Fernwandern

Panoramaweg ab Pfronten: Auf Genusspfaden über die Alpen

Mit der Burgruine Falkenstein will sich Pfronten in den Starkenberger Panoramaweg eingliedern.

Mit der Burgruine Falkenstein will sich Pfronten in den Starkenberger Panoramaweg eingliedern.

Bild: Benedikt Siegert

Mit der Burgruine Falkenstein will sich Pfronten in den Starkenberger Panoramaweg eingliedern.

Bild: Benedikt Siegert

Der Tiroler Weg auf den Spuren der Starkenberger soll im Norden bis nach Pfronten verlängert werden. Auch im Süpden wartet noch ein attraktives Ziel.
15.10.2021 | Stand: 18:00 Uhr

In Tirol sind die Starkenberger eine Nummer: 400 Jahre hatte das Adelsgeschlecht eine beherrschende Stellung im Land eingenommen und ist dort dank einer gleichnamigen Biersorte bis heute in vieler Munde. Aber auch im Allgäu hat die Familie Spuren hinterlassen. Warum also nicht sich anschließen an den 2018 eröffneten Starkenberger Panoramaweg, der bislang 59 Kilometer von der Fernpasshöhe bis zum Schloss Landeck reicht? Zumal man mit der Ruine Falkenstein in Pfronten eine Perle in diese Kette einfügen könnte.

Zwar hatte kein Schwarzenberger diese Burg 1280/81 erbauen lassen. Mit Graf Meinhard II. war es aber immerhin ein Tiroler und Zeitgenosse der Starkenberger, wie Ortsentwickler Jan Schubert im Kulturausschuss des Pfrontener Gemeinderats erklärte. Eine Machbarkeitsstudie im Rahmen eines Interreg-Projekts erbrachte ein positives Ergebnis für eine Verlängerung des Fernwanderwegs nach Pfronten, der erst mit der Verdoppelung seiner Länge zu einem Weitwanderweg von internationalem Format werde. Dass gleichzeitig über eine Verlängerung in Richtung Süden bis Bozen nachgedacht wird, wo die Starkenberger einst ihre größten Burgen bauten, steigerte die Begeisterung im Ausschuss zusätzlich. Geschlossen mit 7:0 Stimmen votierte er dafür, dieses Vorhaben weiterzuverfolgen.

Gewinn fürs Image

Allerdings hatten die Ausschussmitglieder auch einige Fragen. So wollte Oliver Rinschede (Pfrontner Liste) Kosten und Mehrwert für Pfronten gegenübergestellt haben. Für die Machbarkeitsstudie habe man 2500 Euro beigesteuert, antwortete Ortsentwickler Schubert. Die konkreten Kosten für Ausschilderung, Marketing etc. bezifferte er noch nicht. Als Startort gewinne man aber auf jeden Fall zusätzliche Übernachtungen und verbessere sein Image, zumal als Schnittstelle mit dem Maximilianweg, der vom Boden- zum Königssee führt. Allerdings, auch das wurde in der Diskussion angesprochen, bleiben Fernwanderer nur eine Nacht, weshalb Kilian Trenkle (Pfrontner Liste) Pfronten lieber als Zielort positioniert sähe, wo die Gäste vielleicht doch ein bisschen länger blieben. Zudem brauche man Parkplätze, wenn die Gäste zu Fuß weiterzögen und ihre Fahrzeuge in Pfronten zurückließen, meinte sein Kollege Rinschede.

Wege im Tal

„Eine Alpenüberquerung hätte schon was“, zeigte sich Bürgermeister Alfons Haf als klarer Befürworter des Projekts mit einer möglichen Verlängerung bis Bozen. Zumal die Wege meist im Tal verlaufen und damit eine andere Zielgruppe als bestehende alpine Fernwanderwege ansprechen. Für relativ geringes Geld schaffe man große Chancen für den Tourismus in Pfronten, erklärte Haf. Mit ihrem Anschluss ans Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs bringe die Gemeinde auch die Voraussetzungen für einen Startort mit.

Historische Bezüge

Die Machbarkeitsstudie hat laut Jan Schubert eine Reihe von Erfolgsfaktoren für die Verlängerung des Wanderwegs ergeben. Darunter seien authentische historische Bezüge, die wissenschaftlich aufbereitet werden. Die Marktfähigkeit sei durch die Begleitung durch Reiseveranstalter von Anfang an gesichert und man profitiere von den starken Marken Allgäu, Tirol und vielleicht auch Südtirol. Was nun noch fehle, sei eine Erzählung zum Weg. Denkbar sei etwa der Fokus auf Aufstieg und Fall eines Rittergeschlechts.

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