Niederlande

Willem-Alexander ist der König der Corona-Patzer

König Willem-Alexander und seine Tochter, Prinzessin Amalia der Niederlande.

König Willem-Alexander und seine Tochter, Prinzessin Amalia der Niederlande.

Bild: Albert Nieboer, Royal Press Europe, dpa

König Willem-Alexander und seine Tochter, Prinzessin Amalia der Niederlande.

Bild: Albert Nieboer, Royal Press Europe, dpa

Willem-Alexander, Monarch der Niederlande, fliegt trotz Virus in den Urlaub, scherzt ohne Maske und feiert mit zu vielen Gästen. Das wird für ihn zum Problem.
21.12.2021 | Stand: 09:34 Uhr

Und schon wieder ein Fettnäpfchen! Klar, der 18. Geburtstag ist einer der besonderen im Leben, das ist in Deutschland so und in den Niederlanden auch. Man sollte ihn feiern, man darf sich mit Champagner begießen oder mit Jenever, dem holländischen Wacholderschnaps, man darf Freunde einladen – aber halt nicht, wenn Corona ist.

Dem niederländischen König Willem-Alexander, 54, ist all dies nur leider erst bewusst geworden, nachdem die Party für seine Tochter Amalia längst vorbei war. Nach reiflicher Überlegung sei „das keine gute Idee gewesen“, die Feier so zu organisieren, schrieb der Monarch des Tulpenstaats vor ein paar Tagen an den niederländischen Premierminister Mark Rutte. Die künftige Thronfolgerin hatte ihren 18. Geburtstag mit – nach Angaben des Palastes – 21 geimpften und getesteten Gästen in einem Park gefeiert. Ihre Untertanen saßen derweil traurig zu Hause und durften maximal drei Gäste empfangen.

Früher war Willem-Alexander ein wenig wie Prinz Harry

Willem-Alexander ist ein geselliger König. Bevor er 2013 den Thron bestieg, war er so was wie der Prinz Harry der Niederlande gewesen. Nicht immer ohne Tadel, liebte er Partys und Frauen ohne Verbindung zum Adel. Vielleicht hat sich Harry in England manchmal einen Vater wie Willem-Alexander gewünscht.

Der Sohn von Ex-Königin Beatrix und dem 2002 gestorbenen PrinzClaus, der sein Geschichts- und Politikstudium an der Uni Leiden mit „befriedigend“ abschloss und seine Doktorarbeit wohl nicht ohne Grund nicht in öffentlichen Bibliotheken auslegen wollte, ist seit April 2013 König. Willem-AlexanderClaus George Ferdinand, der erste männliche Nachkomme in der niederländischen Monarchie seit weit mehr als hundert Jahren. Doch das Image des Nicht-ganz-Perfekten, das die Menschen so mochten, wird ihm jetzt zum Verhängnis.

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Während zu Beginn der Pandemie mehr als drei Viertel der Niederländerinnen und Niederländer Vertrauen zu Willem-Alexander hatten, waren es zuletzt nur noch 57 Prozent, Tendenz sinkend. Was dazwischen geschah: Im Oktober 2020 hatten der König, seine Frau Máxima und ihre drei Töchter in Griechenland Urlaub gemacht, obwohl ihre Untertanen wegen Corona zu Hause bleiben sollten. Im Frühjahr 2021 alberte das Paar ohne Maske mit Grundschulkindern herum. Und bei der Fußball-EM im Juni hielt Willem-Alexander auf einer Fanmeile die Abstände nicht ein. Jedes Mal bedauerte er seine Verstöße glaubwürdig, ist wie seine Familie geimpft.

In normalen Zeiten mag ein König mit kleinen Schwächen und einem Hang zur Geselligkeit auf sein Volk wirken, als wäre er einer von ihnen. Die politischen Köpfe seines Landes, die gerade wieder einen Komplett-Lockdown verhängen mussten, fordern aber ganz klar: Wenn er das sein will, einer von ihnen, dann muss er sich auch wie ein normaler Bürger an die Regeln halten.

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