Blasmusik

Euregio-Blasorchester bringt Zeitungsgeschichte zum Klingen

Das Euregio-Blasorchester unter Leitung von Johann Mösenbichler tritt in Nesselwang auf.

Das Euregio-Blasorchester unter Leitung von Johann Mösenbichler tritt in Nesselwang auf.

Bild: Peter Hausner

Das Euregio-Blasorchester unter Leitung von Johann Mösenbichler tritt in Nesselwang auf.

Bild: Peter Hausner

Komponist Jacob de Haan setzt das 75-Jahr-Jubiläum der Allgäuer Zeitung in Töne um. Die Uraufführung gestaltet das Blasorchester unter Johann Mösenbichler in Nesselwang.
25.09.2020 | Stand: 17:59 Uhr

Ein Journalist tippt auf einer alten Schreibmaschine – und kommt ins Nachdenken. Wie war das in früheren Jahrzehnten? Wie hat sich der Beruf entwickelt? Und wie hat sich die Gesellschaft verändert, über die er schreibt? Das Bild des tippenden Reporters können sich die Besucher der beiden Konzerte des Euregio-Blasorchesters am 2. und 3. Oktober in der Nesselwanger Alpspitzhalle vorstellen. Angeregt werden sie dazu von der Musik, die erklingt. Denn bei den Konzerten wird – neben anderen Stücken – eine Komposition von Jacob de Haan uraufgeführt, „The Last Typewriter“ (Die letzte Schreibmaschine). Markus Brehm, Geschäftsführer des Allgäuer Zeitungsverlags, hat den bekannten und beliebten holländischen Komponisten gebeten, eine Mediensinfonie zum Jubiläum „75Jahre Allgäuer Zeitung“ zu schreiben, das heuer gefeiert wird. Dass Jacob de Haan der richtige Komponist sein würde, stand schon längere Zeit fest. Der Holländer, der auch die „Missa Katharina“ für die Euregio via salina schrieb, sei nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich bestens bekannt, erklärt Markus Brehm. „Die bisherige Zusammenarbeit war geprägt von einem guten Miteinander.“

Mösenbichler: "Jacob de Haan hat das wunderbar gemacht."

Dirigent Johann Mösenbichler hat „The Last Typewriter“ mit seinen Musikerinnen und Musikern in den vergangenen Wochen einstudiert und festgestellt: „Jacob de Haan hat das wunderbar gemacht“. Anfangs begleitet nur eine Trompete den tippenden Journalisten, bald übernimmt das Orchester die Melodie, es kommt Schlagzeug dazu. Die Jahrzehnte ziehen vor dem geistigen Auge des Schreibers vorbei, und genauso ändert sich der Stil der Musik. Es geht aber nicht nur um die redaktionelle Arbeit und die Entwicklung des Medienunternehmens. Ein lyrischer Zwischenteil widmet sich der Schönheit der Allgäuer Landschaft.

Um die Konzerte in Coronazeiten zu realisieren, betreibt das Team um Euregio-Projektleiter Simon Gehring einen großen Aufwand. Unter anderem muss die Bühne in der Nesselwanger Alpspitzhalle erheblich erweitert werden, damit die 48 Bläser und Schlagzeuger Platz finden. Sie musizieren im Abstand von 1,5 Metern.

Neben der Uraufführung erklingt ein bunter Blasmusik-Mix

Maximal 200 Besucher dürfen zum Zuhören in den Saal. Deshalb ist Gehring froh um das zweite Konzert: „Das kompensiert die vielen Mühen.“ Sowohl das Hauptkonzert am 3. Oktober um 15.30 Uhr als auch das Vorkonzert am 2. Oktober um 19.30 Uhr sind ausverkauft. Neben der Typewriter-Uraufführung präsentiert Mösenbichler mit dem Orchester einen bunten Mix mit Filmmusik von Morricone, Ouvertüren von Suppè und Fučík oder einem Waldteufel-Walzer.

Die Musikerinnen und Musiker wollten wieder auftreten, das hatten sich die Registerführer schon bei einem Treffen im Frühjahr gewünscht. Kein Wunder, dass Dirigent Johann Mösenbichler nun „total motivierte“ Musiker in den Proben traf. Auch er selbst habe riesigen Spaß. Die Proben in der Waltenhofener Schule, bei denen sogar ein Abstand von zwei Metern eingehalten wird, funktionierten gut.

Gleichwohl sei das gemeinsame Musizieren eine Herausforderung. Noch mehr als sonst müssen die Orchestermitglieder auf den Dirigenten schauen, denn: „Das Synkronisieren kann nicht mehr übers Gehör laufen.“