Bayerisches Rotes Kreuz

Allgäuerin Angelika Schorer will BRK-Präsidentin werden: „Ich bin ein Kind des BRK“

Sie strebt den Spitzenposten im BRK an: Angelika Schorer, hier bei einer Bezirksversammlung.

Sie strebt den Spitzenposten im BRK an: Angelika Schorer, hier bei einer Bezirksversammlung.

Bild: Hamm/BRK Schwaben

Sie strebt den Spitzenposten im BRK an: Angelika Schorer, hier bei einer Bezirksversammlung.

Bild: Hamm/BRK Schwaben

Die Allgäuerin Angelika Schorer möchte Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes werden. Warum die Landtagsabgeordnete antritt.
16.11.2021 | Stand: 05:39 Uhr

Angelika Schorer sitzt als CSU-Abgeordnete für den Ostallgäuer Stimmkreis Marktoberdorf im Landtag. Ausschlaggebend für eine Entscheidung, die sie kürzlich traf, seien aber ihre ersten beruflichen Schritte als Bankkauffrau gewesen, sagt sie. „Ich denke seitdem sehr strukturiert und rational.“ 14 Tage habe sie sich Zeit gegeben und dann zugesagt: Schorer möchte Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und damit Nachfolgerin von Theo Zellner werden, der nach zwei Amtszeiten altersbedingt ausscheidet. Sie würde dann einer Organisation vorstehen, die in der Nachkriegszeit mit Christa von Thurn und Taxis erst eine Frau an ihrer Spitze hatte.

Wer Schorer (63) für kühl und berechnend hält, täuscht sich allerdings. „Emotionen gehören auch in ein solches Amt“, sagt die Landwirtin und Unternehmerin aus Jengen. Seit zwölf Jahren steht sie als Vorstandsvorsitzende an der Spitze des großen BRK-Bezirksverbandes Schwaben. „Ich bin ein Kind des Bayerischen Roten Kreuzes“, sagt sie. Dort sei sie in ihre Aufgaben hineingewachsen, anders funktioniere das nicht. Als mögliche Nachfolgerin Zellners habe sie sich nicht aufgedrängt, sie sei von verschiedener Seite zur Kandidatur aufgefordert worden. Neben Schorer wird mit dem Zahnarzt und früheren Landesvorsitzendenden des Jugendrotkreuzes, Holger Krems aus Augsburg, voraussichtlich ein weiterer Kandidat bei der Landesversammlung in München am 4. Dezember antreten. (Lesen Sie auch: Kemptens Rotkreuz-Chef kritisiert fehlende Entscheidungen der Politik)

Rotes Kreuz auf gute Zusammenarbeit mit der Politik angewiesen

„Einer unserer wichtigsten Grundsätze beim BRK ist Neutralität“, sagt die Ostallgäuerin. Ihr politisches Engagement für die CSU auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene werde als mögliche Präsidentin keine Rolle spielen. Sie wolle ihre Erfahrungen parteiunabhängig einsetzen, denn das Rote Kreuz sei auf gute Zusammenarbeit mit der Politik angewiesen. Noch wichtiger sei ihr das Wissen, das sie „im Team“ an der Spitze des schwäbischen BRK gesammelt habe. Eines Regionalverbandes, der aus ihrer Sicht mit seiner Arbeit immer wieder auch landesweit Akzente setzt. Viele Dienste seien trotz der Pandemie weiter ausgebaut worden, etwa der Hausnotruf, die Bildungsstätte mit Berufsfachschule für Notfallsanitäter und das Notfallmedizinische Simulationszentrum „als Vorzeigeprojekt in Bayern“.

Schorer sähe sich als BRK-Präsidentin vor zahlreichen Herausforderungen

Im Landesvorstand sähe sie sich als Präsidentin neben Fragen der strategischen Ausrichtung vor zahlreichen Herausforderungen. Die Attraktivität des Ehrenamtes und die Nachwuchsarbeit müssten vorangetrieben werden. Das Gleiche gelte für die Pflege in den BRK-eigenen Einrichtungen, die im Reigen der Berufe einen höheren Stellenwert brauche. Die Novelle des Rettungsdienstgesetzes, Lehren aus der Pandemie in der Schutz- und Medikamentenvorsorge für Katastrophenfälle, die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften seien weitere wichtige Themen. Zudem gehe es immer wieder um Wirtschaftspläne und Finanzierungen innerhalb des Verbandes mit einem Umsatz in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. (Lesen Sie auch: Sport im Winter: Rotes Kreuz gibt Tipps)

Als Frau habe sie nie ein Problem in Führungspositionen gehabt, sagt Schorer. „Im sozialen Bereich und in den frühen Jahren des Roten Kreuzes waren immer die Frauen ganz vorne dabei.“ Und mit Gerda Hasselfeldt steht an der Spitze des Deutschen Roten Kreuzes ebenfalls eine Präsidentin. Sie wolle sich also selbstbewusst den 400 Delegierten der Landeskonferenz stellen, sagt Schorer. „Ohne Angst, aber mit großem Respekt vor dem Amt.“

Das Bayerische Rote Kreuz in Zahlen

  • Mitglieder: Das BRK hat 750.000 Fördermitglieder. Er ist der größte Landesverband im Deutschen Roten Kreuz.
  • Ehrenamt: 180.000 Ehrenamtliche engagieren sich in den Bereitschaften, im Rettungsdienst, in der Wasserwacht, der Bergwacht, im Jugendrotkreuz sowie in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit.
  • Größe: Der Umsatz beträgt 1,5 Milliarden Euro (2019). Das BRK hat 26.500 hauptamtlich Beschäftigte. Es gibt fünf Bezirks- und 73 Kreisverbände.

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