Jubiläum

Vor dem Abriss steht im Siebenbürgerheim Lechbruck noch die 50-Jahr-Feier an

Seit 50 Jahren gibt es das Siebenbürgerheim in Lechbruck. In dieser Zeit war es einem stetigen Wandel unterworfen und wurde immer wieder an aktuelle Standards angepasst. Das Foto zeigt das Alten- und Pflegeheim in seinen Anfängen.

Seit 50 Jahren gibt es das Siebenbürgerheim in Lechbruck. In dieser Zeit war es einem stetigen Wandel unterworfen und wurde immer wieder an aktuelle Standards angepasst. Das Foto zeigt das Alten- und Pflegeheim in seinen Anfängen.

Bild: Siebenbürgerheim Lechbruck

Seit 50 Jahren gibt es das Siebenbürgerheim in Lechbruck. In dieser Zeit war es einem stetigen Wandel unterworfen und wurde immer wieder an aktuelle Standards angepasst. Das Foto zeigt das Alten- und Pflegeheim in seinen Anfängen.

Bild: Siebenbürgerheim Lechbruck

Dem Siebenbürgerheim in Lechbruck stehen große Veränderungen bevor. Sie begannen mit einem Trägerwechsel und gipfeln in einem Umbau. Vorher aber wird gefeiert.
15.09.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Demnächst ändert sich im Siebenbürgerheim in Lechbruck eine ganze Menge: Das alte Gebäude wird abgerissen. Eine neue, moderne Seniorenwohnanlage entsteht an seiner Stelle. Bevor es mit den großen Bauarbeiten aber losgeht und das traditionelle Alten- und Pflegeheim damit einen neuen Weg in die Zukunft beschreitet, wird vorher noch einmal zurückgeschaut – zurück auf die vergangenen 50 Jahre. Denn das Siebenbürgerheim feiert Geburtstag. Am kommenden Samstag, 17. September, gibt es um 10 Uhr in der Einrichtung eine Jubiläumsfeier.

Am 19. Juni 1971 wurde laut Alexander Hitzelberger von der Einrichtungsleitung der Grundstein für das ursprüngliche Gebäude gelegt. Im Februar 1973 folgte die Einweihung. „Das Siebenbürgerheim war ursprünglich kein Pflegeheim, sondern ein Altenheim“, sagt Hitzelberger. Es sollte den sogenannten Siebenbürger Sachsen, Menschen aus der Region Siebenbürgen in Rumänien, eine Heimat im Alter bieten.

Siegfried von Hohenau hatte diese Frauen und Männer nach Lechbruck geholt. Sie arbeiteten dort in seinen beiden Betrieben. Er stiftete schließlich auch den Bau des Siebenbürgerheims, um seinen Arbeitskräften eine sichere Unterkunft an ihrem Lebensabend zu gewährleisten. Für die Finanzierung und spätere Verwaltung des Heims wurde der Hilfsverein „Siebenbürgerheim Lechbruck“, dem später Siegfried von Hohenaus Sohn Rolf vorsaß, gegründet.

Sieben Plätze für Lechbrucker vorhalten

Neben dem Geld der Familie von Hohenau flossen laut Hitzelberger Zuschüsse von staatlicher Seite, der Inneren Mission und Spendengelder in den seinerzeit um die 3,5 Millionen Deutsche Mark teuren Bau. Auch die Gemeinde Lechbruck beteiligte sich mit 100.000 DM daran – unter der Prämisse, dass sieben Heimplätze für Lechbrucker Senioren freigehalten werden.

Mittlerweile hat sich das Verhältnis von Siebenbürgern zu Einheimischen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern des Heims und auch die Einrichtung selbst stark gewandelt. „Anfangs gab es bundesweit fünf Einrichtungen dieser Art, mittlerweile nur noch zwei. Inzwischen beherbergen wir auch nur noch zwei Siebenbürgerinnen“, sagt Hitzelberger. Die anderen Seniorinnen und Senioren, die das Haus mit insgesamt 70 Betten bewohnen, stammen aus Lechbruck und dem Umland.

Unter anderem wegen der steigenden Nachfrage nach Alten- und Pflegeheimplätzen und sich verändernden gesetzlichen Vorgaben, befand sich auch das Siebenbürgerheim in Lechbruck in einem stetigen Wandel. Diverse Umbau- und Sanierungsarbeiten fanden über die Jahre statt – darunter die Modernisierung der Zimmer, eine Wärmedämmung des Hauses, der Bau eines neuen Speisesaals sowie der Umbau vom Flach- zum Satteldach.

Große Veränderungen haben bereits begonnen

Jetzt aber stehen die größten Veränderungen vor der Tür. Begonnen haben sie bereits vor dem großen Umbau mit einem Wechsel des Trägers. Über 40 Jahre lang leitete der Hilfsverein „Siebenbürgerheim Lechbruck“ unter dem Vorsitz Rolf von Hohenaus die Einrichtung. 2022 dann fusionierte er mit der Arche Noris gGmbH. Bereits im Jahr davor wurde die Geschäftsführung des Siebenbürgerheims an die Arche Noris übertragen. Die gemeinnützige GmbH mit Sitz in Nürnberg gehört ebenso wie der Lechbrucker Verein dem Diakonischen Werk, also dem Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche, an. Die Arche Noris betreibt bereits an mehreren anderen Orten Senioren- und Pflegeheime sowie Kindergärten.

Grund für diesen Schritt und den großen Umbau sind immer höhere gesetzliche Auflagen für Senioren- und Pflegeheime und eine sich zunehmend verschärfende Personalsituation in der Branche. Als Teil einer größeren Gemeinschaft, wie der Arche Noris, lassen sich zum Beispiel personelle Engpässe leichter ausgleichen.

Baubeginn am Siebenbürgerheim im Frühjahr geplant

Um den neuesten baulichen Vorgaben zu entsprechen, sollen im kommenden Frühjahr die Bagger auf dem 7300 Quadratmeter großen Grundstück in der Schongauer Straße anrollen. In einem ersten Bauabschnitt soll ein neues Pflegezentrum mit 81 Bewohnerplätzen entstehen.

Ist dieser Neubau vollendet, können die Seniorinnen und Senioren umziehen und das alte Gebäude wird abgerissen. An seiner Stelle soll eine Seniorenwohnanlage mit um die 30 Wohnungen für „Betreutes Wohnen“ und Mitarbeiterappartements entstehen. Eine Renovierung des alten Bestandsgebäudes wäre zu teuer und aufwendig geworden.