Entwicklungsminister Müller zieht sich aus der Politik zurück

Entwicklungsminister Gerd Müller will sich aus der Politik zurückziehen.

Entwicklungsminister Gerd Müller will sich aus der Politik zurückziehen.

Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa

Entwicklungsminister Gerd Müller will sich aus der Politik zurückziehen.

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Müller sitzt seit 1994 für den Wahlkreis Oberallgäu im Bundestag - nun will er nicht mehr kandidieren.

Entwicklungsminister Gerd Müller will sich aus der Politik zurückziehen.
dpa
13.09.2020 | Stand: 12:59 Uhr

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat seinen Rückzug aus der Bundespolitik angekündigt. Er werde 2021 nicht mehr für den Bundestag kandidieren, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Parteikreisen. Der 65-Jährige begründete die Entscheidung dem Vernehmen nach damit, dass es Zeit für einen Generationenwechsel sei. "Nach 32 Jahren Verantwortung im Europäischen Parlament und im Deutschen Bundestag möchte ich jetzt einen Generationenwechsel einleiten", erklärte der CSU-Politiker am Sonntag.

Er betonte zugleich: "Bis zum Ende der Legislaturperiode werde ich mein Bundestagsmandat und das Amt des Entwicklungsministers mit voller Kraft weitergestalten." Den geplanten Rückzug aus der Bundespolitik kündigte Müller demnach in seinem Wahlkreis an. Zuvor hatte der Münchner Merkur darüber berichtet.

Müller ist neben Andreas Scheuer und Horst Seehofer einer von drei CSU-Ministern im Bundeskabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Seit CSU-Chef Markus Söder im Januar eine Kabinettsumbildung gefordert hatte, war auch über die politische Zukunft Müllers spekuliert worden. Zuletzt galt er aber wieder als ungefährdet, zumal eine mögliche Kabinettsumbildung ohnehin wegen der Corona-Krise fraglich und mindestens in weite Ferne gerückt ist.

Müller sitzt seit 1994 für den Wahlkreis Oberallgäu im Bundestag

Müller sitzt seit 1994 für den Wahlkreis Oberallgäu im Bundestag, seit Dezember 2013 ist er Bundesminister. In Fragen der Entwicklungshilfe setzte er sich mit seinem Kurs wiederholt von der CSU-Linie ab - zuletzt in der Debatte um die Aufnahme von Migranten aus dem abgebrannten Lager auf Lesbos. Müller forderte, 2000 der Migranten in Deutschland aufzunehmen. Damit stellte er sich auch gegen die Linie der Bundesregierung. Zu Beginn der Corona-Krise forderte er 50 Milliarden Euro für Entwicklungsländer.