Bergwacht im Allgäu

Bergwacht übt in Füssen mit der „schnellen Windel“ - doch was ist das eigentlich?

Dieses Foto zeigt das Rettungsverfahren mithilfe der "schnellen Windel". Bergwachtler übten in einer überregionalen Übung gemeinsam verschiedene Einsätze.

Dieses Foto zeigt das Rettungsverfahren mithilfe der "schnellen Windel". Bergwachtler übten in einer überregionalen Übung gemeinsam verschiedene Einsätze.

Bild: Bergwacht Füssen

Dieses Foto zeigt das Rettungsverfahren mithilfe der "schnellen Windel". Bergwachtler übten in einer überregionalen Übung gemeinsam verschiedene Einsätze.

Bild: Bergwacht Füssen

Die Bergwacht Füssen hat eine überregionale Übung mit Einsatzkräften aus Steingaden und Sonthofen durchgeführt. Wann die „schnelle Windel“ zum Einsatz kommt.
23.11.2022 | Stand: 05:45 Uhr

Die Bergwacht Füssen hat vor kurzem zwölf Bergretter aus den Bereitschaften Füssen, Steingaden und Sonthofen zu sogenannten ARS – also zu speziellen Einsatzkräften aus der Luft – qualifiziert. Es ist bereits die zweite überregionale Hubschrauberaubildung, die in diesem Jahr stattgefunden hat. Warum der Lehrgang wichtig ist.

ARA Flugrettungsstation Reutte stellte für drei Stunden Hubschrauber zur Verfügung

Die ARA Flugrettungsstation Reutte stellte für drei Stunden den Rettungshubschrauber RK 2 zur Verfügung, teilt die Bergwacht Füssen in einer Pressemitteilung mit. Fünf Ausbilder der Bergwacht Füssen qualifizierten an einem Vormittag zwölf Bergretter. Geübt wurde an vier festgelegten Punkten rund um den Alpsee in Schwangau. Trainingsinhalte waren hierbei die Rettungstechniken Kapprettung aus einem Absturzgelände sowie die Bergung mit der „schnellen Windel“. Jeder der zwölf Bergretter konnte in diesen knapp drei Stunden alle Techniken als Retter einmal anwenden. Insgesamt kam es zu 36 sogenannten Winch-Vorgängen an der am RK 2 fest installierten Rettungswinde.

Solche Ausbildungen sind sehr wichtig, damit im Einsatzfall die Fertigkeiten verinnerlicht sind und die Sicherheit von Patienten und Rettern stets gewährleistet ist.

Im Anschluss an das Training zogen die Bergretter, die Ausbilder sowie die Hubschreibercrew Resümee und es wurden die Feinheiten besprochen, die noch verbessert werden könnten.

Rettungskräfte aus Füssen, Steingaden und Sonthofen waren im Einsatz

Insgesamt waren alle Beteiligten mit der Ausbildung in Füssen und dem Hubschrauber RK 2 aus Reutte „sehr zu zufrieden“ und die Ausbilder konnten den Teilnehmern einen hohen Wissensstand und Beherrschen der Verfahren bescheinigen, schreiben die Bergwachtler.

Die Bergwacht gibt außerdem Einblicke in die Rettungsverfahren:

  • Kapprettung: Dahinter verbirgt sich die Rettung eines Kletterers mit einem funktionierenden Klettergurt, der mit einer Kapprettungsschlinge durch den Bergretter aufgenommen und im Anschluss das Kletterseil gekappt – durchschnitten – wird. Dieses Verfahren ist zwar in der Praxis selten, muss aber im Ernstfall laut Bergwacht beherrscht werden, da es für die Maschine eine „gefesselte“ Situation gibt, was bedeutet, dass der Hubschrauber für eine gewisse Zeit fest an den Boden gebunden ist.
  • Schnelle Windel: Dabei entsteht keine „gefesselte“ Situation. Der Retter verbleibt im Windenhaken der Rettungswinde und legt der zu rettenden Person möglichst schnell ein Rettungsdreieck an. Auch dieses Verfahren sei selten, müsse aber ebenso wie die Kapprettung durch die ARS der Bergwacht Bayern für den Ernstfall beherrscht werden.

(Vor kurzem mussten Kletterer im Kenzengebiet gerettet werden - mehr dazu, lesen Sie hier.)

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