Stadtentwicklung

Bauprojekt in der Apfeltranger Straße kommt voran

Insgesamt 71 neue Reihenhäuser sollen an der Apfeltranger Straße entstehen. Die Keller im ersten Bauabschnitt sind fertig. Es folgen der Hochbau und die Vorbereitungen für die weiteren Bauabschnitte.

Insgesamt 71 neue Reihenhäuser sollen an der Apfeltranger Straße entstehen. Die Keller im ersten Bauabschnitt sind fertig. Es folgen der Hochbau und die Vorbereitungen für die weiteren Bauabschnitte.

Bild: Mathias Wild

Insgesamt 71 neue Reihenhäuser sollen an der Apfeltranger Straße entstehen. Die Keller im ersten Bauabschnitt sind fertig. Es folgen der Hochbau und die Vorbereitungen für die weiteren Bauabschnitte.

Bild: Mathias Wild

An der Apfeltranger Straße in Kaufbeuren wird fleißig gebaut. Für den Gelbspötter, eine bedrohte Vogelart, wird neuer Lebensraum gesucht.
31.01.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Beim Bauprojekt in der Apfeltranger Straße geht es laut Investor planmäßig voran. Nach der Fertigstellung der Keller im ersten Bauabschnitt Ende 2020 beginne – sobald es die Witterungsverhältnisse zulassen – der Hochbau. Zudem starten in Kürze die Rodungsarbeiten für den zweiten und dritten Bauabschnitt, die vor Beginn der Brutperiode am 28. Februar abgeschlossen werden müssen.

„Bei diesem Projekt entsteht ein Eingriff in diesen kleinen Naturraum, welcher der Neubebauung weicht“, erläutert Roland Görgens, geschäftsführender Gesellschafter der Brutschin-Conductor Allgäu GmbH mit Sitz in Ludwigsburg bei Stuttgart.

Intensiver Austausch mit dem Umweltamt der Stadt Kaufbeuren

Um einen artenschutzrechtlichen Ausgleich zu schaffen, sei mit dem Gutachter PAN (Planungsbüro für angewandten Naturschutz), dem Umweltamt der Stadt Kaufbeuren und den Bayerischen Staatsforsten ein Konzept entwickelt worden. Eine geeignete Ausgleichsfläche wurde laut Görgens an einem Waldrand in Kaufbeuren gefunden.

Hauptsächlich gehe es um die Vogelart mit dem Namen Gelbspötter, die in Bayern als gefährdet gilt. Bei dieser Art ist laut Gutachten ein Ausweichen auf angrenzende Flächen kaum möglich. Deshalb müsse ein entsprechender Lebensraum entwickelt werden. Da eine Neupflanzung zu lange dauern würde, werde ein bestehender Wald mit größeren Laubgehölzen optimiert.

Rodungsfläche wurde ein Jahr lang von Biologen beurteilt

„Im Vorfeld wurden die Rodungsfläche ein Jahr lang von Biologen beobachtet und die vorkommenden Arten erfasst. „Die Maßnahmen aus dem artenschutzrechtlichen Gutachten setzen wir nun selbstverständlich in die Tat um, da uns Arten- und Naturschutz auch als Bauträger am Herzen liegen. Es ist leider manchmal unvermeidlich, dass Baumaßnahmen zu solchen Veränderungen führen, zumal das Gelände schon seit über 20 Jahren als Baugelände ausgewiesen ist.“, sagt Görgens.

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Nach der erfolgten Umgestaltung und der Biotopschaffung für den Gelbspötter pflegten Mitarbeiter des Bayerischen Staatsforstes die Fläche die kommenden 25 Jahre. Auch profitiere eine Vielzahl anderer Arten von solchen Ausgleichsflächen. Die Kosten vom Gutachten bis hin zur Gestaltung und dem Erhalt der Fläche belaufen sich laut Görgens auf mehr als 100 000 Euro.

„Nachhaltiges Bauen und Wirtschaften liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir auch anderweitig nachhaltige Natur-Projekte unterstützen. Wir spenden jedes Jahr, um Aufforstungen und den Waldumbau zu unterstützen. In den vergangenen Jahren haben wir jährlich rund 1300 Bäume gepflanzt. Diese Aufforstungen entsprechen aktuell ungefähr der doppelten Menge Holz, die unsere Unternehmensgruppe im Jahr verbaut“, fügt Görgens hinzu.

Erste Bewohner sollen zum Jahresende einziehen

Mit dem Verkaufsstand ist die Brutschin-Conductor Allgäu GmbH beim Bauprojekt in der Apfeltranger Straße sehr zufrieden. Im ersten Bauabschnitt seien lediglich noch zwei von 21 Einheiten verfügbar. „Wir rechnen damit, dass die ersten Bewohner bereits zum Jahresende einziehen können.“

Im Frühjahr soll das Bebauungsplanänderungsverfahren für den zweiten und dritten Bauabschnitt in Zusammenarbeit mit der Stadt abgeschlossen werden. Damit könnte noch dieses Jahr die Bebauung des zweiten Bauabschnitts starten. „Mit dem Vertrieb beginnen wir dann voraussichtlich im April oder Mai. Wir sind sehr zuversichtlich, weiterhin auf hohe Nachfrage zu treffen“, sagt Görgens.