Porträt

Warum sich Influencerin Diana zur Löwen für mehr Therapieplätze einsetzt

Diana zur Löwen veröffentlicht Beiträge auf Instagram, YouTube und Tik Tok.

Diana zur Löwen veröffentlicht Beiträge auf Instagram, YouTube und Tik Tok.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa

Diana zur Löwen veröffentlicht Beiträge auf Instagram, YouTube und Tik Tok.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa

Diana zur Löwen wurde mit Mode-Videos bekannt. Heute ist sie vor allem Politik-Erklärerin. Jetzt richtet sie einen Appell an die Ampel-Koalitionäre.
12.11.2021 | Stand: 16:40 Uhr

Sie habe Glück gehabt, schreibt Diana zur Löwen auf ihrem Instagram-Profil. Glück, dass sie, als sie Hilfe brauchte, nur 15 Wochen auf einen Therapieplatz warten musste, nicht 22 oder 24. Denn das ist die durchschnittliche Zeit, die Menschen in Deutschland ausharren müssen, wenn sie eine von der Krankenkasse bezahlte Psychotherapie beginnen wollen.

Eine lange Zeit, zu lang, findet Diana zur Löwen, 26 Jahre alt und eine der bekanntesten Influencerinnen Deutschlands. Sie produziert Bilder und Videos für Instagram, Youtube oder TikTok, allein auf Instagram haben eine Million Menschen ihren Kanal abonniert. Um auf die lange Wartezeit bei Therapieplätzen aufmerksam zu machen, hat die Unternehmerin eine Petition gestartet. Die Forderung: Die neue Regierung soll mehr Plätze schaffen, das Thema mentale Gesundheit in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden. Innerhalb weniger Tage haben rund 80.000 Menschen die Petition unterschrieben, darunter prominente Unterzeichnerinnen wie Schauspielerin Nora Tschirner.

Diana zur Löwen startet Petition für mehr Therapieplätze

Diana zur Löwen spricht nicht zum ersten Mal über ihre eigene psychische Gesundheit. Auf ihrem Instagram-Profil schreibt die 26-Jährige offen darüber, wie es ihr geht und mit welchen Problemen sie kämpft. Mit ihrem Themenmix aus Politik, Feminismus und Mode gehört zur Löwen zu den einflussreichsten „Sinnfluencern“ in Deutschland, zu einer Gruppe von Influencern also, die sich verstärkt mit Nachhaltigkeit und Selbstliebe beschäftigen und sich mit der Klimabewegung „Fridays for Future“ solidarisieren. Zur Löwen sieht sich selbst als eine Art „Übersetzerin“, hat sie einmal dem Spiegel erzählt. „Ich will Interesse wecken und die Hemmschwelle senken, damit die Leute sich mehr mit Politik befassen.“ Dafür nutzt sie die klassischen Mittel der sozialen Medien, dreht schnelle Videos und veröffentlicht professionelle Fotos von sich.

Vor einigen Jahren war das noch anders. Da zeigte zur Löwen vor allem, wie sie sich kleidet, welches Make-up sie benutzt. Ihr Weg hat ähnlich wie der vieler Youtuberinnen und Influencer begonnen: Mit 14 begann sie zu bloggen, mit 16 nahm sie die ersten Internet-Videos auf, damals noch zu Hause in einem kleinen Ort in Hessen. Doch irgendwann, hat sie der taz erzählt, habe sie gemerkt, dass sie eine Verantwortung habe und selbst etwas bewegen könne. „Da habe ich mir gesagt: Okay, es gibt bestimmte Dinge, über die ich selbst auch noch gar nicht so viel weiß, und ich kann bei meinem eigenen Lernprozess meine Zuschauer einfach mitnehmen.“

Politisiert hat sich Diana zur Löwen auch durch Fridays for Future

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Politisiert hat zur Löwen sich nach eigener Aussage durch die Klimabewegung. Da habe sie gemerkt, dass sie lauter werden müsse, damit die Politik sie auch hört, sagt sie. Laut werden will sie nun auch mit der Petition für mehr Therapieplätze. Ob sie jemand hört, werden allerdings erst die nächsten Wochen zeigen. (schsa)