Betrug im Allgäu

Gleich zwei Betrugsfälle im Allgäu: Falsche Handwerker im Notdienst

In Weißensberg und in Pfronten sind zwei Frauen von falschen Fachmännern getäuscht worden. Ein Betrüger ist polizeilich bekannt.

In Weißensberg und in Pfronten sind zwei Frauen von falschen Fachmännern getäuscht worden. Ein Betrüger ist polizeilich bekannt.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Symboldbild)

In Weißensberg und in Pfronten sind zwei Frauen von falschen Fachmännern getäuscht worden. Ein Betrüger ist polizeilich bekannt.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Symboldbild)

Einmal war es der Kammerjäger, einmal der Monteur: In Weißensberg und in Pfronten kam es zu falschen Notdienst-Fällen. Zwei Frauen fielen auf Betrüger herein.
20.11.2020 | Stand: 13:07 Uhr

In Weißensberg (Landkreis Lindau) und in Pfronten (Landkreis Ostallgäu) sind zwei Frauen auf betrügerische Notdienste hereingefallen. Nach Polizeiangaben riefen beide Frauen eine Nummer aus dem Internet an, um ihre Schäden im Haus beheben zu lassen.

Eine Betroffene ist eine 35-jährige Frau und ihre Familie aus Weißensberg. Seit längerem wurde die Familie durch einen Siebenschläfer, der sich im Dach des Wohnhauses eingenistet hatte, gestört. Damit dieser von dort vertrieben werden konnte, rief die Frau einen Kammerjäger. Dazu wählte sie eine Mobilnummer aus dem Internet, die offenbar nicht von einem örtlichen Fachmann stammte.

Weißensberg - Kammerjäger aus dem Internet betrügt Familie

Der vermeintliche Fachmann aus dem Internet kam und verkaufte der 35-Jährigen eine Rattenfalle mit Rattengift. Obwohl es sich bei den Siebenschläfern um ein geschütztes Tier handelt, installierte der Fachmann die Falle. Seine Arbeit sollte die Frau 320 Euro kosten - zahlen sollte sie sofort. Die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei Lindau.

Ähnlich erging es auch einer Frau in Pfronten. Weil sie ein Problem mit einem Wasseranschluss an einer Spülmaschine hatte, rief sie über eine Hotline einen ihr unbekannten Notdienst an. Die Frau war jedoch der Meinung, es handelt sich dabei um eine örtliche Firma. Auch hier kam ein Monteur um den Schaden zu beheben. Wie die Polizei berichtet, drehte er die Wasserleitung ab und behauptete, dass eine größere Reparatur notwendig sei. Deshalb wollte er am nächsten Tag mit einem Ersatzteil wiederkommen.

Zwei Tage später tauchte der Monteur auf und verlangte 200 Euro in Bar. Eine Rechnung oder Quittung wollte der Mann nicht ausstellen. Die Pfrontenerin beharrte jedoch auf eine Rechnung und weigerte sich zu zahlen. Ein örtlicher Handwerker stellte später fest, dass es sich bei dem Defekt nur um einen kleinen Schaden handelte, der für einen niedrigen Betrag zu beheben war.

Pfronten: Falscher Monteur will 200 Euro in Bar

Die Frau aus Pfronten beschreibt den vermeintlichen Monteur als einen etwa 155 Zentimeter und 40 Jahre alten Mann. Er trägt einen auffälligen und langen schwarzen Bart. Er war mit einem weißen Lieferwagen ohne Aufschrift unterwegs. Die Polizei in Pfronten ermittelt wegen Verdachts des versuchten Betruges.

Im Fall des falschen Fachmannes in Weißensberg konnte die Polizei den Betrüger bereits ausfindig machen. Nach Polizeiangaben handelt es sich offenbar um eine Firma aus Regensburg. Gegen das Unternehmen und den Mitarbeiter laufen wegen Betrugs schon mehrere Ermittlungsverfahren in ganz Bayern.

Die Polizei Lindau rät in solchen Fällen auf örtliche Betriebe zu vertrauen. Diese kennen die Vorschriften und bieten ihren Service zu regulären Preisen an, berichtet die Polizei. Vorsicht sei ebenso geboten, wenn Handwerker auf eine sofortige Bezahlung mittels Geldkarte drängen.

(Lese Sie auch: Falsche Polizeibeamte und zweilichtige Online-Händler: Mehrere Allgäuer werden zu Betrugsopfern.)