Demonstration gegen Impfpflicht

Impfpflicht-Debatte: Weniger Demonstranten als erwartet in Berlin

Mit Polizeiabsperrungen und Wasserwerfern wurde vor der Orientierungsdebatte zur Corona-Impfpflicht im Bundestag das Reichstagsgebäude gesichert.

Mit Polizeiabsperrungen und Wasserwerfern wurde vor der Orientierungsdebatte zur Corona-Impfpflicht im Bundestag das Reichstagsgebäude gesichert.

Bild: Kay Nietfeld, dpa

Mit Polizeiabsperrungen und Wasserwerfern wurde vor der Orientierungsdebatte zur Corona-Impfpflicht im Bundestag das Reichstagsgebäude gesichert.

Bild: Kay Nietfeld, dpa

Über Chatprogramme war seit Wochen für Proteste in Berlin gegen die Corona-Politik geworben worden. Am Ende kommen weniger Demonstranten als erwartet.
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dpa
26.01.2022 | Stand: 18:45 Uhr

Trotz wochenlanger Aufrufe im Internet sind zu Demonstrationen gegen die Impfpflicht in Berlin weniger Teilnehmer gekommen als erwartet. Die Polizei sprach von rund 1500 Demonstranten in verschiedenen Gruppen am Mittwochnachmittag rund um das weiträumig abgesperrte Regierungsviertel in der Innenstadt. Gerechnet hatten die Behörden mit bis zu zehntausend Menschen. Zeitgleich debattierte der Bundestag im Reichstagsgebäude über das Thema.

1600 Polizisten waren im Einsatz, ein Teil davon aus anderen Bundesländern. Weil die Demonstranten ihre Kundgebungen nicht angemeldet hatten und zu einem beträchtlichen Teil auch keine Corona-Masken trugen, stellte die Polizei viele Personalien fest und nahm Anzeigen auf. Es war die Rede von 25 vorläufig Festgenommenen, dabei handelte es sich aber noch um eine vorläufige Zahl.

Polizei: Demos verlaufen weitestgehend störungsfrei

Insgesamt seien die Demonstrationen "weitestgehend störungsfrei" verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin. Es habe allerdings versuchte Durchbrüche gegeben, bei denen die Polizei aggressive Menschen zurückgeschoben und -gedrückt habe. Mit "konsequentem Vorgehen" habe man weitere Teilnehmer von der Teilnahme an den nicht angemeldeten Versammlungen abgeschreckt.

Der Bereich um das Reichstagsgebäude war von der Polizei so weiträumig abgesperrt worden, dass es auch zum Brandenburger Tor keinen Zugang gab. Dort standen in der Nähe mehrere Wasserwerfer bereit. Die Bundespolizei war auf den Bahnhöfen präsent und beobachtete die Lage. Sicherheitskräfte waren auch mit Hunden und auf Pferden unterwegs und es fuhren Polizeiautos durch den Tiergarten.

Demonstranten verweisen auf das Grundgesetz

Auf einem Transparent der Demonstranten stand: "Das Grundgesetz ist die rote Linie". Andere hielten ein Plakat hoch: "Ich bin kein Scheiß Nazi, kein AfD Wähler. Sondern für unsere Grundrechte hier, auch für Deine." An mehreren Stellen gab es laut Polizei Rangeleien, weil Demonstranten gegen die Absperrungen drückten oder sich weigerten, den Anweisungen zu folgen. An einigen Orten hatten sich auch mehrere Dutzend Gegendemonstranten zusammengefunden. "Drosten Ultras" stand etwa auf einem Plakat unter Anspielung auf den Berliner Virologen Christian Drosten.

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