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Hier sollen Füssener Senioren zum Zuge kommen

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Das Bräustüberl in Füssen soll einer Wohnanlage weichen, die für ältere Menschen konzipiert wird. Eine der Forderungen der Füssener Kommunalpolitiker zu diesem Projekt: Der Neubau darf die Nachbarbebauung – zum Beispiel im hinteren Bereich – nicht überragen.

Bild: Heinz Sturm

Das Bräustüberl in Füssen soll einer Wohnanlage weichen, die für ältere Menschen konzipiert wird. Eine der Forderungen der Füssener Kommunalpolitiker zu diesem Projekt: Der Neubau darf die Nachbarbebauung – zum Beispiel im hinteren Bereich – nicht überragen.

Bild: Heinz Sturm

Bei einem Neubau in der Rupprechtstraße erhoffen sich Kommunalpolitiker eine Art Einheimischen-Modell. Welche Forderungen der Bauausschuss erfüllt sehen will.
08.07.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Die Tage des Bräustüberl-Gebäudes scheinen gezählt zu sein: Auf dem Grundstück in der Rupprechtstraße soll eine Wohnanlage vorwiegend „für ältere Mitbürger“ entstehen, sagte Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) im Bauausschuss. Die Belegung könnte die Kommune mit einer Art Einheimischenmodell steuern. Für den Rathaus-Chef wäre das eine tolle Sache. Denn „wir haben einen Riesenbedarf für seniorengerechtes Wohnen“. Der Bauausschuss stellte der Bauvoranfrage das kommunale Einvernehmen in Aussicht. Allerdings hat man eine Reihe von Forderungen.

Entstehen soll ein viergeschossiges Gebäude mit einem sehr flachen Walmdach. Muss der Neubau sich in der Höhenentwicklung doch an der Nachbarbebauung orientieren, fordert das Landratsamt Ostallgäu. Gegenüber dem ersten Entwurf müsste die Wohnanlage deshalb um gut 90 Zentimeter schrumpfen – das habe der Architekt als machbar eingestuft, informierte Bauamtsleiter Armin Angeringer die Kommunalpolitiker.

Zum ganz normalen Marktpreis

Das Wohnangebot richtet sich an ältere Menschen aus Füssen, hieß es in der Sitzung. Diese Senioren sollten aber finanziell gut aufgestellt sein: Denn in der Rupprechtstraße sind keine Sozialwohnungen geplant, vielmehr werde der Wohnraum zum „ganz normalen Marktpreis“ gehandelt, sagte Eichstetter. Die Stadt soll die Vergabe der Wohnungen über einen gewissen Zeitraum steuern, schwebt ihm vor. Die Kommune will dabei verhindern, dass Zweitwohnungen oder nicht dauerhaft genutzte Altersruhesitze entstehen. Wie? Die Stadt will mitreden können, indem sie sich ein Tausendstel als Miteigentumsanteil sichert.

Nur ein stumpfes Schwert?

Er finde das Projekt gut, sagte Martin Dopfer (Füssen-Land). Doch frage er sich, ob die Auflagen der Stadt wirklich greifen. Sie könnten sich als „sehr, sehr stumpfes Schwert“ erweisen, wenn es auf Ferienwohnungen oder andere Nutzungen hinauslaufen sollte. Das sah Christoph Weisenbach (CSU) anders. Wenn sich die Kommune hier ein Miteigentumsanteil sichern und die Nutzung für Senioren festschreiben könne, sei man auf der sicheren Seite.

Kritisch zum geplanten Baukörper äußerte sich Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen): „Mir ist das Ganze zu massiv.“ Zudem müsste die Tiefgaragenzufahrt in die Rupprechtstraße führen und nicht in den verkehrsberuhigten Bereich. Und Magnus Peresson (UBL) die städtebauliche Beraterin Annegret Michler bei der weiteren Planung mit einzubeziehen.

Betriebskonzept vorlegen

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Diese Anregung griff das Gremium auf. Zudem verlangt man die Vorlage eines Betriebskonzeptes, das beschreibt, ob die Wohnungen vermietet oder verkauft werden. Und wer gegebenenfalls der Träger der Seniorenbetreuung sein soll.

Zudem will die Stadt die Vergabe der Wohnungen für einen bestimmten Zeitpunkt steuern und sich ein Miteigentumsanteil sichern. Auch verlangt man eine Reduzierung der Gebäudehöhe. Werden all diese Kriterien erfüllt, könne man dem Vorhaben zustimmen – das beschloss der Bauausschuss bei einer Gegenstimme.