Public Viewing

EM-Fieber im Ostallgäu trotz Corona möglich

WM 2018 - Public Viewing - Fanmeile Berlin

Public Viewing-Veranstaltungen mit vielen Menschen wird es bei der Fußball-Europameisterschaft 2021 wegen Corona nicht geben.

Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa (Symbolfoto)

Public Viewing-Veranstaltungen mit vielen Menschen wird es bei der Fußball-Europameisterschaft 2021 wegen Corona nicht geben.

Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa (Symbolfoto)

Großveranstaltungen zum gemeinsamen Schauen der Spiele sind im Ostallgäu aufgrund des Virus zwar unmöglich, Fernseher in Gaststätten aber erlaubt. Warum ein Wirt aus Füssen glaubt, dass die Leute sicher in Stimmung kommen
13.06.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Überall Schwarz-rot-goldende Fahnen, unzählige feiernde Menschen und jede Menge Fanjubel beim gemeinsamen Fußballschauen im Freien vor großen Bildschirmen – solche Bilder, wie man sie von vergangenen großen Fußball-Events kennt, wird es bei der aktuellen Europameisterschaft nicht geben. Corona lässt kein großen Public Viewing-Veranstaltungen zu. Es gibt auch kaum Anfragen danach. Bei Pfronten Tourismus etwa hat man von keiner einzigen gehört, die geplant wäre, und beim Ordnungsamt der Stadt Füssen zum Beispiel, wo solche Events genehmigt werden müssen, gingen gerade einmal zwei ein.

Eine kam vom Fußballverein Türk Gücü, der in seinem Vereinsheim Fußballschauen wollte. Hier ist laut Informationen aus dem Ordnungsamt noch offen, ob überhaupt und unter welchen Voraussetzungen das möglich gemacht werden könnte. Denn die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung lässt öffentliche Veranstaltungen aus besonderem Anlass nur zu, wenn diese einen von Anfang an klar begrenzten und geladenen Personenkreis haben. Dies teilt das Landratsamt mit. Bei den typischen Formen des Public Viewing sei dies nicht der Fall, so dass solche Veranstaltungen nicht nur im Landkreis Ostallgäu, sondern bayernweit nicht zulässig sind.

TV im Hintergrund darf laufen

„Ist allerdings der Verzehr von Speisen und Getränken der Hauptzweck und wird das jeweilige Sportereignis lediglich auf beispielsweise einem Fernseher im Hintergrund gezeigt, so ist dies im Rahmen des Gastronomiebetriebs zulässig“, heißt es vom Landratsamt weiter. Unter diese Kategorie fällt die zweite Anfrage, die das Füssener Ordnungsamt erhalten hat. Sie nämlich kam von Waldemar Schmidt, dem Inhaber des Bayrish Pub.

„Wir haben dieses Jahr keine große Leinwand, aber Fernseher drinnen und draußen“, erzählt der Gastronom. Es werde daher keine Riesen-Veranstaltung, wie in den Vorjahren geben. „Da waren teilweise 400 bis 500 Leute da. Das können wir so jetzt nicht machen“, sagt Schmidt. Mit ausgelassener Stimmung rechnet er trotzdem – vor allem wenn Deutschland gut spielt. Bei der Übertragung der letzten Champions League-Spiele sei die Situation mit Abstands- und Hygieneregeln zunächst auch komisch gewesen, die Stimmung aber trotzdem gut. Wenn die Spieler auf dem Platz ihre Leistung bringen, sind „die Leute on fire“, ist sich Schmidt sicher. Übertragen werden im Bayrish Pub alle „wichtigen Spiele“.

Rechtzeitig bei der Gemeinde anmelden

Wer als Veranstalter ein Public Viewing-Event plant, muss dieses laut Landratsamt rechtzeitig bei der zuständigen Gemeinde anzeigen. Eventuell müsse auch ein vorübergehender Gaststättenbetrieb genehmigt werden. Ferner seien möglicherweise baurechtliche Vorgaben oder die Versammlungsstättenverordnung zu berücksichtigen.

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Wer im heimischen Wohnzimmer bei den Spielen mitfiebert, mit Freunden im Garen feiert oder in einem Park zum Beispiel gemeinsam auf einem Tablet Fußball schaut, für den gelten im Ostallgäu derzeit diese Regeln: Da die aktuelle Inzidenz unter 50 liegt, dürfen maximal zehn Personen zusammenkommen. Dabei ist unabhängig aus wie vielen Haushalten sie stammen. Klettert der Wert wieder über 50, dürfen ebenfalls zehn Personen gemeinsam Fußball schauen – allerdings aus höchstens drei Hausständen. Eine Ausgangssperre gilt bei den aktuellen Werten nicht. Das heißt, auch zu den Spielen, die erst im 21 Uhr beginnen, kann man sich mit bis zu zehn Personen treffen.

Sollte die Inzidenz die 100 wieder überschreiten, tritt sie jedoch voraussichtlich wieder in Kraft und alles außerhalb der eigenen vier Wände ist tabu. Die Spiele, die um 15 oder 18 Uhr beginnen, dürften dann auch nur noch mit einer weiteren Person aus einem anderen Hausstand geschaut werden.

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