Regierungsgegner in Belarus

Oppositionspolitiker Babariko in Belarus zu 14 Jahren Lagerhaft verurteilt

Mehr als ein Jahr nach seiner Festnahme ist der prominente Oppositionelle Viktor Babariko in Belarus zu 14 Jahren Straflager verurteilt worden.

Mehr als ein Jahr nach seiner Festnahme ist der prominente Oppositionelle Viktor Babariko in Belarus zu 14 Jahren Straflager verurteilt worden.

Bild: Ramil Nasibulin, Pool BelTa, dpa

Mehr als ein Jahr nach seiner Festnahme ist der prominente Oppositionelle Viktor Babariko in Belarus zu 14 Jahren Straflager verurteilt worden.

Bild: Ramil Nasibulin, Pool BelTa, dpa

Der belarussische Manager Babariko galt bei der Präsidentenwahl in Belarus 2020 als der aussichtsreichste Oppositionsvertreter. Doch wurde er verurteilt.
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dpa
06.07.2021 | Stand: 12:12 Uhr

Mehr als ein Jahr nach seiner Festnahme ist der prominente Oppositionelle Viktor Babariko in Belarus zu 14 Jahren Straflager verurteilt worden. Der oberste Gerichtshof in der Hauptstadt Minsk verurteilte den 57-Jährigen am Dienstag wegen angeblicher Geldwäsche, Bestechung und Steuerhinterziehung. Babariko hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Prozess steht international als politische Inszenierung in der Kritik, um ihn mundtot zu machen.

Babariko galt im vergangenen Jahr vor der Präsidentenwahl als der aussichtsreichste Gegner von Machthaber Alexander Lukaschenko, wurde jedoch verhaftet. Der frühere Bankier gilt als einer von mehr als 400 politischen Gefangenen der Ex-Sowjetrepublik. Er wurde am 18. Juni 2020 mit seinem Sohn auf dem Weg zur Zentralen Wahlkommission festgenommen, als er Unterschriften für seine Kandidatur übergeben wollte. Lukaschenko hatte damals die Behörden offen dazu aufgerufen, gegen seinen Herausforderer vorzugehen. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft für Babariko gefordert.

Nach der Präsidentenwahl am 9. August kam es monatelang zu Massenprotesten gegen den als "letzten Diktator Europas" kritisierten Lukaschenko. Zehntausende Menschen wurden vorübergehend festgenommen, Hunderte verletzt und mehrere getötet. Die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an und hat wegen des brutalen Vorgehens gegen Andersdenkende zahlreiche Sanktionen gegen den Machtapparat verhängt.

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