Lamerdingen

Gestalter oder Fehlbesetzung

Die Zeiten der ehrenamtlichen Bürgermeister in Lamerdingen sind vorbei: Der nächste Gemeindechef nach Konrad Schulze wird ein Beamter. Bislang wurde die Gemeinde von nebenberuflichen Bürgermeistern geleitet. Ausschlaggebend für den Wechsel: Auch bei einer kleinen Gemeinde wie Lamerdingen wachse der anfallende Papierkram einem nebenberuflichen Amtschef schlicht über den Kopf.

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Von Otto Fritsch
25.07.2019 | Stand: 15:29 Uhr

Mit knapp 2000 Einwohnern kann die kleine Mitgliedsgemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe nun selbst bestimmen, ob sie einen hauptberuflichen Gemeindechef haben will. Und sie will: Per Satzungsbeschluss wurde im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung bei drei Gegenstimmen festgelegt, dass künftige Bürgermeister hauptberuflich angestellt werden – als Beamte auf Zeit.

Viele Gründe, das zeigte die Diskussion im Gemeinderat, sprechen für eine hauptamtliche Lösung: Ein solcher Bürgermeister könne unter anderem schlicht „mehr Zeit“ für die Gemeinde aufbringen und sich auch um langfristige Projekte kümmern. Zudem können seine Aufgaben als Gemeindechef dann nicht mit beruflichen Anforderungen kollidieren. Generell sei die bürokratische Belastung eines nebenberuflichen Bürgermeisters auch in einer kleinen Gemeinde wie Lamerdingen viel zu hoch.

Aber es gab auch Argumente und Befürchtungen, die gegen einen Beamten an der Gemeindespitze sprachen. In erster Linie der höhere finanzielle Aufwand – ein hauptberuflicher Bürgermeister kostet mit rund 125 000 Euro Jahreseinkommen mehr als das Doppelte eines ehrenamtlichen Bürgermeisters. Zudem bestehe die Gefahr einer Fehlbesetzung, weil sich auch Personen von außerhalb für den Posten bewerben können. Der neue hauptberufliche Bürgermeister, wurde betont, sollte „mehr Gestalter als Verwalter“ sein und Manager-Qualitäten mitbringen, damit sich die Investition auch lohnt.

Zum Breitbandausbau in Lamerdingen und den Gemeindeteilen Klein- und Großkitzighofen sowie Dillishausen kommt nun auch der Glasfaser-Anschluss für die außerhalb der Ortschaften liegenden Aussiedlerhöfe und Gewerbegebiete. Bevor die entsprechenden Förderprogramme des Freistaates auslaufen, sollen auch Förderanträge zum Breitbandausbau in Nassenwang, für das Gewerbegebiet Lindensteige, für die Eschenlohmühle, die Lamerdinger Futtertrocknung und für den Kreuzhof gestellt werden. Die auf rund 380 000 Euro veranschlagten Maßnahmen werden mit bis zu 80 Prozent gefördert.