Landratsamt fordert Bußgeld ein

Wie viele Corona-Schulschwänzer gibt es im Oberallgäu?

Wer in die Schule geht, wird regelmäßig auf Corona getestet und muss Maske tragen. Die meisten akzeptieren das. Andere müssen jetzt Bußgelder zahlen.

Wer in die Schule geht, wird regelmäßig auf Corona getestet und muss Maske tragen. Die meisten akzeptieren das. Andere müssen jetzt Bußgelder zahlen.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Wer in die Schule geht, wird regelmäßig auf Corona getestet und muss Maske tragen. Die meisten akzeptieren das. Andere müssen jetzt Bußgelder zahlen.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Regelmäßige Corona-Tests und Maskenpflicht: Halten sich Eltern, Schülerinnen und Schüler nicht daran, kostet das Geld: Pro Tag 50 Euro. Was sagen Rektoren dazu?
12.12.2021 | Stand: 08:41 Uhr

Kinder und Jugendliche müssen sich in der Schule regelmäßig auf Corona testen lassen – und eine Maske tragen. Manche Eltern wollen das ihrem Kind aber nicht antun.

Die Konsequenz: Schüler oder Schülerin muss zu Hause bleiben und gilt als „Schulschwänzer“. Und mit Schulschwänzern geht die Behörde nicht zimperlich um: Dann ist ein Bußgeld fällig. „Pro Tag und Sorgeberechtigten sind es 50 Euro“, informiert das Landratsamt Oberallgäu. 16 Bußgeldbescheide seien bislang verschickt worden.

Karrenzzeit ist vorbei, jetzt wird Geld gefordert

Bis zu den Herbstferien galt dieses Schuljahr eine „Karenzzeit“, jetzt aber müssen die Eltern zahlen. Aber tun sie das tatsächlich, ohne sich zu beschweren? „Einsprüche gibt es dazu zwar noch nicht, aber die Fristen laufen noch“, informiert dazu Andreas Kaenders, Pressesprecher am Landratsamts Oberallgäu und fügt an: „Ob das Bußgeld bei Mehrfachverstößen erhöht wird, ist derzeit noch nicht festgelegt.“

Bußgelder sind das Eine, wie aber gehen Schulen damit um? Von vereinzelten Fälle sprechen Oberallgäuer Rektoren. Rettenbergs Schulleiterin Anita Scherm (knapp 190 Kinder) sagt: „Wir wollen die Kinder nicht abhängen, sondern mitnehmen.“

Sie sollen die Chance haben, wenn sie zurück in den Unterricht kommen, wieder auf annähernd dem gleichen Niveau zu sein. Die Klassleitung würde deshalb in der Regel Kontakt zu den Kindern halten und „zum Teil Schulmaterial liefern“. Für die Grund- und Mittelschule Durach (550 Schüler) ist Rektor Richard Wucherer zuständig. Er sagt, die Eltern seien in Briefen des Kultusministeriums rechtzeitig informiert worden über anstehende Bußgelder. Die sind nun fällig, wenn ein Kind ohne ärztliches Attest nicht zur Schule kommt. “

„Das bringt ja nichts“

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Wenn zwei, drei Kinder einer Klasse positiv auf Corona getestet würden, dann stehe für diese Klasse wieder eine Zeit lang Online-Unterricht an. Das passiere ab und zu. Und da könnten sich dann die Kinder, die wegen der Pandemievorgaben von den Eltern aus nicht zur Schule gehen dürfen, einklinken. Es gebe seitens der Schule auch die Möglichkeit, diesen „Schulschwänzern“ einen verschärften Verweis zukommen zu lassen. „Aber das bringt ja nichts“, sagt Wucherer. Man sollte mit den Eltern und den Kindern möglichst in gutem Kontakt bleiben.

Wer angekündigte Proben unentschuldigt versäumt, bekommt die Note 6

Wucherer geht davon aus, „dass weniger als ein Prozent“ der Schülerinnen und Schüler wegen der aktuellen Corona-Maßnahmen nicht in die Schule gehen (dürfen). Schulamtsdirektor Herbert Rotter bestätigt das: Vor den Herbstferien fehlten noch 37 Buben und Mädchen unentschuldigt in den Grund- und Mittelschulen des Schulamtsbezirks Kempten/Oberallgäu und Landkreis Lindau mit zusammen über 15.000 Kindern und Jugendlichen. „Jetzt sind es weniger.“ Aktuelle Zahlen nennt Rotter aber keine. Neben den Bußgeldern gebe es ein weiteres Problem für Schulkinder: „Wer angekündigte Proben unentschuldigt versäumt, bekommt die Note 6.“

Der Schulamtsdirektor kann der Corona-Pandemie nichts Positives abgewinnen, aber in den Schulen sei durch den über Monate verordneten Digitalunterricht dennoch (unverhofft) einiges vorangebracht worden. Es habe viele Fortbildungen für Lehrkräfte gegeben.„Sehr viele Schulen haben sich auf einen sehr guten digitalen Weg gemacht.“

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