präsenz bei Wahlkampfauftritten und auch beim Einsammeln von Spenden ist für den US-Präsidenten normalerweise Gold wert. Die Zeit in der Quarantäne könnte ihm - der in den Umfragen immer weiter hinter seinen Rivalen Joe Biden zurückfällt - am Ende fehlen. "Jede Art von konventionellem Wahlkampf des Präsidenten steht derzeit nicht zur Debatte", schreibt etwa der Kommentator Niall Stanage von der Politik-Webseite "The Hill".

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Das erste TV-Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump

Auch die nächste Fernsehdebatte mit Herausforderer Biden, terminiert für den 15. Oktober, dürfte nicht wie geplant stattfinden. Gegen einen "Hoax" wie die Amerikaner sagen spricht auch, dass allein schon die Kunde von der Ansteckung - geschweige denn einer möglichen Erkrankung Trumps - massive negative Folgen hat - etwa einen Einbruch der Börsenkurse. Aber auch Fragen der Nationalen Sicherheit sind berührt.