Bundeswehrübung

Was die Soldaten der Gebirgsaufklärer derzeit im Raum Füssen üben

Eine Szene von der derzeit laufenden Übung: Ein Spähwagen Fennek hat Position bezogen, um Feindkräfte aufzuklären.

Eine Szene von der derzeit laufenden Übung: Ein Spähwagen Fennek hat Position bezogen, um Feindkräfte aufzuklären.

Bild: Gebirgsjägerbrigade Pressestelle/Stiebert

Eine Szene von der derzeit laufenden Übung: Ein Spähwagen Fennek hat Position bezogen, um Feindkräfte aufzuklären.

Bild: Gebirgsjägerbrigade Pressestelle/Stiebert

Das Gebirgsaufklärungsbataillon 230 trainiert im Großraum Füssen. Die Spezialisten werden bis zu 150 Kilometer vor den eigenen Linien eingesetzt.
04.12.2022 | Stand: 16:43 Uhr

Sie sind die Augen und Ohren der Gebirgsjägerbrigade 23: Derzeit üben die Gebirgsaufklärer im Großraum Füssen – die erste große Übung des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 nach dem Einsatz in Mali, aus dem viele Soldatinnen und Soldaten erst kürzlich in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Aufgabe der Aufklärer: Sie beobachten den „Feind“ vor den eigenen Linien und melden der Brigade, was geschieht, um ein klares Lagebild zu ermöglichen, teilt die Pressestelle der Gebirgsjägerbrigade mit.

Elektronische Lagekarte zeichnet Bild des Feindes in Füssen

Hier und da huscht ein Schatten durch den morgendlichen Wald, Nebel liegt in den Senken und weicht nur widerwillig der aufgehenden Sonne. Das ist das herbstliche Szenario, indem sich das Gebirgsaufklärungsbataillon seit wenigen Tagen befindet. Absolute Stille herrscht im Bereich des Bataillonsgefechtsstandes. Auf den elektronischen Lagekarten zeichnet sich langsam, aber sicher ein klares Lagebild des angreifenden Feindes ab.

Ruhig wird durch die Offiziere des Bataillons die Lage analysiert und in einem sich abzeichnenden Lagebild an die Gebirgsjägerbrigade weiter gemeldet. „Wir da draußen sind weit vor unseren Kameraden im Feindesland. Allein und auf uns selbst gestellt“, erklärt ein Kompaniechef. „Wenn wir nicht die notwendigen Informationen liefern, kann es kein korrektes Lagebild geben. Die Auswirkungen sind dann fatal.“

Bis zu 150 Kilometer vor den eigenen Linien eingesetzt

Der Offizier fährt fort: „Mit mehreren Aufklärungszügen und technischem Equipment, wie dem Aufklärungsfahrzeug Fennek und Drohnen, sowie Sensorik im Gelände sind unsere Aufklärer bis zu 150 Kilometer vor den eigenen Linien eingesetzt. Ausgesetzter kann man nicht sein. Da sind das Aufnehmen und Halten von Verbindungen eine besondere Herausforderung.“

Einer weiteren großen Herausforderung stellte sich das Gebirgsaufklärungsbataillon 230 bei der Übung selbst: „Wir arbeiten mit dem Gerät, das wir haben und das auf dem Hof steht. In einem Fall der Bündnis- und Landesverteidigung muss es schnell gehen – notfalls wird improvisiert“, sagt der Kompaniechef.

Dass die Aufklärer ihr Geschäft beherrschen und sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen, hebt der Brigadekommandeur, Oberst Michael Bender, positiv hervor. „Die Aufklärung aller uns gegenüberstehenden feindlichen Kräfte ist immens wichtig und stellt einen wesentlichen Pfeiler meiner Führung dar.“

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