Eiskunstlauf

Deutschlands Beste! So gelang Oberstdorfs Eistänzern der Sprung an die Spitze

Die 13-jährige Mia Lee Mayer und Tobias Huber (16) tanzten sich in Neuss zu Silber – dabei konnte das Paar sein Programm nach einer schweren Verletzung erstmals vor vier Wochen durchlaufen.

Die 13-jährige Mia Lee Mayer und Tobias Huber (16) tanzten sich in Neuss zu Silber – dabei konnte das Paar sein Programm nach einer schweren Verletzung erstmals vor vier Wochen durchlaufen.

Bild: Hella Höppner

Die 13-jährige Mia Lee Mayer und Tobias Huber (16) tanzten sich in Neuss zu Silber – dabei konnte das Paar sein Programm nach einer schweren Verletzung erstmals vor vier Wochen durchlaufen.

Bild: Hella Höppner

Im Sog der Vorzeigeathleten steigert sich die Oberstdorfer Jugend bei der deutschen Meisterschaft in Neuss. Der ECO ist erfolgreichster Club, ein Duo feiert furioses Comeback.
16.12.2021 | Stand: 18:57 Uhr

„Das ist ein toller Erfolg und ich hoffe, dass wir daran anknüpfen können“, freut sich Christiane Gertscher-Mayer. Entsprechend blickt die Vize-Präsidentin für die Eiskunstlauf-Abteilung des Eissportclubs Oberstdorf voller Stolz auf die Erfolge ihrer Schützlinge bei der deutschen Meisterschaft. Denn neben den deutschen Meistern im Eistanz, Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan, sowie den neuformierten Paarläufern Alisa Efimova/Ruben Bloemmaert, die Silber holten (wir berichteten), untermauerte vor allem der Oberstdorfer Nachwuchs die herausragende Bilanz in Neuss.

Ackermann und Harms gewinnen Gold beim Debüt

Die 13-jährige Aliyah Ackermann, die auch im Einzel aktiv ist, holte sich mit ihrem Partner Tobija Harms im Nachwuchs-Paarlaufwettbewerb die Goldmedaille. Und das wohlgemerkt als Paarlauf-Debütanten bei den deutschen Meisterschaften. Das Bemerkenswerte: Die beiden trainieren erst seit einem dreiviertel Jahr zusammen. Ebenfalls Gold holten sich die Junioren-Eistänzer Darya Beatrice Grimm (15) und Michail Savitskiy (18), die heuer bereits im „ISU Junior Grand Prix“ am Start waren. Mit ihrer Silbermedaille gelang den Eistänzern Mia Lee Mayer (13) und Tobias Huber (16) ein beachtlicher Erfolg. Das Paar konnte erst vier Wochen vor der „Deutschen“ erstmalig sein Programm durchlaufen, da Mayer nach einer Schulteroperation knappe fünf Monate pausieren musste.

Als jüngstes Oberstdorfer Paar kletterten Mia Gibbesch (10) und Lias Luft (14) ebenfalls auf den Silberrang auf dem Podest. Coronabedingt war es für die beiden jungen bayerischen Landeskaderathleten der erste Wettkampf mit Konkurrenz. „Sie haben sich super vor allen Großen im Feld behauptet. Vor allem von Mia war das eine super Leistung. Mit ihren zehn Jahren war sie die mit Abstand jüngste Teilnehmerin im gesamten Turnier“, lobt Gertscher-Mayer. „Ihre Konkurrentinnen waren alle um die dreizehn, vierzehn Jahre alt. In diesem Alter macht das einen großen Unterschied.“ Große Freude über das erfolgreiche Abschneiden herrschte auch bei den Eistänzern Lara Luft (19) und Maximilian Pfisterer (24), die es in ihrem ersten Jahr im Seniorenbereich gleich aufs Treppchen schafften und die Bronzemedaille holten.

ECO-Vizepräsidentin Gertscher-Mayer: Erfolg hat sich abgezeichnet

In Reihen des ECO hatte man im Stillen zwar auch auf ein derartiges Abschneiden gehofft, rechnen könne man damit in diesem Sport aber nie, betont die Vizepräsidentin. „In der Vorbereitung waren alle super drauf, aber es hängt auch immer viel von der Tagesform ab und auch davon, ob die Nerven mitspielen“, sagt Gertscher-Mayer.

Und so waren die deutschen Titelkämpfe in Neuss für die ECO-Athleten und Betreuer nicht nur ein erfolgreiches, sondern auch ein spannungsgeladenes und nervenaufreibendes Abenteuer. Der Allgäuer Tross musste bereits am 8. Dezember, mitten im Schneechaos anreisen. „Die Anreise bei dem Schneesturm war die Hölle. Vor allem bis Würzburg war es ein Drama. Eine war nicht befahrbar und das höchste der Gefühle war Tempo 80“, erinnert sich Gertscher-Mayer an die beschwerliche und langwierige Anreise. Doch sie wurden bekanntlich dafür entschädigt.

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Höhepunkt unter den Wettkämpfen war der Eistanz der Senioren, wo Janse van Rensburg und Benjamin Steffan im Titelkampf am Ende knapp die Nase vor ihren Dortmunder Konkurrenten Müller/Dieck hatten. „Beide Paare sind fehlerfrei gelaufen. In den vergangenen beiden Jahren wurden immer die Dortmunder Meister und wir Vize. Da ist es umso toller, dass unsere beiden jetzt endlich mal vorne sind“, freut sich Gertscher-Mayer.

Eine große Zukunft prophezeit sie auch den Paarläufern Efimova und Bloemmaert, die allerdings noch bis Sommer 2022 für internationale Wettbewerbe gesperrt sind. „Das ist ein richtig starkes Paar, von dem in Zukunft noch einiges kommen wird“, glaubt Gertscher-Mayer. Neben Europameister- und Weltmeisterschaft im kommenden Jahr wird Olympia 2026 das große Ziel der Athleten. Auf nationaler Ebene sind die Oberstdorfer schon jetzt das Maß der Dinge.