Ausnahmen für Allgäuer Grenzgebiete

Ab sofort: Kleinwalsertal und Jungholz gelten nicht mehr als Corona-Risikogebiet

Der Grenzübergang ins Kleinwalsertal. Jetzt soll es eine Sonderlösung in der Corona-Krise geben.

Der Grenzübergang ins Kleinwalsertal. Jetzt soll es eine Sonderlösung in der Corona-Krise geben.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Der Grenzübergang ins Kleinwalsertal. Jetzt soll es eine Sonderlösung in der Corona-Krise geben.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Die österreichischen Enklaven Kleinwalsertal und Jungholz gelten nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Das erfuhren wir von Minister Dr. Gerd Müller.
02.10.2020 | Stand: 22:11 Uhr

Das Robert-Koch-Institut hatte in dieser Woche die österreichischen Bundesländer Vorarlberg und Tirol und damit auch das Kleinwalsertal und Jungholz zum Risikogebiet erklärt. Nach mehreren Gesprächen Müllers mit dem Bundesinnen-, dem Bundesaußen- und dem Bundesgesundheitsminister wurden die beiden Enklaven, die ausschließlich über das Allgäu zu erreichen sind, ab sofort aus der Risikobewertung herausgenommen. Das bestätigte auch das RKI am Freitag. Dies soll dauerhaft so bleiben – vorausgesetzt die Infektionszahlen steigen nicht deutlich an. Aktuell gibt es weder im Kleinwalsertal noch in Jungholz erhöhte Corona-Zahlen. Lesen Sie auch: Jungholz und Kleinwalsertal keine Risikogebiete mehr: Erste Reaktionen aus Allgäu-Enklave.

Müller betont: „Dies ist eine für den Tourismus, aber auch für Hunderte von Arbeitnehmern wichtige Entscheidung. Wir verstehen uns im Allgäu mit Jungholz und dem Kleinwalsertal als eine Wirtschaftsregion.“ Die Reisewarnung hatte in den vergangenen Tagen zur überstürzten Rückreise vieler Urlauber und zu zahlreichen Stornierungen geführt. Auch Hotels sperrten früher als sonst zu. Der Kleinwalsertaler Bürgermeister Andi Haid sagte unserer Redaktion: „Langsam verlieren die Bürger das Verständnis für solche Entscheidungen.“

Corona-Warnung im Tannheimer Tal gilt noch

Für das Tannheimer Tal (Tirol) gilt die Reisewarnung jedoch weiterhin, da es sowohl von deutscher als auch österreichischer Seite aus erreichbar ist und daher nicht als Enklave gilt. Müller plädiert nun für eine Gesamtlösung für das bayerisch-österreichische Grenzgebiet, die sich an einer risikoorientierten Einstufung einzelner Orte und Regionen nach deutschem Vorbild orientiert: „Es ist nicht akzeptabel, dass das Tannheimer Tal, in dem es nach meiner Kenntnis keinen einzigen Corona-Infizierten gibt, weiter Risikogebiet bleibt, nur weil das Bundesland Tirol entsprechend eingestuft wurde“, kritisiert der 65-jährige Politiker aus Durach bei Kempten. Bald will sich Müller aus der Politik zurückziehen.

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