Verkehr

Motorradunfälle und Tunertreffen - Polizei kündigt Kontrollen an

Motorradkontrolle  Füssen

Speziell geschulte Beamte gehören der Motorrad-Kontrollgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West an.

Bild: Heinz Sturm

Speziell geschulte Beamte gehören der Motorrad-Kontrollgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West an.

Bild: Heinz Sturm

Fünf Motorrad-Unfälle am Wochenende, einer davon endet tödlich. Die Polizei kündigt im Allgäu verstärkte Kontrollen von Motorrädern und getunten Autos an.
13.04.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Motorisierte Zweiradfahrer müssen auch an den kommenden Wochenenden mit Kontrollen im Allgäu rechnen. „Die Saison hat begonnen und wir sind ebenfalls am Start“, sagt Polizeipräsidiums-Pressesprecher Holger Stabik und verweist auf die Beamten der eigens eingerichteten Kontrollgruppe, die die motorisierten Zweiradfahrer im Visier hat. Beispielsweise am vergangenen Wochenende in Füssen: Da wurden bei 88 kontrollierten Zweirädern 21 Mängel aufgedeckt.

Allein im Allgäu wurden am Wochenende mindestens vier Motorradfahrer bei Unfällen teils schwer verletzt, bei Argenbühl (Kreis Ravensburg) verunglückte am späten Sonntagnachmittag ein 40 Jahre alter Kradfahrer tödlich. Er kam in einer lang gezogenen Rechtskurve auf die Gegenfahrspur und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden Pkw. Der Schwerstverletzte wurde zwar noch reanimiert, erlag aber am Sonntagabend seinen Verletzungen. Der 40 Jahre alte Autofahrer erlitt leichte Verletzungen.

Weniger Verletzte und Tote bei Motorradunfällen im Allgäu

Trotz deutlich gestiegenen Motorrad-Zulassungen im vergangenen Jahr – im Oberallgäu beispielsweise um 20 Prozent – wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West weniger Menschen bei Motorradunfällen verletzt oder getötet. Beispielsweise ging die Zahl der Verletzten von 574 im Jahr 2018 auf 438 im Vorjahr zurück. Die Zahl der getöteten Zweiradfahrer sank von elf auf acht. 2015 waren noch 17 tödlich verunglückte Motorradfahrer zu beklagen.

Bringt der zweite Corona-Sommer einen neuen Motorrad-Boom? Polizeisprecher Stabik will sich an Spekulationen nicht beteiligen. Fakt ist nach Angaben eines Branchensprechers: Manch einer habe vielleicht noch etwas Geld übrig, weil Urlaubsreisen nicht oder kaum möglich sind und die Konsummöglichkeiten stark eingeschränkt sind. Zudem ist Motorradfahren eines der wenigen Hobbys, die auch in Corona-Zeiten praktisch uneingeschränkt möglich sind.

Polizei: Tuner und Poser treffen sich im Allgäu auf Parkplätzen statt in Kneipen

Das gilt auch für die Autotuning-und Poserszene, die nach Beobachtungen der Polizei in den vergangenen Jahren größer geworden ist. In Zeiten, in den Kneipen, Discos und andere Freizeiteinrichtungen zu sind, werden nicht selten die Parkplätze von Bau- oder Verbrauchermärkten, Tankstellen und Raststätten zum Treff der Szene. Die Polizei hat beispielsweise in Kaufbeuren und Memmingen spezielle Ermittlungsgruppen gebildet.

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