Sonthofner Hörnle

Aussichtsbalkon über dem Illertal: Warum es vor allem E-Biker zum Sonthofer Hof zieht

Vor allem bei Radlern ist die Alpe Sonthofer Hof als Ausflugsziel beliebt. Diese kommen sogar bis aus dem bei Kempten gelegenen Ort Durach auf die Alpe geradelt. Das Wirte-Ehepaar Petra Wagner und Gerhard Soyer-Wagner erzählt, warum das so ist.

Vor allem bei Radlern ist die Alpe Sonthofer Hof als Ausflugsziel beliebt. Diese kommen sogar bis aus dem bei Kempten gelegenen Ort Durach auf die Alpe geradelt. Das Wirte-Ehepaar Petra Wagner und Gerhard Soyer-Wagner erzählt, warum das so ist.

Bild: Michael Munkler

Vor allem bei Radlern ist die Alpe Sonthofer Hof als Ausflugsziel beliebt. Diese kommen sogar bis aus dem bei Kempten gelegenen Ort Durach auf die Alpe geradelt. Das Wirte-Ehepaar Petra Wagner und Gerhard Soyer-Wagner erzählt, warum das so ist.

Bild: Michael Munkler

Auf der Alpe Sonthofer Hof haben Gäste die Allgäuer Alpen voll im Blick. Die Hüttenwirte wissen, warum sich bei ihnen vor allem E-Biker und Duracher treffen.
03.05.2022 | Stand: 22:10 Uhr

Zu Fuß ist es eine eher gemütliche Wanderung und auch mit dem Fahrrad ist die Tour zur Alpe Sonthofer Hof (1.147 Meter) nicht sonderlich anstrengend. Entsprechend kommen viele Ausflügler zu der Alphütte südwestlich von Sonthofen am Westhang des Sonthofner Hörnles – vor allem an Wochenenden.

Auf 1.147 Metern Höhe liegt die Alpe auf einer Weidefläche mit imposantem Blick hinab ins Illertal und auf die noch immer schneebedeckten Gipfel der Allgäuer Alpen. Jenseits der Iller schweift der Blick hinüber auf die Hörner und auf die gesamt Nagelfluhkette, im Norden macht der isoliert stehende Grünten seinem Ruf als „Wächter des Allgäus“ alle Ehre. Rote Sonnenschirme spenden auf der Terrasse Schatten, viele Ausflügler lassen sich an diesem Nachmittag mit Kaffee und Kuchen oder deftigen regionalen Spezialitäten verwöhnen.

Sonthofer Hof als beliebtes Ausflugsziel für E-Biker

„Die meisten kommen mit dem Fahrrad zu uns“, sagt Hüttenwirtin Petra Wagner (51), die die Alpe zusammen mit ihrem gleichalten Mann Gerhard Soyer-Wagner bewirtschaftet. Die beiden Töchter Vreni (16) und die 13-jährige Mattli helfen dabei fleißig mit. Sandkasten, Trampolin und Schaukel: Gerhard hat in den vergangenen Jahren die Spielmöglichkeiten für Kinder rund ums Haus immer wieder erweitert.

Auf der Terrasse des Sonthofer Hofs haben Gäste einen tollen Blick auf das Illertal und die Allgäuer Alpen.
Auf der Terrasse des Sonthofer Hofs haben Gäste einen tollen Blick auf das Illertal und die Allgäuer Alpen.
Bild: Michael Munkler

Viele sind an diesem Nachmittag mit dem E–Bike unterwegs. Ein Trend, dem Petra Wagner nur Gutes abgewinnen kann. Mit elektrischer Motorunterstützung kämen sogar Gäste aus Durach bei Kempten bis hierher gefahren, schildert sie. Dank des elektrischen Antriebs würden sie auf ihr Auto verzichten. Und während des Aufenthalts können die Biker an einer Ladestation ihren Akku wieder vollmachen.

Warum sich auf der Alpe so viele Duracher tummeln

Dass so viele Duracher hier oben sind, hat einen einfachen Grund. Die Wagners wohnen in Durach bei Kempten und Petra kommt aus einer bekannten Hüttenwirtsfamilie. Ihr Vater, Ernst Wagner (78), ist sozusagen ein alpines Urgestein. Zusammen mit seiner Frau Elvi (77) bewirtschaftete er Jahrzehnte lang Schutzhäuser in den Bergen: Von 1968 bis 1971 das Staufner Haus bei Oberstaufen und in den Jahren 1971 bis 1972 das Naturfreundehaus bei Immenstadt. 28 Bergsommer - von 1973 bis 2000 - verbrachte die Familie anschließend auf der Kemptner Hütte in den Oberstdorfer Bergen, wo die Kinder quasi groß wurden.

