Zusammenschluss

Oberallgäuer Gemeinden blicken über eigenen Kirchturm hinaus

Fünf Oberallgäuer Gemeinden wollen sich zu einer „Integrierten Ländlichen Entwicklung“ (ILE) zusammenschließen: (vorne, von links) Christof Endreß (Blaichach), Melanie Reisch vom Amt für ländliche Entwicklung, Andre Eckardt (Burgberg), (hinten von links) Nico Sentner (Immenstadt), Michael Peters (Zuschussmanager), Nikolaus Weißinger (Rettenberg) Christian Wilhelm (Sonthofen).

Fünf Oberallgäuer Gemeinden wollen sich zu einer „Integrierten Ländlichen Entwicklung“ (ILE) zusammenschließen: (vorne, von links) Christof Endreß (Blaichach), Melanie Reisch vom Amt für ländliche Entwicklung, Andre Eckardt (Burgberg), (hinten von links) Nico Sentner (Immenstadt), Michael Peters (Zuschussmanager), Nikolaus Weißinger (Rettenberg) Christian Wilhelm (Sonthofen).

Bild: Franz Summerer

Fünf Oberallgäuer Gemeinden wollen sich zu einer „Integrierten Ländlichen Entwicklung“ (ILE) zusammenschließen: (vorne, von links) Christof Endreß (Blaichach), Melanie Reisch vom Amt für ländliche Entwicklung, Andre Eckardt (Burgberg), (hinten von links) Nico Sentner (Immenstadt), Michael Peters (Zuschussmanager), Nikolaus Weißinger (Rettenberg) Christian Wilhelm (Sonthofen).

Bild: Franz Summerer

Sonthofen, Immenstadt, Burgberg, Rettenberg, Blaichach: Die fünf Gemeinden wollen über die „Integrierte Ländliche Entwicklung“ bei Projekten zusammenarbeiten.
23.06.2022 | Stand: 16:52 Uhr

Über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen und noch mehr zusammenzuarbeiten – das haben sich jetzt fünf Städte und Gemeinden vorgenommen. Als Erste im Oberallgäu wollen Sonthofen, Immenstadt, Burgberg, Rettenberg und Blaichach eine „Integrierte Ländliche Entwicklung“ (ILE) bilden. Dabei geht es beispielsweise um ein gemeinsames Ferienprogramm für alle Schüler, die Digitalisierung der Verwaltung, gemeinsame Beschaffung von Material oder einen Biotopverbund.

Die fünf Kommunen arbeiten schon auf anderen Gebieten zusammen. So haben sie die Gesellschaft Alpsee-Grünten-Tourismus zur Vermarktung ihrer Urlaubsregion gegründet und bezuschussen einen Ringbus. Für weitere Projekte sieht Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm „ein enormes Potenzial“, wie er beim Bürgermeister-Treffen in Immenstadt erklärte. Immerhin haben die fünf zusammen 50.000 Einwohner und sind Arbeitgeber von 22.000 Beschäftigten.

Angestoßen hatte die vertiefte Zusammenarbeit Immenstadts Bürgermeister Nico Sentner, „nachdem ich von der ILE hörte“. Der Aufbau solcher Kooperationen wird gefördert vom Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach. So nahmen die Bürgermeister samt Stellvertreter an einem Vorbereitungsseminar des Amts mit anderen Gemeindevertretern aus Schwaben teil. Auf dem Weg zur „ILE Alpsee-Grünten“ begleitete sie der Immenstädter Zuschussmanager Michael Peters.

Die erste Kooperation im Oberallgäu

Im Bezirk gibt es bisher elf solcher Kooperationen, darunter zwei im Allgäu – im Unterallgäu und am Auerberg, erläutert Melanie Reisch vom Amt für ländliche Entwicklung. Dabei müsse „keine Gemeinde ihre Identität aufgeben“, sondern es gelte, bei einzelnen Projekten „über den Kirchturm hinauszudenken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen“. Als Handlungsfelder nennt Reisch Projekte des Hochwasserschutzes, Angebote für Senioren und der Nachbarschaftshilfe, die Arbeit der Bauhöfe, die Nahversorgung der Ortsteile (mobiler Dorfladen) oder bei Ausgleichsflächen.

Gemeinsam Ökokonten aufzubauen, ist auch für Wilhelm ein Ziel. Sentner nennt die Kostenreduzierung bei der Materialbeschaffung von Streusalz oder den Austausch von Software, wie aktuell ein Programm für „wildabfließende Gewässer“. Andre Eckardt (Burgberg) will die jeweiligen Ferienangebote allen Schülern öffnen, für Nikolaus Weißinger (Rettenberg) ist der Zusammenschluss ein zukunftsweisendes Konzept auch für andere Landkreiskommunen. Von denen überlegen bereits einige, sich ebenfalls in eine ILE zusammenzuschließen. Und Christof Endreß (Blaichach) sieht in der ILE sogar den nächsten Schritt einer weiteren Gemeindegebietsreform.

Geld vom Amt für ländliche Entwicklung

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Wie geht’s weiter? Zunächst müssen alle Stadt- und Gemeinderäte der Kooperation zustimmen. Die Räte in Burgberg und Rettenberg haben dies bereits getan, die anderen sollen in den nächsten Tagen folgen. Danach erarbeiten die Kommunen mit Unterstützung eines Planungsbüros gemeinsame Ziele und ein Konzept zur Umsetzung der Maßnahmen. Das sollte innerhalb eines Jahres über die Bühne gegen. Die Arbeit des Planungsbüros fördert das Amt für ländliche Entwicklung mit bis zu 75 Prozent, sagt Reisch. Die gleiche Summe zahlt das Amt für eine Personalstelle, die anschließend der ILE Alpsee-Grünten bei der Umsetzung der einzelnen Projekte zur Seite steht.

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