Treffpunkt Verein

Die Zeiten ändern sich, der Radioclub in Pfronten bleibt

Die Mitglieder des Pfrontener Radiclub-Stammtisch' können im Moment nur in Erinnerungen an einstige schöne Ausflüge schwelgen, wie hier zur Hirschfütterung. Corona verhindert derzeit alle Treffen und Ausflüge.

Die Mitglieder des Pfrontener Radiclub-Stammtisch' können im Moment nur in Erinnerungen an einstige schöne Ausflüge schwelgen, wie hier zur Hirschfütterung. Corona verhindert derzeit alle Treffen und Ausflüge.

Bild: Radioclub Stammtisch Pfronten

Die Mitglieder des Pfrontener Radiclub-Stammtisch' können im Moment nur in Erinnerungen an einstige schöne Ausflüge schwelgen, wie hier zur Hirschfütterung. Corona verhindert derzeit alle Treffen und Ausflüge.

Bild: Radioclub Stammtisch Pfronten

Der Hörer-Stammtisch organisiert seit 2004 Treffen und Ausflüge. In Corona-Zeiten bleiben den Mitgliedern derzeit aber nur schöne Erinnerungen.
Die Mitglieder des Pfrontener Radiclub-Stammtisch' können im Moment nur in Erinnerungen an einstige schöne Ausflüge schwelgen, wie hier zur Hirschfütterung. Corona verhindert derzeit alle Treffen und Ausflüge.
Von Erwin Kargus
26.01.2021 | Stand: 12:12 Uhr

„Schön war die Zeit.“ Das sagen viele, wenn sie mit gleichgesinnten Freunden oder Vertrauten über Jahre hinweg viel Schönes erleben durften. So schwärmen denn auch etliche Seniorinnen und Senioren von ihrem einstigen Bayern-1-Radioclub Stammtisch Pfronten. Er gab ihnen ein Gefühl von Radio-Familie, Heimat und Lebensfreude. Es gibt ihn noch, jetzt unter dem neuen Namen „Radioclub-Stammtisch Pfronten“.

Idee bei Ausflug nach München geboren

Der heutige Vorsitzende Horst Adam, Jahrgang 1942, war mit seiner Frau Regina 2003 von Bad Homburg in Hessen nach Pfronten gekommen. Er erinnert sich noch gut an die legendäre Clubgründung 2004: Der bekannte Pfrontener Musikant Horst Palme fuhr mit einer Reisegruppe nach München zu einem Besuch beim Bayerischen Rundfunk. Dort fragte er einen Mitarbeiter: „Warum gib es eigentlich in Pfronten keinen Bayern 1 Radioclub wie etwa in Füssen oder Kempten?“ Dieser antwortete schlagfertig: „Gründen sie ihn, dann haben sie dort auch einen.“ Palme überlegte nicht lange und gründete 2004 den Bayern-1-Radioclub Stammtisch Pfronten. Von Anfang an fand er viele Gleichgesinnte und leistete mit Begeisterung Aufbauarbeit. Als er 2013 verstarb, zählte der Club über 50 Mitglieder.

Horst Adam lenkt seit 2018 die Geschicke des Radioclub-Stammtisch’ Pfronten.
Horst Adam lenkt seit 2018 die Geschicke des Radioclub-Stammtisch’ Pfronten.
Bild: Erwin Kargus

Viele gesellige Runden organisiert

Spricht man die Mitglieder auf diese Jahre an, so erinnern sie sich gerne an die monatlichen kleinen Ausfahrten und Hoigarte mit Programmplanung in der Brauereigaststätte „Falkenstein“ sowie die jährlichen großen Ausflüge mit flotter Musikantenbegleitung. In geselliger Runde erlebten die Clubmitglieder unter anderem manch lustiges Haxenessen, spaßigen Schnitzelgenuss in der Hütte Fallerschein im Namloser Tal, einen Besuch im Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau oder eine zünftige Einkehr in der Vilstalsäge. Pfrontar Viehscheid, Waldfest, Weiherfest oder Stoininger Feuerwehrfest waren zusammen erlebt noch mal so schön. Aber auch das Kutschenmuseum Hinterstein, das Kloster Irsee, Innsbruck und Schifffahrten auf dem Bodensee und sogar dem Chiemsee bleiben in glücklicher Erinnerung.

Auch sozial engagiert

Der stimmungsvolle Festschmaus zum zehnjährigen Jubiläum im „Falkenstein“ und das Festmahl zum 15-jährigen beim „Oberen Wirt“ bildeten die ganz großen Höhepunkte in der Club-Geschichte. Entsprechend dem bayrischen Motto, „Leben und leben lassen“, zeigte sich der Club auch immer schon sozial. Regelmäßig unterstützte er Einrichtungen wie Kindergärten oder die Tafel, aber auch in Not geratene Einzelpersonen wie eine Pfrontenerin, deren Haus in Röfleuten abbrannte und die dabei Hab und Gut verlor.

Horst Palme führte den Club von 2004 bis 2013, ihm folgte mit Begeisterung und Fleiß von 2013 bis 2018 Walter Trinkner und seit 2018 mit großem Engagement Horst Adam.

Der Bayerische Rundfunk unterstützte die Pfrontener jahrelang mit Rat und Tat, der Club wurde sogar ins Radioprogramm einbezogen und BR-Mitarbeiter besuchten Pfronten. Als idealen Verbindungsmann schätzten die Pfrontener Club-Mitglieder viele Jahre den in der Gemeinde verwurzelten Radio-Moderator Johannes Hitzelberger.

Neustart im Jahr 2017

Die Club-Geschichte ging weiter, wenn auch die Mitgliederzahl inzwischen auf 20 sank, darunter zwölf Frauen. Ende 2017 stellte der Bayerische Rundfunk seinen Hörerclub ein. Doch die Pfrontener machen auch ohne die bis zu diesem Jahr enge Anbindung an den Bayerischen Rundfunk weiter und nennen sich seitdem „Radioclub-Stammtisch Pfronten“. Seit 2019 trifft sich die fröhliche Gemeinde monatlich „beim Max“ im „Oberen Wirt“ und es gibt nach wie vor Ausflüge. Neben Pfrontenern und Zugezogenen zählen zum Club auch ein Ehepaar aus Washington und ein Südtiroler.

Die Corona-Zwangspause seit November trifft die Mitglieder hart, vor allem jene, die allein daheim sind. Die Gemeinschaft, in der sie sich wohl und zuhause fühlen, fehlt ihnen. So bleibt zumeist nur das Telefon für den Kontakt- und Erinnerungsaustausch. In der Stunde der Not hilft man sich aber auch gegenseitig, zum Beispiel beim Einkaufen.

Aus ihrer langen Lebenserfahrung wissen die Clubmitglieder jedoch, dass auch auf den übelsten Regen immer zuverlässig Sonnenschein folgt, und dass es nach Corona wie vordem herzlich und harmonisch bei noch vielen gemütlichen „Hock’s“ im Wirtshaus und bei Ausfahrten weitergehen wird.

Lesen Sie auch: Radio statt Disco: Allgäuer Electro-DJ Basix legt bei Bayern 3 auf