Seit 2000 bewirtschaften Petra Wagners Schwester Gabi mit ihrem Mann Martin Braxmair die auf 1844 Metern Höhe gelegene Kemptner Hütte in den Oberstdorfer Bergen. Die Familie Wagner-Soyer ist jetzt den dritten Sommer auf der Alpe Sonthofer Hof. Von 2005 bis 2012 verbrachten die Wagners die Sommer auf der kleinen Tannheimer Hütte, von 2013 bis 2018 bewirteten sie die Gäste auf der Otto-Mayr-Hütte in den Tannheimer Bergen.

Pächter bieten regionale Speisen und Getränke

Der Sonthofer Hof ist Partneralpe des Vereins Allgäuer Alpgenuss. Das ist ein Zusammenschluss von mittlerweile über 70 Alpen in der Region. Sie haben sich verpflichtet, in der Küche nur selbst hergestellte Produkte oder Waren von örtlichen Bäckereien und Metzgereien zu verwenden. Auch die Getränke müssen aus der Region stammen. Beispielsweise kommt der Wein vom Bodensee und das Bier haben mittelständische Allgäuer Brauereien gebraut. Petra Wagner gefällt dieses Konzept. „Wir hatten immer schon geschaut, dass wir möglichst viel vor Ort einkaufen“, sagt sie.

Gerhard Soyer-Wagner (links) und Petra Wagner (Zweite von rechts) bewirtschaftet die Alpe Sonthofer Hof. Die Töchter Vreni (16, rechts) und die 13-jährige Mattli helfen ihren Eltern.
Gerhard Soyer-Wagner (links) und Petra Wagner (Zweite von rechts) bewirtschaftet die Alpe Sonthofer Hof. Die Töchter Vreni (16, rechts) und die 13-jährige Mattli helfen ihren Eltern.
Bild: Michael Munkler

Auch wenn die Landschaft rund um die Alpe nicht wirklich alpin ist, bieten sich einige lohnende Bergtouren an: Imberg, Straußberg und Sonnenköpfe sind leicht zu erreichende Gipfel in der Nähe. Trailrunner laufen vielleicht noch weiter bis zum Entschenkopf oder – Top-Kondition vorausgesetzt – bis aufs Nebelhorn. Doch, ach ja: Wir wollten es ja heute mal gemütlich angehen lassen...

Die Lebensmittel, die in den auf der Alpe Sonthofer Hof angebotenen Speisen verarbeitet wurden, stammen alle aus der Region.
Die Lebensmittel, die in den auf der Alpe Sonthofer Hof angebotenen Speisen verarbeitet wurden, stammen alle aus der Region.
Bild: Michael Munkler

Die Öffnungszeiten der Alpe Sonthofer Hof

Von Mai bis Mitte Oktober täglich ab 10.30 Uhr bis Sonnenuntergang, kein Ruhetag, keine Übernachtungsmöglichkeit. Jeden ersten Sonntag im Monat findet bei gutem Wetter ein Musiknachmittag statt. Im Winter übernimmt der Skiclub Sonthofen die Bewirtschaftung der Gäste.

Wege zur Alpe Sonthofer Hof

  • Über die Mautstraße: Der kürzeste und einfachste Weg führt von Altstädten über die Mautstraße. Die Maut muss dort am Tourismusbüro entrichtet werden. Über diese Straße kann man auch gut mit dem Fahrrad oder E-Bike hinauffahren.
  • Zu Fuß von Altstädten oder Sonthofen-Hofen über beschilderte Wanderwege in etwa ein bis eineinhalb Stunden zur Alpe. Einer der Ausgangspunkte ist am Schwimmbad Altstädten (Parkplatz). Dort startet ein landschaftlich schöner Tobelweg, der aber später in besagte Fahrstraße mündet. Interessant ist auch der Anstieg vom Dörfchen Imberg aus (eineinhalb Stunden)
  • Übergang zum Altstädter Hof etwa eine halbe Stunde
  • Tourentipp I: Über den Straußbergsattel auf den Straußberg und weiter zum Imberger Horn (1655 Meter), etwa zwei bis zweieinhalb Stunden.
  • Tourentipp II: Wanderung auf den Sonnenkopf (1712 Meter), etwa zwei Stunden.

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