Wintersport

Ein Pistenbully soll gegen Beschwerden helfen

Eine solche Raupe, wie sie bei der Hornbahn steht, kann walzen und spuren. Die Gemeinde will 2023 ein weiteres Gerät kaufen.

Eine solche Raupe, wie sie bei der Hornbahn steht, kann walzen und spuren. Die Gemeinde will 2023 ein weiteres Gerät kaufen.

Bild: Günter Jansen (Archiv)

Eine solche Raupe, wie sie bei der Hornbahn steht, kann walzen und spuren. Die Gemeinde will 2023 ein weiteres Gerät kaufen.

Bild: Günter Jansen (Archiv)

Bad Hindelang braucht ein weiteres Kettenfahrzeug, um das Loipennetz im Ostrachtal immer gut präparieren zu können. Warum es daran manchmal hakt.
23.09.2022 | Stand: 11:26 Uhr

Wer Urlaub im Ostrachtal macht, will Loipen, die in einem Topp-Zustand sind. Das machte Bad Hindelangs Tourismusdirektor Max Hillmeier im Gemeinderat klar. Aber: Diesen Ansprüchen werde die Gemeinde nicht immer gerecht. Es gebe Beschwerden, „weil die Loipen oft nicht gut präpariert sind“. Und das liege nicht an demjenigen, der die Loipen spurt, sondern einfach daran, dass das Präparieren zeitaufwendig ist – und für einen allein kaum machbar. Jetzt will die Gemeinde Abhilfe schaffen. Der Gemeinderat stimmte dem Kauf eines weiteren Spurgeräts zu.

64 Kilometer unterwegs,. um zu präparieren

Der Tourismusdirektor sagte, die Gemeinde habe für das Loipennetz im Ostrachtal (Bad Hindelang, Bad Oberdorf, Vorderhindelang, Hinterstein) nur einen einzigen Pistenbully und der sei Baujahr 2006. Und dieser Bully fahre 64 Kilometer, bis alle Loipen für klassischen Stil und auch fürs Skating gespurt sind. Sieben bis acht Kilometer pro Stunde schaffte solch ein Kettenfahrzeug maximal. Bei Eis und Schnee komme es langsamer voran, nur drei bis fünf Kilometer. Bullyfahrer Helmut Radeck sagte, er habe auch schon 17 Stunden gebraucht, um das Loipennetz im Tal zu präparieren.

Die Ostrachtal-Loipen seien statistisch gesehen 26 Tage im Winter nutzbar. „Hinterstein mit dem Vorsäss war im Schnitt an 66 Tagen in Betrieb“, sagte Hillmeier. Die Nachtloipe unterhalb der Hornbahn, die auch beschneit wird, werde zeitweise vom Pistenbully der Bergbahn mit präpariert. Aber das sei nicht immer möglich. Wenn zu wenig Schnee liegt, dann stecke das Fahrzeug am Nordpolsteg fest. Es sei dann nicht möglich, mit der Raupe bis zur Nachtloipe zu fahren. Ein weiteres Problem gebe es bei zu wenig Schnee: Die Verbindung zwischen Bad Oberdorf und Hinterstein könne dann nicht gespurt werden. Wenn der Bully in Hinterstein sei, dann müsse er dann auch dort bleiben. Es sei zwar möglich, die Raupe mit einem Tieflader nach Bad Oberdorf zu transportieren, aber das sei aufwendig „und dafür brauchen wir zudem eine Sondergenehmigung vom Landratsamt“, sagte Hillmeier. Kurzum, ein zweites gemeindliches Spurgerät sei wichtig.

Nachtloipe fürs Langlauftraining

Da stimmte Melanie Beßler (FW Bad Hindelang) zu. Die Nachtloipe werde von über 40 Jugendlichen regelmäßig fürs Langlauftraining benutzt. „Es wäre schade, wenn das nicht mehr ginge. Ich bin dafür eine zweite Walze zu kaufen“. Gitti Fink (Oberjoch) sprach von einer „Wahnsinns-Investition“. In Anbetracht der Winter sei es aber fast unumgänglich, einen neuen Bully zu kaufen. Wenn die einzige gemeindliche Walze im Tal kaputt sei, ginge sonst nichts mehr. Das wollte denn doch keiner riskieren.

240.000 Euro werden in den nächsten Haushalt eingeplant, um eine moderne und auch bodenschonende Walze zu kaufen, wie Hillmeier sagte. Er rechnet mit einem Zuschuss über das Programm Röfe von 35 bis 40 Prozent.

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