Wann ist die Pöllatschlucht wieder geöffnet?

Zu gefährlich: Pöllatschlucht bei Schloss Neuschwanstein bleibt vorerst geschlossen

Pöllatschlucht in Schwangau bis auf weiteres gesperrt

Weil Felsstürze drohen, bleibt die Pöllatschlucht bei Schwangau vorerst zu.

Bild: Benedikt Siegert

Weil Felsstürze drohen, bleibt die Pöllatschlucht bei Schwangau vorerst zu.

Bild: Benedikt Siegert

Der beliebte Wanderweg bei Schwangau wird so schnell nicht öffnen. Es besteht weiterhin die Gefahr von Felsstürzen. Die Gemeinde strebt nachhaltiges Konzept an.
31.07.2021 | Stand: 07:19 Uhr

Die bei Einheimischen und Touristen beliebte Pöllatschlucht unterhalb von Schloss Neuschwanstein bleibt vorerst geschlossen. Dieses Jahr wird sie auf jeden Fall nicht mehr öffnen, teilt Schwangaus Tourismusdirektorin Sylvia Einsle mit. Wie berichtet, musste die Schlucht wegen eines Felssturzes im Oktober vergangenen Jahres kurz vor der Winterpause gesperrt werden. Zu hoch war das Sicherheitsrisiko. Anschließend gab die Gemeinde ein Gutachten in Auftrag, um Informationen über den Zustand der Schlucht zu erhalten.

Schwangau will ein nachhaltiges Sicherheitskonzept für die Schlucht

Grundsätzlich gilt, berichtet Einsle im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir brauchen ein nachhaltiges Sicherheitskonzept für die Pöllatschlucht.“ Denn aktuell gebe es geologische Risiken und es wären Sprengungen notwendig. Man wolle aber nicht immer wieder punktuell etwas verbessern, sondern strebe eine ganzheitliche Lösung an. Dafür will die Gemeinde mit dem Eigentümer – dem Freistaat Bayern – Gespräche führen. Einsle verweist auch auf die Unwetter mit Starkregen, die in den vergangenen Wochen über Deutschland zogen und ein zusätzliches Risiko darstellen. Nun gehe es darum, sich mit dem Freistaat an einen Tisch zu setzen – ein Zeitplan stehe aber noch nicht fest. Die Pöllatschlucht ist ein beliebtes Ausflugziel im Königswinkel.

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Eröffnung 2019: Pöllatschlucht wieder begehbar

Und die Besucher mussten sich in der Vergangenheit bereits gedulden: Fünf Jahre lang war die Schlucht für Wanderer gesperrt. Für etwas mehr als eine halbe Millionen Euro hatte man umfangreiche Arbeiten an den Wanderwegen vorgenommen. Später musste dann noch ein weiterer Felsen abgetragen werden, der sich ebenfalls als absturzgefährdet herausgestellt hatte – feierlich wiedereröffnet wurde die Schlucht 2019. Damals wurde auch eine neue Sicherheitskommission eingeführt. Ihr Job: Droht ein Unwetter, werden die neu errichteten Tore geschlossen, so dass Besucher die Schlucht zwar noch verlassen können, aber niemand mehr dort hinein kommt. Danach gehen die Mitglieder der Sicherheitskommission den alpinen Wanderweg ab und entscheiden gemeinsam, ob er für Besucher wieder geöffnet werden kann.

Das beliebte Ausflugsziel konnte allerdings nur kurz geöffnet bleiben. Im Oktober vergangenen Jahres stürzte erneut ein Felsen herunter. Dabei habe es sich dann um einen „ganz neuen Ausbruch“ gehandelt, sagte Stefan Rinke damals gegenüber unserer Redaktion. 2020 waren über 205.000 Besucher in der Pöllatschlucht unterwegs, im Jahr davor waren es über 170.000 Wanderer.

Auch die Marienbrücke ist zur Zeit geschlossen

Auch die beliebte Marienbrücke direkt am Schloss ist noch wegen Sanierungsarbeiten bis voraussichtlich Ende 2022 gesperrt. Für Besucher, die an Schloss Neuschwanstein interessiert sind, hat Einsle noch einen Tipp: Wegen der aktuell geltenden Corona-Maßnahmen sind die Führungen im Märchenschloss eingeschränkt und eine Reservierung online notwendig. Dabei komme es immer wieder vor, dass Touristen erst vor Ort merken, dass sie unter Umständen kein Ticket mehr ergattern. Einsle empfiehlt deshalb einen Besuch im Schloss Hohenschwangau: Die Führungen seien etwas länger und Tickets einfacher zu bekommen.

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