Unfälle und stockender Verkehr

Äste und Bäume brechen unter Schneelast - So ist die aktuelle Lage auf den Allgäuer Straßen

In der Nacht zum Donnerstag hat es im Allgäu weiter geschneit. Auf den Straßen im Allgäu herrscht Glättegefahr, vielerorts staut es sich im Berufsverkehr. Äste und Bäume könnten unter der Schneelast brechen, warnt die Polizei.

In der Nacht zum Donnerstag hat es im Allgäu weiter geschneit. Auf den Straßen im Allgäu herrscht Glättegefahr, vielerorts staut es sich im Berufsverkehr. Äste und Bäume könnten unter der Schneelast brechen, warnt die Polizei.

Bild: Matthias Bein, dpa (Symbolbild)

In der Nacht zum Donnerstag hat es im Allgäu weiter geschneit. Auf den Straßen im Allgäu herrscht Glättegefahr, vielerorts staut es sich im Berufsverkehr. Äste und Bäume könnten unter der Schneelast brechen, warnt die Polizei.

Bild: Matthias Bein, dpa (Symbolbild)

Auf der A96 ist heute Morgen einen Unfall mit vier Lkw passiert. Mehrere hundert Liter Diesel liefen aus. In Bad Wörishofen kippte ein Baum gegen ein Haus.
09.12.2021 | Stand: 17:02 Uhr

Auch in der Nacht zum Donnerstag hat es im Allgäu kräftig geschneit. Vielerorts herrscht Glätte auf den Straßen. Mittlerweile haben die Räum- und Streudienste die meisten Straßen von den Schneemassen befreit. Auch die A7, auf der am Morgen noch lange Schnee lag, ist mittlerweile gut geräumt. In der Nacht auf Freitag warnt der Deutsche Wetterdienst jedoch weiterhin vor Glätte.

Update zum Verkehr im Allgäu aktuell: Glatte Straßen, Unfall mit vier Lkw auf der A96

Im Berufsverkehr im Allgäu kam es im Laufe des Morgens zu Staus und Verzögerungen.

  • B19: Zwischen Immenstadt und Kempten gab es in den frühen Morgenstunden einen Unfall. Mittlerweile fließt der Verkehr dort wieder normal. Auch zwischen Waltenhofen und Kempten löste sich der stockende Verkehr inzwischen auf.
  • A96: Auf der A96 bei Weißensberg kam es am frühen Donnerstagmorgen zu einem Unfall mit vier Lastwagen. Durch den Unfall wurde an einem Lkw auch ein Tank aufgerissen und mehrere hundert Liter Diesel flossen in ein nahes Regenrückhaltebecken. Die Freiwillige Feuerwehren Weißensberg und Lindau kümmerten sich um das Abbinden des Kraftstoffs. Der Fahrer des unfallverursachenden Fahrzeugs musste mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus. Der Verkehr wurde einstellig an der Unfallstelle vorbeigeleitet, zeitweise kam es zu Vollsperrungen der Richtungsfahrbahn. Der Rückstau war zeitweise bis zu 20 Kilometer lang. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks rückten an, um Decken und Getränke unter den festsitzenden Autofahrern zu verteilen.
  • B12: Due Bundesstraße ist zwischen Buchloe und Kempten geräumt und frei befahrbar.

"Wir haben einen normalen Wintertag im Allgäu", sagte Polizeisprecher Holger Stabik vom Präsidium Schwaben Süd/West. In den Morgenstunden sei die Verkehrlage kritischer gewesen und es sei zu mehr Behinderungen gekommen. Mittlerweile seien die Straßen aber wieder frei und zum aktuellen Zeitpunkt gebe es keine größeren Probleme mehr im Verkehr. "Ruhig ist es noch nicht, aber es ist am Abschwellen." Dennoch rät er Autofahrern mehr Zeit für Fahrten einzuplanen.

Schnee beeinträchtigt Zugverkehr: Verspätungen und Zugausfälle im Allgäu

Auch die Bahn hatte mit dem Schnee zu kämpfen. Aufgrund der Schneelage kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Schienenverkehr:

Große Schneelast: In Bad Wörishofen kippt ein Baum gegen ein Wohnhaus

Aufgrund der Last des Schnees besteht heute laut Stabik vermehrt die Gefahr, dass Äste abbrechen oder sogar Bäume umkippen. "In Bad Wörishofen ist ein 20 Meter hoher Baum gegen ein Wohnhaus gekippt", sagt Polizeisprecher Stabik. Die Schadenshöhe sei derzeit noch unklar. Eine Gefahr für die Anwohner bestehe aber nicht.

