Gemeinderat Blaichach macht Pläne

Kindergartenkinder in der Grundschule: Eine „Notlösung“ aus Platzmangel

Grundschule Blaichach

An der Grundschule in Blaichach sollen ab Herbst Kindergartenkinder betreut werden.

Bild: Benjamin Liss

An der Grundschule in Blaichach sollen ab Herbst Kindergartenkinder betreut werden.

Bild: Benjamin Liss

Blaichach baut eine neue Kindertagesstätte, weil in St. Magnus und St. Martin der Platz nicht ausreicht. Warum die Kleinen eine Zeit in die Grundschule müssen.
05.05.2021 | Stand: 14:08 Uhr

Vor einigen Wochen war es erst eine Idee: Räume der Grundschule Blaichach sollen vorübergehend als Kindertagesstätte genutzt werden. Denn der Platz in den beiden Kitas und in der Außenstelle Seifriedsberg wird knapp. Auf Dauer muss ein Neubau her. Zwischenzeitlich aber braucht es eine Übergangslösung für bis zu 25 Mädchen und Buben: Und die hat der Gemeinderat nun fix gemacht: in der Grundschule.

  • Vorschlag Rektor Marcus Sengenberger hatte das Schulgebäude selbst ins Spiel gebracht, sagte Rathauschef Christof Endreß. Und damit könnte sich die Gemeinde viel Geld sparen. Vor drei Monaten war noch von einer Übergangslösung in einem Container-Kindergarten die Rede. Die hätte mindestens 350.000 Euro gekostet. Die jetzige Vorschlag in der Schule braucht nur wenige Veränderungen. 20.000 Euro sollten dafür reichen, hieß es. Vorgesehen sind die Räume der Mittagsbetreuung der offenen Ganztagesschule. Die Mittagsbetreuung soll dann vorübergehend woanders stattfinden.
  • Hintergrund Die Zwischenlösung muss her, weil bald eine neue Kita in Blaichach gebaut werden soll. Wo, steht noch nicht fest. Derzeit werden zwei Grundstücke analysiert. An der alten Mehrzweckhalle in der Jahnstraße und bei der Schulturnhalle Richtung Ettensberg.
  • Situation Es gibt in Blaichach bereits eine Not-Krippengruppe im Bewegungsraum des gemeindlichen Kindergartens St. Magnus. Der kirchliche Kindergarten St. Martin nahe der Schule muss darüber hinaus wegen Bauschäden bald saniert oder neu gebaut werden. Seit Herbst gibt es eine weitere Kinderbetreuung in der alten Schule in Seifriedsberg. Und dann sind da noch über 70 Neuanmeldungen für Herbst 2021. Allerdings stehen nur gut 50 freie Plätze bereit. Eine schnelle Zwischenlösung muss also her.
Sind die Räume der Grundschule auch geeignet für die Kleinen der Notfall-Kinderkrippe?  Auch darüber diskutierte der Gemeinderat.
Sind die Räume der Grundschule auch geeignet für die Kleinen der Notfall-Kinderkrippe?  Auch darüber diskutierte der Gemeinderat.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)
  • Diskussion Die Diskussion darüber, ob Räume in der Schule dafür gut geeignet sind, war kontrovers. Die pensionierte Lehrerin, Margit Miller von der SPD, hält die Räume „von der Größe her für problematisch“. Außerdem seien sie nach Norden gerichtet: „Da kommt kein Sonnenstrahl rein.“ 47 Quadratmeter seien in der Tat nicht sehr groß, bestätigte Bürgermeister Christof Endreß. Aber die Kita-Leiterinnen der beiden Einrichtungen in der Gemeinde (St. Magnus und St. Martin) würden diese Lösung bevorzugen. Ansonsten hätte in St. Magnus nochmals aufgestockt werden müssen, ebenso in der Außenstelle Seifriedsberg. Für die Gemeinderäte keine gute Lösung. Nun soll also die Schule herhalten.
  • Schule „Für mich ist auch das nur eine Notlösung für maximal zwei Jahre“, sagte Christian Neuert (CSU). Er mahnte auch, darauf zu achten, mögliche Konfliktsituationen zwischen Kindergarten- und Schulkindern von vorneherein zu vermeiden. So könnten Lehrerinnen und Erzieherinnen die Tobezeiten im Garten abstimmen. Ein kleiner Außenbereich für die Kitakinder (zwei bis sechs Jahre) soll zudem abgetrennt und hergerichtet werden. Allerdings fand Martin Sonnenmoser (FW) „die Abholsituation für die Kleinen problematisch“. Anders als Schulkinder müssten die Eltern die Mädchen und Buben ja bringen und wieder abholen. Weil aber anders als in der Schule diese Zeiten der Kita morgens und mittags flexibel sind, sei nicht mit einem gleichzeitigen Ansturm zu rechnen.
  • Not-Kita-Gruppe In der geplanten altersgemischten Kita-Gruppe werden voraussichtlich zunächst neun Kindergartenkinder und fünf kleinere Krippenkinder Platz finden. Die Burgberger, im Schulverband mit Blaichach, seien mit der Umsetzung der Idee einverstanden, sagte der Rathauschef. Diese Lösung könnte auch weitergeführt werden, wenn die geplanten Bauarbeiten an der Schule stattfinden.
  • Jugendhaus Ob denn nicht über die Jugendhaus-Räume im Schulgebäude als Zwischenlösung nachgedacht wurde, fragte Christian Neuert (CSU). Diese Lösung werde nicht vom Landratsamt bevorzugt, merkte Endreß an.