Ideenwettbewerb

Brunnen in Pfronten: M wie Mächler, Metall, Mechanik und Mut

Dieser Vorschlag für den künftigen Mächler-Brunnen in Ösch überzeugte die Pfrontener Gemeinderäte am meisten.

Dieser Vorschlag für den künftigen Mächler-Brunnen in Ösch überzeugte die Pfrontener Gemeinderäte am meisten.

Bild: Gemeinde Pfronten

Dieser Vorschlag für den künftigen Mächler-Brunnen in Ösch überzeugte die Pfrontener Gemeinderäte am meisten.

Bild: Gemeinde Pfronten

Gemeinderat kürt den Siegerentwurf für neuen Brunnen an der Badstraße in Ösch. Was ihm daran besonders gefällt.
31.01.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Es ist ein angedeuteter Zirkel, dessen unterer Teil sich „M“ liest. M wie Mächlar, Metall, Mechanik, Mut, aber auch Maho wie der Ursprungsbetrieb des heutigen großen Maschinenbauunternehmens in Pfronten, an dessen Hauptzufahrt der Brunnen als Wegweiser wirkt. Auch Dr. Masahiko Mori, Präsident des heutigen Mutterkonzerns DMG Mori, könne sich geehrt fühlen, kommentiert der Urheber des Siegerentwurfs für den neuen Brunnen an der Badstraße in Ösch. Vor allem, weil sie in diesem Entwurf das Thema Mächler gelungen umgesetzt sehen, sprachen sich die Gemeinderäte nach ausgiebiger Diskussion mit 16 zu fünf Stimmen für diesen Entwurf aus.

Denkmal für Mächlar-Tradition

Wie mehrfach berichtet, hatte die damalige Bürgermeisterin Michaela Waldmann im Jahr 2019 die Initiative für einen Ersatzbau ergriffen, nachdem der frühere Brunnen an der Ecke Tiroler-/Badstraße bei Straßenbauarbeiten demontiert worden war. Ihre Vorstellung, eine Künstlerin oder einen Künstler mit der Gestaltung zu beauftragen, kippte allerdings der Kulturausschuss des Gemeinderats im vergangenen Oktober. Stattdessen wurde ein offener Ideenwettbewerb ohne Preisgeld ausgelobt, mit der Vorgabe, das Thema solle sich an der Pfrontener Mächlar-Tradition orientieren und einer eher schlichten Ausführung folgen.

Ideen von Wasserwalze bis Kolomansfigur

Bis zum Jahresende reichten daraufhin sechs Teilnehmende sieben Vorschläge ein, die Jan Schubert, Leiter der Ortsentwicklung, nun dem Gemeinderat präsentierte. Darunter waren eine Statue des heiligen Colomans auf einem hellen Steintrog, eine Brunnenstelle mit der Darstellung von Händen unter dem Motto „Vom Geist erdacht, von Hand erschaffen“, ein „Wasserfall“ mit mehreren Stufen aus Naturstein, ein stilisiertes Notizbuch mit einem Schwammstift zum „Wassermalen“, eine Wasserwalze, die mit ihrem Profil den Wasserstrahl teilweise hinter eine Trennwand ablenkt, sowie ein schlichter Holzbrunnen, eventuell mit einer Kolomansfigur als Bezug zur Öscher Kapelle St. Koloman.

Streben nach Höchstleistung

Der bei der Ratssitzung noch anonyme Urheber des Siegerentwurfs, der Kunstschmied und frühere Vizebürgermeister Philipp Trenkle, beschreibt seinen Vorschlag als Skulptur mit einer etwa drei Meter hohen Spitze, die das Streben nach Höchstleistung symbolisiere. Der obere Teil aus Sicherheitsglas mit Innenbeleuchtung könne eingestrahlte Mechanikerprodukte wie Zirkel, Lineal und ähnliches in Szene setzen. Der untere Teil, das „M“ in Edelstahl, wirke von weitem als abrollender Span und könnte damit auch für das Überwinden von Rückschlägen stehen. Eingelasert werden sollen darin alle Pfrontener Mechanik-Betriebe seit der Gründung der Firma Gebrüder Haff, um an die lange Mächlertradition zu erinnern. „Es wird nicht viele Orte unserer Größe mit solche einer Vielzahl von Firmen geben“, schreibt Trenkle dazu. Aufgestellt werden soll die Skulptur auf einem halben Zahnrad, aus dem das Wasser in ein darunterliegendes Betonbecken tropft.

Unternehmen bietet Unterstützung an

Die Kosten des neuen Brunnens sind bislang noch unklar. Wie Bürgermeister Alfons Haf erklärte, soll in den Haushalt 2021 ein Betrag von 20 000 Euro für das Projekt aufgenommen werden. Der letztendlich favorisierte Vorschlag gefiel nicht nur einer Mehrheit der Gemeinderäte am besten. Er war, was den Räten ganz wichtig war, auch bei den direkten Anliegern sowie den übrigen Öschern unter den Favoriten. Zur Anregung von Reiner Augsten (Unserpfronten), die Maschinenbaufirma Deckel Maho um eine Kostenbeteiligung zu bitten, sagte Bürgermeister Haf: Diese habe bereits angeboten, das metallene M in ihrer Lehrwerkstatt zu gestalten. Damit müsste die Gemeinde nur noch für dessen Materialkosten aufkommen.

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