Literatur

Neuer Pfronten-Krimi: Hochspannung im Schatten des Aggensteins

Im Schatten des Aggensteins gibt es eine Reihe von Berghütten. Allerdings nicht den Berggasthof Seekopf. Den hat sich Hans Compter für seinen Alpenthriller ausgedacht.

Im Schatten des Aggensteins gibt es eine Reihe von Berghütten. Allerdings nicht den Berggasthof Seekopf. Den hat sich Hans Compter für seinen Alpenthriller ausgedacht.

Bild: E. Reiter/Pfronten Tourismus

Im Schatten des Aggensteins gibt es eine Reihe von Berghütten. Allerdings nicht den Berggasthof Seekopf. Den hat sich Hans Compter für seinen Alpenthriller ausgedacht.

Bild: E. Reiter/Pfronten Tourismus

Hans Compter lässt seinen ersten Thriller „Der Donner bringt den Tod“ im Ostallgäu spielen. Das Unglück nimmt in einer Berghütte seinen Lauf.
05.02.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Ein heftiges Gewitter treibt eine illustre Runde in einer Berghütte am Aggenstein in Pfronten zusammen. Die Beteiligten können ja nicht ahnen, dass sie ausgerechnet an einem Umschlagplatz des internationalen Drogenhandels Schutz vor Blitz und Regen suchen. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf.

In reale Landschaft eingebettet

„Der Donner bringt den Tod“ hat Hans Compter seinen ersten Krimi genannt, den er am Dienstag, 8. Februar, ab 20 Uhr bei einer Online-Lesung von Pfronten Tourismus vorstellt. Dafür hat er teils an Original-Schauplätzen Abschnitte aufgezeichnet. Denn auch wenn der Berggasthof Seekopf als Schauplatz des Geschehens fiktiv ist, hat er ihn in die ganz reale Landschaft zwischen Breitenberg, Aggenstein, Engetal und Adratsbach eingebettet.

In einem Bergverlag erschienen

Dass die Berge die große Leidenschaft des 1959 in Ulm geborenen Arztes sind, der seit seiner Kindheit regelmäßig im Allgäu unterwegs ist und eine Praxis in Oberschwaben betreibt, schlägt sich in seinem Erstling ebenso nieder wie sein Wissen als Mediziner. So ist es passend, dass sein Buch im Rother Bergverlag erschienen ist, der auf Wanderführer und Bergsportliteratur spezialisiert ist. Andererseits ist wenig überraschend, dass eine Ärztin zur Heldin des Dramas avanciert, in dem sie fast als einzige den Durchblick behält, bis ihr am Schluss ein Fehler unterläuft, der sie fast das Leben kostet. Tiefe Sympathien lässt Compter auch für Bergführer durchblicken, die auch dann noch grundgute Menschen sind, wenn sie auf Abwegen unterwegs sind, um mit ihrem Einkommen auskommen zu können.

Spannungsbogen hoch gehalten

Den Spannungsbogen hochzuhalten, gelingt Compter gut. Schon im in Bolivien spielenden Prolog legt er Fährten aus und spielt mit Andeutungen, die er erst viel später auflöst, als das Unheil längst seinen Lauf genommen hat. Umso schlechter das Wetter vor der Tür des Berggasthofs wird, umso dichter wird das Geschehen drinnen. Immer mehr Mitglieder der elfköpfigen, wild zusammengewürfelten Hüttenrunde verschwinden, so dass sich die Übriggebliebenen an die Geschichte von den „Zehn kleinen N …“ erinnert fühlen – in seiner Heimat Österreich sei das N-Wort noch erlaubt, beharrt Bergführer Karl. Der Großvater will mit Schrotflinte und Feuer die bösen Geister aus dem Familiensitz vertreiben, während seine verdorbene Schwiegerenkelin verzweifelt und hinterhältig versucht, zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Auf den Kopf gefallen ...

Bei seinen Figuren trägt Compter augenzwinkernd ein wenig dick auf. Bei der älteren Schwäbin beispielsweise, die auf den Kopf gefallen ist (von ihrem rosa E-Mountainbike nämlich) und immer wieder unpassende Kommentare einstreut, ehe sie ins Koma fällt. Oder bei der hessischen Lehrerin, die mitten im Chaos in stoischer Ruhe gegen sich selbst Mensch ärgere Dich nicht spielt. Hinterher lässt sie sich als Heldin feiern, während Ärztin Katharina Schiller Ärger mit der Ärztekammer bekommt: Ihr Medikamentencocktail zur Schmerztherapie des angeschossenen Drogenbarons war ein wenig arg alkohollastig. Die Sprüche des Albaners sind übrigens ein Tipp für humoristische Feinschmecker – allerdings gibt Compter sie im Original wieder. Vielleicht lässt er sich bei der Online-Lesung ja zu einer Übersetzung überreden …

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