Besuch unter strenger Geheimhaltung kommt nicht bei allen gut an

"Beeindruckend": Söder besucht Bergrettungsübung der Bergwacht in den Allgäuer Alpen

Er geht im Wahlkampf hoch hinaus: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder war bei einer Bergrettungsübung in den Allgäuer Alpen dabei und will auf die "beeindruckende" Arbeit der Bergwacht aufmerksam machen.

Er geht im Wahlkampf hoch hinaus: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder war bei einer Bergrettungsübung in den Allgäuer Alpen dabei und will auf die "beeindruckende" Arbeit der Bergwacht aufmerksam machen.

Bild: Joerg Koch/ Bayerische Staatskanzlei

Er geht im Wahlkampf hoch hinaus: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder war bei einer Bergrettungsübung in den Allgäuer Alpen dabei und will auf die "beeindruckende" Arbeit der Bergwacht aufmerksam machen.

Bild: Joerg Koch/ Bayerische Staatskanzlei

Es ist kein alltäglicher Besuch, den die Allgäuer Bergwacht bekommen hat: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war bei einer Übung in den Alpen dabei.
02.08.2021 | Stand: 17:52 Uhr

Blauer Himmel, Männer mit Bergwacht-Jacken, Helmen und Seilen, der orangefarbene Rettungshubschrauber schwebt über dem Bergpanorama - und davor kniet ehrfürchtig der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Fotos der Aktion brachten Söder jetzt aber auch Spott und Kritik auf sozialen Medien ein.

Zusammen mit Florian Hermann, Leiter der Staatskanzlei, nahm Söder vor wenigen Tagen an einer Bergrettungsübung in den Allgäuer Alpen teil - unter strenger Geheimhaltung vorab.

Die Übung fand im Bereich Hochvogel in der Nähe des Prinz-Luitpold Hauses statt. Laut Bergwacht Bayern waren Bergretterinnen und Bergretter aus den umliegenden Bergwachtbereitschaften, ein Einsatzhubschrauber der Bayerischen Landespolizei und ein weiterer Hubschrauber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bei der Übung dabei.

Bilderstrecke

Söder zu Besuch bei Bergwacht im Allgäu

Von Suchhund bis Rettungsflug: Söder bei verschiedenen Szenarien dabei

Geübt wurden verschiedene Szenarien - beispielsweise das Auffinden einer Personen durch einen Suchhund der Lawinenhundestaffel oder die Rettung von Personen im steilen Klettergelände. Speziell trainiert wurde auch der Einatz mit dem Hubschrauber und einer Rettungswinde.

Die verschiedenen Szenarien sollten Söder und Herrmann Einblicke in das Leistungsspektrum der ehrenamtlichen Bergrettungskräfte geben. Auf den Fotos, die die Staatskanzlei Bayern von der Übung veröffentlicht hat, ist zu sehen, wie Söder und Herrmann die Übungen genau verfolgen. Video-Aufnahmen zeigen, wie Söder über steiniges Gelände kraxelt, den Rettungshund krault (er ist bekennender Hundeliebhaber) und wie er selbst bei einer Übung im Rettungshubschrauber sitzt. "Beeindruckend, wie selbst aus schwierigsten Situationen Leben gerettet werden können. Hier greifen bestes Know-how und neueste Technik ineinander. Danke für das zumeist ehrenamtliche Engagement", lobt Söder die Arbeit der Bergwacht.

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Regionalleiter Daniel Heim aus Oberstaufen betonte vor allem den zwischenmenschlichen Aspekt bei Berg- und Luftrettungen: "Sich zu kennen und einander zu vertrauen sind die Grundlagen für die Zusammenarbeit - besonders, wenn sie in einem Gefahrenbereich, wie bei Rettungsaktionen am Berg, stattfindet.“ (Lesen Sie auch: Warum sind manche Berge im Allgäu so beliebt und manche gar nicht?)

Bergwacht Hinterstein: "Große Wertschätzung für uns alle"

"Wir sind eine kleine Mannschaft in einem hochfrequentierten Bereich der Allgäuer Alpen. Wenn die Politiker sehen, was wir leisten, ist dies eine große Wertschätzung und Motivation für uns alle", so Raphael Müller, Leiter der Bergwacht Hinterstein, nach dem Übungstag.

Söders Allgäu-Besuch unter strenger Geheimhaltung

Erst kurz vorher hätten Müller und die anderen bei der Bergwacht Tätigen vom Besuch erfahren. „So viel ich weiß, lief das unter strenger Geheimhaltung.“ Natürlich hat die Bergwacht nach dem Besuch des „Landesvaters“ mit dem Chef der Staatskanzlei Fotos auf ihre Facebook-Seite gestellt, sechs an der Zahl. Dazu steht ein kurzer Text, dass Söder und Herrmann „sichtlich beeindruckt von der ausgefeilten Technik, der Professionalität der Einsatzkräfte und natürlich auch von der hochalpinen Kulisse rund um das Prinz-Luitpold-Haus“ waren.

Bergwacht Hinterstein sperrt Kommentarfunktion zu Söder-Post

Den Beitrag teilen oder „liken“, das geht, aber die Kommentarfunktion wurde gesperrt. Warum macht das die Bergwacht? „Als vorbeugende Maßnahme.“ Politische Meinungsäußerungen seien dort fehl am Platz. „Wir wollen keine Plattform für politische Inhalte sein“, sagt Müller. Facebook diene den Bergrettern dazu, „über Einsätze zu informieren, wir wollen keine Diskussion vom Zaun brechen“. Es habe in der Vergangenheit immer mal wieder „ Kommentare gegeben, die nicht unserem Stil entsprechen“. Seit Kurzem gibt es nun die Möglichkeit, die Kommentarfunktion bei Facebook für einzelne Beiträge ganz auszuschalten. Die Bergwacht Hinterstein nutzt diese Möglichkeit.

In den Allgäuer Bergen: Kritik und Spott in den sozialen Netzwerken für Söder-Fotos

Anders handhabt das der Ministerpräsident selbst. Er hat auch Fotos vom Übungstag in den Allgäuer Alpen auf seinem Instagram-Kanal und bei Facebook veröffentlicht und lässt Kommentare zu. Auf seine Beiträge gab es dutzende Reaktionen und von vielen Nutzern auch Kritik: "Was für ein gestelltes Bild. Wahlkampf pur", meint ein Leser. "Erinnert mich irgendwie an Bob der Baumeister", schreibt eine andere Nutzerin.

Andere sehen in Söder sogar den neuen "Bergdoktor". Das wiederum hat „heute-Show“-Comedian Fabian Köster aufgegriffen und ein Foto von der Übung veröffentlicht mit: "Lieber Markus Söder, willkommen im ZDF."

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