Tourismusforum Ostallgäu

Der Tourismus im Ostallgäu soll zurück zur Regionalität

Mehr regionale Produkte sollen künftig die Lebensmittelversorgung in der Region sicherstellen. Das wünschen sich Politiker und Tourismusverantwortliche. Doch es ist noch viel zu tun. Unser Foto zeigt einen Hartkäse mit Logo der Allgäu GmbH in einem Kühlregal.

Mehr regionale Produkte sollen künftig die Lebensmittelversorgung in der Region sicherstellen. Das wünschen sich Politiker und Tourismusverantwortliche. Doch es ist noch viel zu tun. Unser Foto zeigt einen Hartkäse mit Logo der Allgäu GmbH in einem Kühlregal.

Bild: Benedikt Siegert

Mehr regionale Produkte sollen künftig die Lebensmittelversorgung in der Region sicherstellen. Das wünschen sich Politiker und Tourismusverantwortliche. Doch es ist noch viel zu tun. Unser Foto zeigt einen Hartkäse mit Logo der Allgäu GmbH in einem Kühlregal.

Bild: Benedikt Siegert

Tourismusforum Ostallgäu 2022: Teilnehmer diskutieren Chancen und Herausforderungen von regionalen Produkten. Welche Wege in eine erfolgreiche Zukunft führen.
21.11.2022 | Stand: 14:13 Uhr

Das Allgäu in zehn Jahren: eine Vorzeigeregion in Hinsicht auf Regionalität. Ist das realistisch? „Wir starten auf keinem weißen Blatt“, sagte Sebastian Gries, Geschäftsführer des Tourismusverbands Ostallgäu. Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker wünscht sich, dass die Lebensmittelversorgung in zehn Jahren mehr als heute durch regionale Produkte gewährleistet werden kann. Doch dass es bis dahin ein weiter Weg ist, wurde beim Toursismusforum 2022 im Schlossbrauhaus in Schwangau deutlich.

Bäckerei Lipp in Rückholz versucht, möglichst viele Produkte regional zu beziehen

Vinzenz Lipp, Inhaber der gleichnamigen Bäckereien mit Sitz in Rückholz, versucht, möglichst viele seiner Produktionsgüter regional zu beziehen. Mit Milch und Butter sei das kein Problem. Mit dem Mehl hingegen werde es schwierig, da es keine große Mühle im Umkreis gebe. Für eine erfolgreiche Zukunft hofft der Bäcker auf zwei Dinge: Zum einen sollen die Produzenten auch mal auf die Betriebe zugehen und ihnen so Arbeit ersparen. Zum anderen wünscht er sich von den Kunden größere Wertschätzung für seine Bemühungen. Den Mehrwert hinter Regionalität würden diese noch nicht sehen. Auch die Aktienbrauerei Kaufbeuren hofft auf das Verständnis der Käufer. Verkaufsleiter Rainer Müller sprach von einem enormen Produktionskostenanstieg. Die Kiste Bier wird wohl im kommenden Jahr zwei bis drei Euro teurer werden. Schon eine Kiste Limonade koste in der Produktion allein wegen des Zuckers einen Euro mehr, sagt Müller. Außerdem werde es schwieriger, weiterhin Getränke großzügig an Vereine zu spenden. Um trotzdem gut für die Zukunft aufgestellt zu sein, müsse man andere Wege gehen. Zum Beispiel über Partnerschaften und Projekte.

Spitzenkoch stellt beim Tourismusforum Ostallgäu sein Erfolgsrezept vor

Wie kann eine Lösung aussehen? Mit „Baukastendenken“ hat es Simon Tress weit gebracht. Das bedeutet im Prinzip stetige Prozessoptimierung. Und auch enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern. Beim Tourismusforum stellt der Spitzenkoch und Visionär sein Erfolgsrezept vor: Das „Bio Unser“. Anhand von zehn Geboten erklärte er, wie es seine Familie von einem Bio-Bauernhof zu einem mittelständischen Familienunternehmen schaffte. Das erste Gebot: Der Ursprung aller Regionalität ist die Familie. Zusammen mit seinen drei Brüdern betreibt Tress heute mehrere Bio-Restaurants. Sein Kredo für die Zukunft: „Die Natur macht den Teller“. So hätten wir auch nicht so große Probleme mit dem Klima.

Um wieder vermehrt auf regionale Produkte setzen zu können, brauchen die Betriebe starke Partner. Dazu gehören die bald fusionierenden Sparkassen Allgäu und Kaufbeuren. Tobias Streifinger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kaufbeuren, lobte die tollen Ideen, die immer wieder durch Regionalität entstünden. Auch deshalb würde die Bank finanzielle Unterstützung für die Betriebe in der Region bieten.

Qualität regionaler Produkte sei ein Merkmal des Landkreises Ostallgäu

Was er Landkreis dazu leisten müsse und auch schon tue, erklärte die Landrätin: Die Qualität der regionalen Produkte sei ein Merkmal des Landkreises Ostallgäu. Der Landkreis fördert Regionalität mit verschiedenen Initiativen. Zum Beispiel die Genusstage, das Projekt „Land.Gast.Wirt“ oder die Öko-Modellregion. Die Ziele dabeisind größere Wertschätzung und -schöpfung für die regionale Bio-Wirtschaft. Mit der Allgäu GmbH stehe eine wichtige Dachorganisation über all diesen Bestrebungen, sagte Zinnecker. Durch eine Markenpartnerschaft können Betriebe das Allgäu-Logo als Herkunftszeichen und Qualitätssiegel auf ihre Produkte drucken. Derzeit gebe es schon etwa 650 Markenpartner, die zeigen, dass sie stolz auf ihre Region sind, sagte Ramona Riederer, Expertin für regionale Produkte von der Allgäu GmbH. Dass in zehn Jahren alle allgäuer Betriebe den blauen Allgäu-Würfel auf ihren Produkten haben, sei aber eine Illusion.