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Anlass für eine generelle Warnung gebe es laut Stabik allerdings nicht. "Trotzdem sollten Fußgänger nicht unbedingt unter herunterhängenden Ästen durchlaufen", sagt der Sprecher. Er rät dazu, beispielsweise lieber die Straßenseite zu wechseln.

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Schnee, Schnee, Schnee: Der Winter hat das Allgäu fest im Griff

Auch am Mittwoch bereits 215 Unfälle mit insgesamt 30 Verletzten

Der Winter hatte das Allgäu schon am gestrigen Mittwoch mit voller Wucht erwischt. Auf den Straßen im Allgäu passierten deutlich mehr Karambolagen als sonst. Der Polizei wurden im Laufe des gesamten Tages 215 Verkehrsunfälle gemeldet, davon waren 30 mit Verletzten und 185 mit Sachschäden. Die Unfälle teilten sich wie folgt auf die Landkreise udn kreisfreien Städte auf:

  • Kempten: Zehn Unfälle, davon zehn mit Sachschaden und keiner mit Verletzten
  • Oberallgäu: 23 Unfälle, davon 22 mit Sachschaden und einer mit Verletzten
  • Kaufbeuren: Sieben Unfälle, davon vier mit Sachschaden und drei mit Verletzten
  • Ostallgäu: 40 Unfälle, davon 32 mit Sachschaden und acht mit Verletzten
  • Memmingen: Fünf Unfälle, davon vier mit Sachschaden und einer mit Verletzten
  • Unterallgäu: 35 Unfälle, davon 29 mit Sachschaden und sechs mit Verletzten
  • Lindau: 17 Unfälle, davon 15 mit Sachschaden und zwei mit Verletzten
  • Günzburg: 38 Unfälle, davon 35 mit Sachschaden und drei mit Verletzten
  • Neu-Ulm: 37 Unfälle, davon 31 mit Sachschaden und sechs mit Verletzten

Neben den Verkehrsunfällen erreichten die Beamtinnen und Beamten rund 130 weitere Mitteilungen wegen Verkehrsgefahren und -behinderungen, meist wegen liegengebliebener Lkw und Pkw. "Zeitweise führten diese Verkehrsbehinderungen zu stundenlangen Straßensperrungen oder zu erheblichen Behinderungen", so die Polizei.

Insgesamt arbeiteten die Beamtinnen und Beamten im gesamten Polizeipräsidium gestern mehr als 600 Einsätze ab. Diese Zahl liege mehr als 80 Prozent über der durchschnittlichen Einsatzbelastung eines Tages, hieß es.

Am Mittwoch hat es unter anderem an diesen Stellen im Allgäu gekracht:

  • In Memmingen ist gegen 17.40 Uhr ein Linienbus in Eisenberg in einen Rohbau gerutscht. Das teilt die Polizei mit. Der Bus kam auf der glatten Straße nicht zum Stehen und prallte im Schnaidweg frontal gegen den Rohbau eines Hauses. Dabei wurde der Fahrer im Führerhaus eingeklemmt. Die Feuerwehr schnitt ihn aus dem Fahrzeug heraus. Der Fahrer und ein weiterer Passagier kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Die Bergung des Linienbusses dauerte circa drei Stunden. Es entstand ein Schaden von 180.000 Euro.
  • Auf der B472 bei Marktoberdorf sind am Mittwoch zwei Lkw frontal zusammen gestoßen. Nach Angaben der Polizei ist ein Sattelzug auf der glatten Straße in die Gegenfahrbahn geraten und dort mit einem entgegen kommenden Lkw kollidiert. Anschließend überfuhr der Lkw-Fahrer, der den Unfall verursachte, eine Verkehrsinsel und kam erst hundert Meter weiter zum Stehen. Der Fahrer des entgegen kommenden Sattelzugs wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Es entstand ein Schaden in Höhe von 40.000 Euro. Weil die Straße mit Fahrzeugteilen übersät war, wurde sie für circa zwei Stunden komplett gesperrt.
  • Ein Kleintransporter hat sich auf der A96 in Richtung Lindau, zwischen Mindelheim und Stetten, überschlagen. Der 47-jährige Fahrer verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, fuhr laut Polizei rechts neben der Fahrbahn einen Erdwall hinauf und überschlug sich mehrmals. Der 47-jährige Bauarbeiter befreite sich anschließend selbst aus seinem Transporter und wurde in ein Krankenhaus gebracht. An dem Fahrzeug entstand ein Totalschaden (10.000 Euro). Der Fahrstreifen war für über zwei Stunden gesperrt.

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Stand: 16.50 Uhr. Dieser Bericht wird laufend aktualisiert.