Corona-Pandemie

Angaben zu freien Intensivbetten nicht immer korrekt - Experte warnt vor Problemen

29.10.2020, Tschechien, Zlin: Medizinisches Personal in Schutzkleidung arbeitet auf einer Intensivstation im Regionalkrankenhaus Tomas Bata, wo Patienten mit Covid-19-Erkrankung versorgt werden. Foto: Dalibor Glück/CTK/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ |

29.10.2020, Tschechien, Zlin: Medizinisches Personal in Schutzkleidung arbeitet auf einer Intensivstation im Regionalkrankenhaus Tomas Bata, wo Patienten mit Covid-19-Erkrankung versorgt werden. Foto: Dalibor Glück/CTK/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ |

Bild: picture alliance/Dalibor Glück/CTK/dpa

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Die Angaben der Kliniken zur Zahl belegbarer Intensivbetten sind offenbar nicht immer korrekt.
dpa
11.11.2020 | Stand: 10:49 Uhr

Darauf weist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hin. Hinweise und Stichproben zeigten, dass mitunter auch Betten als frei gemeldet würden, für die gar kein Pflegepersonal verfügbar sei, sagte DIVI-Präsident Uwe Janssens der Deutschen Presse-Agentur. Das Ausmaß der fehlerhaften Meldungen sei unklar. Krankenhäuser sind seit dem Frühjahr verpflichtet, die Zahl belegbarer Intensivbetten täglich an die DIVI zu melden. Dabei zählt ausdrücklich die Zahl der Betten, für die ausreichend Intensivkräfte für die Betreuung und Behandlung zur Verfügung stehen.

Janssens will sich am Dienstag (12.30 Uhr) in Berlin mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und mehreren Experten zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie äußern. Erwartet werden auch Vertreter des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI) und von Corona-Testlaboren. Spahn hatte zum Start des von Bund und Ländern beschlossenen Teil-Lockdowns am Montag bereits deutlich gemacht, dass es um eine "nationale Kraftanstrengung" gehe. Ziel ist auch, eine Überlastung der Krankenhäuser abzuwenden.

Kliniken laufen noch im Regelbetrieb

Nach Angaben Janssens liefen die Kliniken momentan anders als bei der Infektionswelle im Frühjahr noch im Regelbetrieb. Manche Kliniken meldeten ihre Intensivbetten-Zahl aber offenbar so, als seien sie bereits aus dem Regelbetrieb genommen. Dann würden Eingriffe, die problemlos später stattfinden können, verschoben - und es stehe mehr Intensivpersonal etwa aus der Anästhesie zur Verfügung. "Diesen Zustand haben wir aber momentan noch gar nicht." (Lesen Sie auch: Corona: Wie gut sind die Allgäuer Kliniken auf steigende Patientenzahlen vorbereitet?)

Ein klares Signal der Politik in Form einer erneuten Abkehr vom Regelbetrieb sei überfällig, so Janssens. Dabei gelte es, diesmal nicht nach dem Gießkannenprinzip alle, sondern gezielt die Häuser zu berücksichtigen, die zentral für die Versorgung von Covid-19-Patienten seien.