Rettung in den Bergen

Wolfskopf bei Trauchgau: 48-jähriger Skitourengeher verliert das Bewusstsein

Erst nach dem fünften Anflug konnte der bewusstlose Mann mit Hilfe eines Hubschraubers geborgen und in ein Krankenhaus geflogen werden.

Erst nach dem fünften Anflug konnte der bewusstlose Mann mit Hilfe eines Hubschraubers geborgen und in ein Krankenhaus geflogen werden.

Bild: Bergwacht Steingaden-Peiting

Erst nach dem fünften Anflug konnte der bewusstlose Mann mit Hilfe eines Hubschraubers geborgen und in ein Krankenhaus geflogen werden.

Bild: Bergwacht Steingaden-Peiting

Die Bergwacht Steingaden-Peiting rettete den Mann. Die Witterung und die Lawinengefahr erschweren den 3,5-stündigen Einsatz. Hubschrauber fliegt mehrmals an.
18.01.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Ein 48-jähriger Skitourengeher hat am Wolfskopf bei Trauchgau das Bewusstsein verloren und benötigte Hilfe von der Bergwacht Steingaden-Peiting. Die Einsatzkräfte wurden am Samstag gegen 10.30 Uhr alarmiert. Der Mann erlitt demnach einen akuten internistischen Notfall. Die Bergung war wegen des bewölkten Wetters schwierig.

Retter kämpft sich mit Skiern durch

Ein Notarzthubschrauber aus Reutte musste aufgrund der dichten Wolkendecke wieder abdrehen. Beim zweiten Versuch konnte ein Bergwacht-Luftretter bei einem Anflug unterhalb der Wolkengrenze vom Hubschrauber abgesetzt werden. Der Mann kämpfte sich mit Skiern durch den in der Nacht gefallenen tiefen Neuschnee in Richtung Wolfskopf-Gipfel, teilt die Bergwacht mit. Da sich der Zustand des Patienten weiter verschlechterte, entschied der Einsatzleiter parallel weitere Kräfte am Boden zur Unfallstelle zu schicken. Per Raupen-Quad und mit einem Geländefahrzeug versuchten zwei Trupps über die Nordseite in Richtung Patient vorzudringen.

Ab etwa 1400 Metern Höhe war jedoch auch mit dem Raupen-Quad ein Weiterkommen unmöglich und die Retter mussten ebenfalls mit Skiern aufsteigen. Parallel nahm der Hubschrauber weitere Luftretter an der Bergrettungswache in Steingaden auf und flog mit diesen in Richtung Einsatzstelle.

Der Hubschrauber musste mehrmals anfliegen, weil er wegen des Wetters nicht landen oder eine Person absetzen konnte.
Der Hubschrauber musste mehrmals anfliegen, weil er wegen des Wetters nicht landen oder eine Person absetzen konnte.
Bild: Bergwacht Steingaden

Bergwacht bringt Angehörige sicher ins Tal

Die Lawinensituation (zweithöchste Stufe) erschwerte den Einsatz zusätzlich. Zwischenzeitlich war eine Bergwacht-Notärztin, die privat auf Skitour war, zum Patienten und seinen drei Angehörigen gestoßen. Beim dritten Anflug des Hubschraubers lichtete sich laut Bergwacht kurz die Wolkendecke und der Hubschrauber seilte weitere Einsatzkräfte an der Unfallstelle ab.

Der Patient, der inzwischen stark unterkühlt war, wurde notärztlich versorgt und in ein Vakuum-Bett gelegt. Beim fünften Anflug konnten Notarzt und der 48-jährige Tourengeher aufgenommen und direkt ins Krankenhaus nach Füssen geflogen werden. Nach über dreieinhalb Stunden waren die drei Angehörigen sowie die 14 Einsatzkräfte wieder im Tal.

(Lesen Sie hier, wie die Bilanz der Bergwacht Bayern ausfällt.)