Streitthema im Oberallgäu

Bürgerinitiative "Rettet den Grünten": "Bauprojekt ignoriert die Realität"

Ein Investor will die Grünten-Skilifte in einen Ganzjahresbetrieb mit Parkhaus, Tal– und Bergstation, Walzengarage samt Betriebsstankstelle umbauen. Davor warnt nun die Bürgerinitiative "Rettet den Grünten".

Ein Investor will die Grünten-Skilifte in einen Ganzjahresbetrieb mit Parkhaus, Tal– und Bergstation, Walzengarage samt Betriebsstankstelle umbauen. Davor warnt nun die Bürgerinitiative "Rettet den Grünten".

Bild: Alexandra Hartmann

Ein Investor will die Grünten-Skilifte in einen Ganzjahresbetrieb mit Parkhaus, Tal– und Bergstation, Walzengarage samt Betriebsstankstelle umbauen. Davor warnt nun die Bürgerinitiative "Rettet den Grünten".

Bild: Alexandra Hartmann

Die Bürgerinitiative macht ihre Einwände gegen die Pläne eines Investors deutlich. Die Sprecher kritisieren etwa neue Zufahrtswege und einen Besucheransturm.
02.09.2021 | Stand: 18:02 Uhr

In einer Pressemitteilung macht die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ (BI) ihre Einwände gegen die Modernisierung der Grünten-Skilifte in einen modernen Ganzjahresbetrieb mit Parkhaus, Tal– und Bergstation, Walzengarage samt Betriebstankstelle sowie Zehner-Gondelbahn deutlich. In ihren Augen ist das Projekt nicht mehr zeitgemäß.

In den vergangenen vier Jahren sei es beispielsweise zu drei Hochwasservorfällen in der Gemeinde Rettenberg gekommen mit Schäden in Millionenhöhe. Das geplante Parkhaus und die Zufahrtsstraße zum Grünten liegen laut BI in einem Bereich, der in der Vergangenheit immer wieder von Starkregenereignissen betroffen war.

Bau der Zehner-Kabinensesselbahn wäre "komplette seilbahntechnische Neuerschließung" des Grüntens

Wegen der akuten Bedrohung der Umwelt ist das Projekt nach Ansicht der BI „nicht mehr zeitgemäß“. Es handele sich beim Bau der Zehner-Kabinenbahn „um eine komplette (seilbahntechnische) Neuerschließung“. Für die neue Trasse müssten Berg- und Schutzwald gerodet werden. Zusätzlich seien zwei Wirtschaftswege geplant, einer davon sei eine „mehr als 500 Meter lange Zufahrtsstraße an einem murengefährdeten Steilhang“. Der andere gehe „über eine Länge von 5,5 Kilometern vom Tal bis zur Grüntenhütte“.

Die BI schreibt von einem „unsäglichen, staatlich subventionierten Ausbau der Beschneiungsanlagen“. Aktuell würden Biotope und das FFH-Gebiet rund um den Gipfelbereich bereits unter den enormen Besucherzahlen leiden. Die Gelder der Steuerzahler sollten besser an anderer Stelle investiert werden. „Unserer Meinung nach ignoriert das Bauprojekt die Realität und verstößt gegen jeglichen gesunden Menschenverstand bzw. klimaschutzrechtliche Wirklichkeiten.“

Enormer Zuwachs der Individualverkehrs in den Grünten-Gemeinden

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Es sei auf den Tagestourismus ausgerichtet und werde zu einem „enormen Zuwachs des Individualverkehrs“ vor Ort und in der Region führen, schreibt die BI. In erster Linie werde der Investor durch Ticketverkäufe und Gastronomieeinnahmen verdienen.

Durch eine Realisierung des Projekts würde der Grünten zum Dienstleister eines Privatinvestors degradiert werden. Das sei eine „weitere goldene Tourismuskuh im Allgäu, die es profitorientiert zu melken gilt“. Die BI lehnt die Dimensionen dieses Bauvorhabens in Gänze ab, spricht von Greenwashing durch eine geplante „Naturschau“ an der Bergstation.

Es werde versucht, ein vor allem für den Investor lukratives Projekt in einen „grünen“ Mantel zu quetschen, sodass "ja niemand auf die Idee kommt, an der Umweltverträglichkeit dieses an Gigantismus erinnernden Bauprojekts zu zweifeln", schreiben die Sprecher Max Stark und Adrian Gioja.

Bürgerinitiative "Rettet den Grünten" appeliert an Vertreter des Landkreises Oberallgäu

Die BI appelliert an die Vertreter des Landkreises Oberallgäu: „Lasst am Grünten ein Leuchtturmprojekt des Tourismus wachsen.“ Es soll im Rahmen von naturverträglichen sowie ressourcenschonenden Richtlinien die Interessen der einheimischen Bevölkerung, der Gäste und der Natur achten und in Einklang bringen.