Landrätin informiert

Für die Grüntenhütte gibt es jetzt neue Pläne

Die Grüntenhütte soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Jetzt hat der Investor die Pläne überarbeitet und will einen Bauantrag stellen.

Die Grüntenhütte soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Jetzt hat der Investor die Pläne überarbeitet und will einen Bauantrag stellen.

Bild: Lienert

Die Grüntenhütte soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Jetzt hat der Investor die Pläne überarbeitet und will einen Bauantrag stellen.

Bild: Lienert

Investoren wollen Neubau an derselben Stelle errichten, der Oberallgäuer Kreistag muss daher nicht entscheiden. Warum eine Bürgerinitiative enttäuscht ist.
29.01.2021 | Stand: 19:14 Uhr

Bei einem Runden Tisch sollten Befürworter und Gegner des Grünten-Projekts eigentlich ins Gespräch kommen. Doch jetzt wurde der Termin zum zweiten Mal abgesagt, weil die Corona-Situation eine Zusammenkunft nicht zulässt. Eine digitale Konferenz wurde vom Landratsamt wegen datenschutzrechtlicher Hürden verworfen. Jetzt informierte Landrätin Indra Baier-Müller die Beteiligten in einem Schreiben über die Absage und eine Planänderung: Nach intensiven Gesprächen und der Prüfung durch die Behörden habe die Investorenfamilie Hagenauer die Pläne für die Grüntenhütte in ihrer Dimension reduziert und verändert, erklärt Baier-Müller. „Von der Errichtung einer neuen Grüntenhütte an einem anderen Standort wurde Abstand genommen.“ So muss für das Vorhaben nicht mehr die Landschaftsschutzgebietsverordnung geändert werden und ein Kreistagsbeschluss ist somit nicht mehr erforderlich.

Nun gibt es scharfe Kritik

Scharfe Kritik an diesem Vorgehen kommt von der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Grünten“: „Die Verschiebung des vereinbarten Runden Tisches und dessen Durchführung erst nach Vorlage der Bauanträge enttäuscht uns auf ganzer Linie“, teilen die BI-Sprecher in einer Pressemitteilung mit. „Hinsichtlich der stillschweigenden parallelen Fertigstellung der konkreten Bauanträge fehlen uns die Worte und lassen an einem ernsthaften Interesse des Investors an einem konstruktiven Dialog starke Zweifel aufkommen.“ Die fertigen Pläne seien entgegen aller Absprachen eingereicht worden und sollen nun in einem Verwaltungsverfahren genehmigt werden, kritisiert die Bürgerinitiative. Zwar werde durch die Umplanung eine Änderung der Schutzgebietsverordnung nicht mehr benötigt, hinsichtlich des restlichen Projektes müsse aber weiterhin von „massiven Einschnitten in die Natur“ ausgegangen werden. Zudem fürchte die BI eine Zuspitzung des Overtourism-Problems am Grünten durch das fehlende Nahverkehrskonzept.

Warum die Landrätin eine Diskussion im Kreistag ablehnt

Umweltverbände und die Öffentlichkeit könnten beispielsweise im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung im seilbahnrechtlichen Verfahren die Pläne einsehen und Einwendungen erheben, sagt die Landrätin. Diese Punkte sollen dann bei einem Erörterungstermin behandelt werden. Eine Diskussion im Kreistag lehnt Baier-Müller ab: „Ich bin dafür verantwortlich, bei reinen Verwaltungsverfahren keine politischen Entscheidungen zu suggerieren oder sogar unzulässigerweise herbeizuführen“, sagt sie. „Daher halte ich eine Diskussion im Kreistag ohne Entscheidungsmöglichkeit derzeit für nicht zielführend.“