Inflationsbonus

Neue Wege, um Beschäftigten Gutes zu tun

Marc Wenzin einem seiner Outlet-Geschäfte.

Marc Wenzin einem seiner Outlet-Geschäfte.

Bild: Martina Diemand

Marc Wenzin einem seiner Outlet-Geschäfte.

Bild: Martina Diemand

Die Firma Soloplan in Kempten und Unternehmer Wenz fördern ihre Mitarbeiter wegen der Inflation mit einem Bonus.
04.12.2022 | Stand: 05:45 Uhr

In etlichen Allgäuer Firmen ist der Inflationsbonus für Mitarbeiter aktuell ein Thema (wir berichteten). Die Bundesregierung hatte die Gewährung einer steuerfreien Prämie von bis zu 3000 Euro angeregt. Auch der Software-Entwickler Soloplan mit Sitz in Kempten will seine 250 Beschäftigten in Zeiten massiver Kostensteigerungen unterstützen. Er gewährt deshalb von Januar bis Juni 2023 eine Ausgleichsprämie von 200 Euro pro Monat.

Inflationsbonus auch in Südafrika und Polen

Weitaus mehr Volumen hat der Bonus, den Soloplan seit November zusätzlich und ohne Befristung bezahlt: „Alle Mitarbeiter, egal ob Azubi, Werkstudent oder Abteilungsleiter, erhalten auf ihr Grundgehalt einen Aufschlag, der sich an der Inflationsrate im jeweiligen Land bemisst“, sagt Geschäftsführer und Firmengründer Wolfgang Heidl. Für die 160 Beschäftigten am Firmensitz Kempten macht der Bonus beispielsweise sieben Prozent aus, Beschäftigte am Soloplan-Standort Südafrika erhalten acht Prozent, polnische Beschäftigte sogar zehn Prozent mehr. „Wir sehen uns wie eine große Familie. Darum war es uns wichtig, eine gerechte Lösung für alle Standorte zu schaffen,“ begründet Geschäftsführer Fabian Heidl, der für die Auslandsniederlassungen verantwortlich ist, diesen Weg. Der 1994 gegründete Spezialist für Speditions-Software hat 2019 einen neuen Firmensitz bezogen, zu dem auch ein Hotel gehört. Soloplan ist in sechs Ländern vertreten und verbuchte 2021 einen Umsatz von etwa 25 Millionen Euro.

Unternehmer Wenz zahlt komplette Stromkosten der Mitarbeiter

„Wir haben eine tolle Entwicklung hingelegt. Dafür sind unsere Mitarbeiter der entscheidende Faktor“, sagt Wolfgang Heidl. Mit der Erhöhung des Grundgehalts wolle man diese Wertschätzung auch finanziell ausdrücken – und zwar so, dass sie bei allen Beschäftigten spürbar ankommt. Für die Firma summiere sich der Aufschlag aufs Grundgehalt auf 750.000 Euro pro Jahr.

Einen anderen Weg der Unterstützung hat Unternehmer Marc Wenz eingeschlagen. Der Betreiber zweier Textil-Outlets in Sonthofen und Immenstadt hat mit Verweis auf einen aktuellen Umsatzrekord angekündigt, für seine gut 70 Mitarbeiter 2022 die kompletten Stromkosten zu übernehmen. Damit das Geld „eins zu eins ankommt“, soll es laut Wenz in Form der steuerfreien Inflationsausgleichsprämie fließen.