Corona-Pandemie

Impfungen mit Corona-Kinderimpfstoff starten in dieser Woche - Kinderärzte vorbereitet

Kinder impfen ab 5 Jahren: Ab 13. Dezember soll es auch in Deutschland den Biontech-Impfstoff für diese Altersgruppe geben.

Kinder impfen ab 5 Jahren: Ab 13. Dezember soll es auch in Deutschland den Biontech-Impfstoff für diese Altersgruppe geben.

Bild: Jan Woitas, dpa (Symbolfoto)

Kinder impfen ab 5 Jahren: Ab 13. Dezember soll es auch in Deutschland den Biontech-Impfstoff für diese Altersgruppe geben.

Bild: Jan Woitas, dpa (Symbolfoto)

Ab dem 13. Dezember sollen die Kinder-Impfungen mit einem Corona-Impfstoff bundesweit anlaufen. Hier berichten wir über alles Wissenswertes für Eltern.
13.12.2021 | Stand: 06:15 Uhr

Die Kinderimpfungen mit einem Corona-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige sollen in dieser Woche in Deutschland anlaufen. Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Start der Auslieferung des Kindervakzins von Biontech/Pfizer angekündigt. Neben Kinderarztpraxen sind auch in öffentlichen Impfzentren Kinderimpfungen vorgesehen, allerdings nicht überall. Mancherorts sind auch besondere Impf-Aktionen geplant - in Berlin etwa im Zoo oder im Naturkundemuseum, in Niedersachsen im Fußballstadion von Hannover 96 und im Zoo der Landeshauptstadt. Wann es konkret losgeht, unterscheidet sich aber.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag werden über 2,2 Millionen Dosen des Kinderimpfstoffs an die pharmazeutischen Großhandlungen verteilt. Zusätzlich gebe es noch Länderkontingente, die zur Verfügung gestellt werden, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Arztpraxen bestellen die Impfstoffe über die Apotheken. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die sich auf das Ministerium berief, haben die Praxen für diese Woche rund 800 000 Dosen angefordert - diese würden ab Montag bis spätestens Mittwoch komplett ausgeliefert.

Die Kinder- und Jugendärzte stehen bereit, um nun auch Fünf- bis Elfjährige gegen das Coronavirus impfen zu können. "Die Vorbereitungen sind weitestgehend abgeschlossen, weil die Stiko-Empfehlung so erwartet worden war", sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der "Rheinischen Post" (Montag). Fischbach geht davon aus, dass das Gros der Kinder- und Jugendärzte wie schon bei der Impfung von Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mitmachen. Fischbach nannte es richtig, dass auch kommunale Impfstellen mitmachen. "Wir favorisieren allerdings die Impfung in den Praxen, wo die Ärzte ihre Patienten auch kennen. Das ist allemal besser als im seelenlosen Impfzentrum."

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte eine Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren empfohlen, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen. Die Kinderimpfungen sollen in dieser Woche in Deutschland anlaufen.

++++ Hier lesen Sie unseren Ursprungsartikel vom 6. 12. 2021 +++

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Können Kinder zwischen fünf und elf Jahren im Allgäu aktuell bereits gegen das Coronavirus geimpft werden? Diese Frage beschäftigt viele Eltern. Hintergrund: Die europäische Arzneimittelbehörde (Ema) hat den Impfstoff „Comirnaty“ von Biontech/Pfizer vergangene Woche für die genannte Altersgruppe zugelassen. Aktuell gibt es jedoch „noch keine Impfungen“, sagt Stefan Zeller, Obmann der schwäbischen Kinder- und Jugendärzte. Das gilt auch für die Impfzentren im Allgäu, wie eine Umfrage unserer Redaktion ergab.

Die Zurückhaltung hat einen Grund: Die Entscheidung der Ema bedeutet nicht, dass die Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren generell empfohlen wird. Das müssten nationale Regierungen beziehungsweise Gesundheitsbehörden entscheiden, betont die Ema. In Deutschland ist dafür die Ständige Impfkommission (Stiko) zuständig.

Frühestens vor Jahresende will sie ihre Einschätzung abgegeben. „Solange es von der Stiko kein grünes Licht gibt, befinden wir uns in einem juristischen Graubereich. Deshalb warten wir ab“, erklärt der Kemptener Kinderarzt Dr. Thomas Potthast, zugleich Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes Kempten. Weiteres Problem: Den speziell dosierten Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren sollen alle EU-Staaten ab 13. Dezember erhalten - und damit eine Woche früher als ursprünglich geplant. Das teilte Bundesgehsundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch mit. (Mehr dazu lesen Sie in unserem Corona-Newsblog). In anderen Ländern, wie den USA, Israel und Kanada sind die Kinder-Impfungen bereits angelaufen. Erfahrungen und Studien aus diesen Ländern dienen der Stiko bei ihrer Entscheidungsfindung.

Impfungen für Kinder ab 5 Jahren: Kinderarzt verzeichnet viele Anfragen von Eltern - Vorbereitungen laufen auch in Impfzentren im Allgäu

Unabhängig davon werden die Kinder-Impfung in vielen Familien diskutiert. „Wir verzeichnen sehr viele Fragen von Eltern und schon jetzt viele Nachfragen. Diese sammeln wir auf Listen“, sagt Dr. Potthast. Er erwartet, dass die Stiko die Impfung für Fünf- bis Elfjährige zumindest empfiehlt, wenn bestimmte Vorerkrankungen, ein erhöhtes Ansteckungsrisiko oder ein enger Kontakt mit Personen, die sich nicht selbst schützen können, vorliegt. „Die Stiko empfiehlt eine Impfung nur dann, wenn nach genauer Prüfung, der Nutzen höher ist als das mögliche Risiko“, sagt Potthast.

Die Planung für mögliche Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren beschäftigen auch die Impfzentren. Das Landratsamt Ostallgäu stellt sich beispielsweise darauf ein, dass es „voraussichtlich eigene Impftage für Kinder“ anbieten wird. „Das Prozedere zur Anmeldung wird noch geklärt“, teilte ein Sprecher mit.

In den Impfzentren im Unterallgäu sollen - grünes Licht der Stiko vorausgesetzt - Kinderärzte eingebunden werden. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, begründet die koordinierende Ärztin Carola Winkler die geplante Vorsichtsmaßnahme.

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